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Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Wilderei Der Kampf um das teure Horn von Afrika

Der illegale Handel mit Rhinozeros-Horn boomt wie nie zuvor. Angesichts der dramatischen Lage wird nun über einen umstrittenen Vorschlag diskutiert. Züchter wollen die Tiere schützen, indem sie den Handel legalisieren.
14.11.2016 - 19:57 Uhr
Die Hörner werden den Tieren gewaltsam abgenommen. Meist werden sie abgesägt. Quelle: AP
Opfer der Wilderei

Die Hörner werden den Tieren gewaltsam abgenommen. Meist werden sie abgesägt.

(Foto: AP)

Kapstadt Auf den ersten Blick sieht das Objekt der Begierde fast hässlich aus. Es ist hart, aus dem gleichen Material wie ein Fingernagel und eigentlich kaum mehr als ein Bündel fest zusammengeklebter Haare. Dennoch ist ein Kilo Rhinozeros-Horn inzwischen kostbarer als Gold: Bis zu 100.000 Dollar werden in Vietnam und China auf dem Schwarzmarkt für das vermeintliche Heil- und Potenzmittel gezahlt – mehr als für das Äquivalent in Gold.

Kein Wunder, dass der illegale Handel mit dem Horn seit ein paar Jahren boomt: 1.342 Nashörner wurden im vergangenen Jahr weltweit gewildert, 1.175 davon allein in Südafrika, dem Land mit der bei weitem größten Nashornpopulation der Welt. Noch 2007 waren es am Kap ganze 13 Nashörner. Der Grund für den schier unfassbaren Anstieg: Mit dem Ende der Apartheid und der Integration des zuvor isolierten Landes in den Welthandel kam auch das organisierte Verbrechen ans Kap – darunter neben Drogenhändlern und Waffenschiebern auch die chinesische Triade.

Noch stehen die Dickhäuter damit zwar nicht vor der Ausrottung. Insgesamt leben in Südafrika noch immer rund 20.000 Breitmaulnashörner und fast 5.000 Spitzmaulnashörner, überwiegend im weltbekannten Krüger-Nationalpark. Doch wenn die Entwicklung so weitergeht, werden bald mehr Tiere getötet als geboren beziehungsweise auf natürliche Weise sterben. Es ist ein Kampf gegen die Zeit.

Angesichts der dramatischen Lage wird nun über einen alten Vorschlag diskutiert: Die beiden südafrikanischen Wildtierzüchter Dawie Groenewald und John Hume wollen den Handel mit Rhino-Horn gerichtlich legalisieren lassen. Nach Ansicht vieler Umweltschützer wäre aber genau dies womöglich der Todesstoß für das Nashorn. Eine neue Studie der Nabu International Naturschutzstiftung zeigt jedenfalls, dass selbst die weltweite Nashorn-Population von rund 30.000 Tieren nicht annähernd ausreichen würde, um die hohe Nachfrage nach Rhino-Horn zu decken. Das Interesse sei einfach zu hoch. „Eine Freigabe des internationalen Handels würde vielmehr dafür sorgen, dass die Nashorn-Wilderei weiter eskaliert“, befürchtet Barbara Maas, Artenschutzexpertin der NABU International Naturschutzstiftung und Autorin der Studie.

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