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Weißrussland Zehntausende gehen in Minsk gegen Lukaschenko auf die Straße – Erneut Festnahmen

Mindestens 10 Menschen nahm die Polizei bei erneuten Protesten fest. Der französische Präsident Emmanuel Macron forderte öffentlich den Rücktritt.
27.09.2020 - 15:27 Uhr Kommentieren
Bereitschaftspolizei zog Demonstranten aus der Menge und zerrte sie zu Lieferwagen. Mehrere Metro-Stationen wurden gesperrt, mobile Internetverbindungen waren gestört. Quelle: dpa
Polizisten verhaftet einen Mann am Rande einer Demonstration gegen die Wahlergebnisse in Belarus

Bereitschaftspolizei zog Demonstranten aus der Menge und zerrte sie zu Lieferwagen. Mehrere Metro-Stationen wurden gesperrt, mobile Internetverbindungen waren gestört.

(Foto: dpa)

Minsk In der belarussischen Hauptstadt Minsk haben am Sonntag erneut Zehntausende Menschen gegen den seit über 20 Jahren autoritär regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko protestiert. Es gab auch wieder Festnahmen. Bereitschaftspolizei zog Demonstranten aus der Menge und zerrte sie zu Lieferwagen. Die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete, mindestens zehn Menschen seien festgenommen worden. Mehrere Metro-Stationen wurden gesperrt, mobile Internetverbindungen waren gestört. In der Stadt Gomel setzte die Polizei Tränengas und Blendgranaten ein, um eine Demonstration aufzulösen, wie die Agentur Tass meldete.

Der französische Präsident Emmanuel Macron forderte, Lukaschenko müsse gehen. Seine Regierung sei nicht im Stande, die Logik der Demokratie zu begreifen, sagte er dem "Journal de Dimanche".

„Sweta ist unsere Präsidentin“, skandierten die Menschen in der Stadt. Viele riefen auch: „Lange lebe Belarus!“ und „Eto nasch gorod!“ („Das ist unsere Stadt“). Damit sich die Menschen nicht verabreden konnten zu den wechselnden Protestrouten, schalteten die Behörden wie an den vorherigen Sonntagen das mobile Internet ab.

Die Sonntagsdemonstration war - wie schon die Frauenkundgebung am Samstag - Tichanowskaja gewidmet - „als echte Amtseinführung durch das Volk“. Die Oppositionsführerin, die auf Druck von Lukaschenkos Machtapparat ins benachbarte EU-Land Litauen geflüchtet war, begrüßte den Mut ihrer Landsleute, die nun schon den 50. Tag in Folge auf die Straße gingen und trotz brutaler Festnahmen keine Angst zeigten.

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    Die Opposition wirft Lukaschenko Betrug bei der Wahl Anfang August vor. Seither kommt es regelmäßig zu Massenprotesten gegen den 66-Jährigen. Die Sicherheitskräfte gehen hart gegen die zumeist friedlich demonstrierenden Menschen vor. Tausende wurden festgenommen. Die EU erkennt die Wahl nicht an und plant Sanktionen gegen etwa 40 belarussische Regierungsvertreter, darunter auch Lukaschenko selbst.

    Mehr: Frauen demonstrieren in Minsk gegen Lukaschenko

    • dpa
    • rtr
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