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Weltfinanzsystem Weltbank warnt vor Schuldenwelle

Die Weltbank sorgt sich um die ansteigende Verschuldung. Vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer seien durch die Schulden verwundbar.
19.12.2019 - 16:33 Uhr Kommentieren
Die Weltbank hat in ihrer Studie vier Schuldenzyklen ausgemacht. Quelle: AFP
Weltbank

Die Weltbank hat in ihrer Studie vier Schuldenzyklen ausgemacht.

(Foto: AFP)

Berlin Die Verschuldung der Entwicklungs- und Schwellenländer steigt aktuell so schnell wie in den vergangenen 50 Jahren nicht mehr. Die Weltbank warnte diesen Donnerstag bei der Präsentation einer neuen Studie, dass daraus Finanzkrisen entstehen können, wenn die Zinsen künftig wieder auf breiter Front steigen sollten.

2018 erreichte die Summe der Schulden der Entwicklungs- und Schwellenländer demnach die Rekordhöhe von 55 Billionen US-Dollar. Addiert wurden ausstehende Kredite von Staaten und privaten Unternehmen.

Seit nach der letzten Finanzkrise im Jahr 2010 die neue Kreditaufnahmewelle anlief, ist die Schuldenquote der ärmeren Länder um mehr als die Hälfte auf 168 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung gestiegen. In den 1970er-Jahren, während der lateinamerikanischen Schuldenkrise, hatte es dreimal so lange gedauert, bis ein solch hoher Schuldenstand erreicht war.

Das Ergebnis relativiert sich allerdings, wenn China herausgerechnet wird: Allein durch seine Größe steht das Land mit 1,4 Milliarden Einwohnern für die Hälfte dieser Schulden. Einschließlich der Unternehmensverschuldung ist die Schuldenquote im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt in China von 2010 um 72 Prozentpunkte auf 255 Prozent gestiegen.

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    „Die Geschichte hat gezeigt, dass starke Schuldenanstiege oft mit Finanzkrisen einhergegangen sind“, warnte Weltbank-Vizepräsidentin Ceyla Pazarbasioglu. „Regierungen sollten rasch reagieren, um die Schuldentragfähigkeit zu sichern und die Gefahr durch wirtschaftliche Schocks zu reduzieren“, sagte sie.

    Schulden nicht auf eine Region begrenzt

    Verwundbar seien die Entwicklungs- und Schwellenländer auch deshalb, weil 50 Prozent ihrer Verschuldung nicht bei Inländern liege. China allerdings hält die meisten Schulden intern und dürfte sie daher auch im Krisenfall leichter als andere Entwicklungs- und Schwellenländer managen können.

    Ausgerechnet die ärmsten Länder haben sich nach der Weltbank-Studie außerhalb des Regelwerks des Pariser Clubs neu verschuldet. In dem Gremium beraten Geberländer und hochverschuldete Entwicklungsländer regelmäßig über das Schuldenmanagement. Immer wieder wurden hochverschuldeten Ländern Schulden erlassen, zum Beispiel Afghanistan im Jahr 2006. Die Weltbank ist auch deshalb in Sorge, weil anders als in früheren Zeiten die hohe Verschuldung nicht auf eine Region begrenzt ist.

    Die Weltbank hat in ihrer Studie seit 1970 vier Schuldenzyklen ausgemacht: den ersten von 1970 bis 1989, den zweiten von 1990 bis 2001 und den dritten von 2002 bis zur Finanzkrise 2009. Die vierte Schuldenwelle baut sich demnach seit 2010 auf. Während im ersten Zyklus Entwicklungs- und Industriestaaten gleichermaßen hohe Schuldenstände anhäuften, waren es vor allem im dritten Zyklus die Industriestaaten, deren Schulden 2009 die Finanzkrise auslösten.

    Am Anschwellen der aktuellen Schuldenwelle allerdings sind laut Weltbank die Industriestaaten weniger stark beteiligt als die ärmeren Länder. Besorgniserregend findet es die Weltbank zudem, dass der Schuldenanstieg in den Entwicklungsländern mit sinkenden Wachstumsraten einhergegangen ist.

    Mehr: Die weltweiten Verbindlichkeiten wachsen. Vor allem steigende Unternehmensschulden bereiten Experten Sorge. Lösen sie den nächsten Crash aus?

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