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Weltgeschichte Elite-Schulen auf asiatisch

New York will den Eingangstest für öffentliche Elite-Schulen abschaffen, damit mehr Schwarze und Hispanics Zugang haben. Das würde vor allem Asiaten schaden.
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Die Metropole New York ist ein Schmelztiegel vieler verschiedener Kulturen und Nationen.
Melting Pot

Die Metropole New York ist ein Schmelztiegel vieler verschiedener Kulturen und Nationen.

New YorkNew Yorks öffentliche Elite-Schulen sollen mehr aussehen wie New York. Das hat sich der New Yorker Bürgermeister Bill De Blasio vorgenommen. Er meint damit vor allem: Mehr Hispanics und mehr Schwarze sollen Zugang bekommen.

Aber damit hat der Verfechter der Multikulti-Stadt den Zorn der asiatischen Minderheiten auf sich gebracht. Mehr als die Hälfte der heutigen Schüler kommt schließlich aus chinesischen, koreanischen oder anderen asiatischen Elternhäusern.

Mit seinen acht Elite-Schulen bietet New York besonders guten Schülern eine Gratis-Ausbildung, die oft den Weg zu Stipendien für die besten Universitäten ebnet. Gerade für Einwanderer ohne finanzielle Mittel ist es eine willkommene Gelegenheit, eine gute Schulausbildung zu bekommen.

Obwohl asiatische Kinder in New York nur 16 Prozent der Schüler insgesamt ausmachen stellen sie 52 Prozent der Schüler auf den acht Elite-Schulen der Stadt. Auf der renommiertesten Schule Stuyesant sind sogar drei Viertel der Schüler asiatischer Abstammung. Sie wollen von den neuen Regeln nichts wissen.

Die asiatisch-stämmigen New Yorker sehen De Blasios Vorschlag als direkten Affront gegen ihre Gemeinschaft.
„Sie hatten kein Problem damit, als Stuyvesant ganz weiß war. Sie hatten kein Problem damit, als es ganz jüdisch war“ beschwert sich Kenneth Chiu von dem New York City Asian-American Democratic Club. „Aber auf einmal ist es nicht mehr in Ordnung“.

Einfache Gemüsehändler geben zu bedenken, dass sie ihre Kinder zwar zum Lernen mit Büchern bringen können. Aber ihre Kinder könnten nie Aufnahmegespräche absolvieren wie die Kinder aus gebildeten, amerikanischen Elternhäusern.

Bisher basiert die Aufnahme für die 5000 Plätze in insgesamt acht Elite-Schulen der Stadt auf einem speziellen 180-minütigen Eingangstest. Der Bürgermeister will stattdessen ein Mix aus Noten, Interviews und Quoten einführen.

New York ist auch heute noch ein Melting Pot oder ein Mosaik mit den vielen verschiedenen Immigrantengruppen, die hier nebeneinander leben. Aber lange waren die neuen Immigranten zumindest in den ersten Generationen noch brav am Rande der Gesellschaft. Dass einige von ihnen mit ihrer Bravour einfach die Elite-Schulen der Stadt übernehmen, das irritiert dann doch.

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