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Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Weltgeschichte Schweizer Senioren proben den Aufstand

In kaum einem Land werden die Menschen älter als in der Schweiz. Doch jetzt proben die Senioren den politischen Widerstand – aus Angst vor Diskriminierung.
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Wer in der Schweiz einen Berg erklimmt, muss jederzeit mit unangekündigten Überholmanövern rechnen: Vitale Senioren, mit einem Minimum an Gepäck und maximaler Erfahrung bewaffnet, lassen mit ihrem Tempo manchen Touristen alt aussehen.
Aktive Senioren beim Bergwandern

Wer in der Schweiz einen Berg erklimmt, muss jederzeit mit unangekündigten Überholmanövern rechnen: Vitale Senioren, mit einem Minimum an Gepäck und maximaler Erfahrung bewaffnet, lassen mit ihrem Tempo manchen Touristen alt aussehen.

Zürich Wer in der Schweiz einen Berg erklimmt, muss jederzeit mit unangekündigten Überholmanövern rechnen: Vitale Senioren, mit einem Minimum an Gepäck und maximaler Erfahrung bewaffnet, lassen mit ihrem Tempo manchen Touristen alt aussehen. Vital, aktiv und wohl situiert – so stellt man sich die Schweizer Senioren vor.

Ob es an den Bergen liegt oder dem hohen Lebensstandard, ist zwar nicht ganz geklärt. Aber die Lebenserwartung in der Schweiz ist eine der höchsten der Welt. Frauen, die im vergangenen Jahr in der Schweiz geboren wurden, dürften im Schnitt rund 85 Jahre alt werden, Männer leben im Schnitt knapp 82 Jahre lang. Hier kann man alt werden, buchstäblich.

Doch nun fürchtet die ältere Generation in der Eidgenossenschaft, zu kurz zu kommen – und probt den politischen Aufstand. Natürlich demokratisch. Mit einer Volksinitiative wollen die Schweizer Senioren für mehr Rechte kämpfen. „Altersdiskriminierung kann alle treffen, ob mit oder ohne Ausbildung, ob Mann oder Frau“, warnt die „Allianz gegen Altersdiskriminierung“. Die Initiative will dafür sorgen, dass Ältere nicht mehr benachteiligt werden dürfen – weder vom Staat noch von Privatleuten.

Es gehe etwa um Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche, Altersgrenzen für gewisse Ämter oder die Ausmusterung im Job, zitiert die „NZZ am Sonntag“ den Präsidenten des Verbandes für Seniorenfragen.

So gibt es in der Schweiz etwa immer wieder Stellenanzeigen, in denen ältere Bewerber ausgeschlossen werden – was in Deutschland als Diskriminierung gelten würde, ist in der Schweiz derzeit noch erlaubt.

Ob Senioren in der Schweiz aber tatsächlich systematisch diskriminiert werden, darüber lässt sich streiten: Im internationalen Vergleich kommen die älteren Schweizer zumindest besser über die Runden als viele Altersgenossen in den Nachbarländern. Nur eine von zehn Personen über 65 Jahren hat Mühe, finanziell über die Runden zu kommen, zeigt die internationale „Share“-Studie.

Junge Schweizer beklagen dagegen die Umverteilung zulasten der älteren Generation, etwa bei der Altersvorsorge. Schon heute machen die Alten in der Eidgenossenschaft rund 30 Prozent der Bevölkerung aus, und ähnlich wie in Deutschland stehen die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer kurz vor der Rente. Auch deshalb könnte das Vorhaben der streitlustigen Senioren an der Urne gute Chance haben. Ob und wann darüber abgestimmt wird, steht aber noch nicht fest.

Mehr: Eine XXL-Touristengruppe bricht in der Schweiz alle Rekorde.

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