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Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Black Monday gegen Mordserie Wenn die Farm zur Festung wird

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Zahl der Farmen sinkt rapide

Fast überall im Land sind die oft idyllisch gelegenen Farmen heute deshalb auch von elektrischen Zäunen und Stacheldraht umgeben und werden zusätzlich von einem ausgeklügelten Sicherheitssystem überwacht. Die sprichwörtliche „Freiheit vom Leben auf dem Land“, einem beliebten Motiv der burischen Mythologie, ist längst einer Festungsmentalität gewichen. In vielen Gebieten Südafrikas agieren von den Farmern gebildete Bürgerwehren, sogenannte Kommandos, die im Bedarfsfall in Aktion treten und vielerorts die oft unfähige Polizei ersetzt haben. Selbst beim Kirchgang tragen einige Farmer heute Schusswaffen.

Immer wieder kommt angesichts dessen die Frage auf: Spüren die Farmer nur die volle Wucht der Gewaltwelle am Kap oder sind die Überfälle geplant? Viele Landwirte sind überzeugt, dass hinter den Anschlägen radikale Politiker stehen, etwa die der linksextremen „wirtschaftlichen Freiheitskämpfer“ (EFF) um den Heißsporn Julius Malema – also Politiker, die über die Form des politischen Wandels am Kap enttäuscht sind und die Vertreibung der Farmer vom einst angeblich gestohlenen Land fordern.
Tatsächlich unterscheiden sich die Farmmorde von vielen anderen Gewaltverbrechen am Kap dadurch, dass sie offenbar sorgfältig geplant sind: Viele der Überfälle, so zeigt ein Blick auf die Fälle, werden mit militärischer Präzision ausgeführt, wobei die Täter nicht selten wie ein Hinrichtungskommando vorgehen. Kürzlich lockten Kriminelle zum Beispiel einen Farmer und seine Kinder in einen Hinterhalt, obwohl sie bereits die Schlüssel zu den Farmautos hatten und leicht hätten fliehen können.

Die Regierung dementiert seit Jahren jede politische Dimension der Morde. Bislang kamen auch Untersuchungsberichte regelmäßig zu dem Schluss, dass hinter fast allen Überfällen kriminelle Motive steckten. Demnach stehlen die meisten Täter Geld, Waffen und Haushaltsgerät. Farmer, so heißt es in den Berichten, seien für Kriminelle besonders „dankbare“ Ziele. So lebten sie isoliert auf dem Land und hätten häufig Waffen, die bei Verbrechern naturgemäß heiß begehrt sind.

Unabhängig von den Motiven steigt die Empörung vieler Farmer über die Apathie der Regierung. Ärger und Angst sind letzthin vielerorts in Wut und Verzweiflung umgeschlagen - die Proteste am Montag ein Zeichen dafür. Noch ist unklar, ob Südafrikas Regierung die von den Farmmorden zunehmend geschürte rassische Polarisierung aber auch und vor allem die wirtschaftlichen Folgen noch auffangen kann.

Viel Zeit zum Handeln bleibt nicht, denn die ländlichen Gebiete leeren sich in rasantem Tempo und machen immer öfter (für teure Devisen) den Import zuvor am Kap selbst produzierter Lebensmittel notwendig - einen Zustand den Südafrika nie kannte. Die jüngsten Zahlen geben jedenfalls Anlass zu großer Sorge: Gab es vor 20 Jahren in Südafrika noch mehr als 60.000 Farmen, sind es mittlerweile weniger als 35.000 – Tendenz stark fallend.

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3 Kommentare zu "Black Monday gegen Mordserie: Wenn die Farm zur Festung wird"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ein mutiger Artikel - und es gibt nicht nur die nackte Gewalt. Vielleicht kommt mal
    ein Artikel ueber black-empowerment, und wie sich die afrikanische Bevoelkerung
    damit schadet.

  • So sieht schwarzer Rassismus aus, der schon seit Jahrzehneten in Suedafrika und Zimbabwe wuetet und vom rassistischen und korrupten Zuma-Regime unterstuetzt wird. Ich frage mich nur, wo der Aufschrei 7und Hilfe der linken Social-Justice-Warriors bleibt. Ach ja - es sind ja nur Weisse, die abgeschlachtet werden. Und die sind ja laut linker Definition priviligiert. Tut uns leid, weisse Priviligierte. Keine Hilfe fuer Euch!

  • oje, wenn das jetzt aber nicht rassistisch ist:

    Wie kann man sich hier die Frechheit erlauben und zeigt auf, was Neg.. wirklich sind? Schiesslich hat der Nelson doch sein Volk in den Himmel gehoben. Wie kann man dort nur mit der Wahrheit kommen?