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Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Weltgeschichte Elternabend in den USA – oder wie überleben meine Kinder einen Amoklauf?

Statt sich über die Qualität des Essens zu streiten, wird man bei Elternabenden in den USA auf Amokläufer vorbereitet.
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„Shame on you“ – So wütend sind die Schüler der USA

Elternabende in Amerika sind anders als in Deutschland. Wenn ich den Klagen meiner verzweifelten Freunde über die ewigen Diskussionen um Bio-Essen oder Sitzbälle höre, werde ich manchmal neidisch. In den USA steht leider ein ganz anderes Thema auf der Tagesordnung: Wie können wir verhindern, dass unsere Kinder in der Schule von irgendeinem bewaffneten Irren erschossen werden?

Soft Lock-Down Drill, Hard Lock-down Drill, Shelter In: Das ist leider Vokabular, das wir hier schnell lernen mussten. Es handelt sich um Sicherheitsmaßnahmen, die bereits Kindergartenkinder und Grundschüler neben dem Feueralarm in regelmäßigem Abstand durchführen müssen.

In der Praxis heißt das meist: Klassentür abschließen, Kinder alle in eine Ecke – oder in Schränke – und dann mucksmäuschenstill sein, in der Hoffnung, dass der Irre draußen auf dem Flur vorbeizieht.

Nach dem Amoklauf in Florida gab es in der Schule meines Sohnes zu dem Thema Schulsicherheit eigens ein Treffen mit den Eltern. Der Schulsicherheitsbeauftragte der Stadt New York ist gekommen und erzählte uns, dass unsere Grundschule vorbildlich funktioniere und deshalb für ein Pilot-Projekt ausgewählt wurde.

Muss mich das jetzt beruhigen? Ganz überzeugt bin ich nicht.

Das Personal sei bestens für den Ernstfall bestens vorbereitet. Auf die Frage nach Details der Notfallpläne im Falle eines „School Shootings“ bleibt die Antwort vage: „Details darf ich nicht nennen. Ich weiß nicht, wer hier im Raum sitzt“, erklärt der Mann und verweist auf Florida, wo der Amokläufer die Abläufe kannte. Er hatte extra einen Alarm ausgelöst, um die Schüler ins Freie zu locken. Auch wenn der Sicherheitsbeauftragte recht hat, bleibt doch ein mulmiges Gefühl.

Das einzige was bleibt, ist darauf zu vertrauen, dass die Notfallpläne wirklich gut sind und zum Glück die Waffengesetze in dieser Stadt und im Bundesstaat New York deutlich strenger sind als in Florida.

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