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Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Weltgeschichte Grundschulverbot für Kinder ohne Sprachkenntnisse? New York hat eine andere Lösung

New Yorks Schulen haben lange Erfahrung bei der Eingliederung von Kindern, die die Landessprache nicht sprechen. Sie werden sehr intensiv gefördert.
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Rapper Common besucht die Kinder der PS111 NYC Elementary School in New York. Fremdsprachige Kinder werden hier besonders gefördert. Quelle: WireImage/Getty Images
Grundschüler in New York

Rapper Common besucht die Kinder der PS111 NYC Elementary School in New York. Fremdsprachige Kinder werden hier besonders gefördert.

(Foto: WireImage/Getty Images)

New York Mit einigem Interesse verfolge ich aus der Ferne die deutsche Diskussion über das angeblich geforderte „Grundschulverbot“ von Carsten Linnemann für Kinder ohne ausreichende Deutsch-Kenntnisse. Vielleicht hilft da mal ein Blick über den Atlantik in eine Stadt, in der täglich zig, wenn nicht hunderte Kinder mit mangelnden Sprachkenntnissen in die Schulen kommen.

Als wir vor zweieinhalb Jahren hier in New York angekommen sind und unseren Sohn mitten im Schuljahr an der öffentlichen amerikanischen Grundschule angemeldet haben, war er ein klassisches Linnemann-Kind: Er konnte nur Brocken der neuen Landessprache. Zuhause haben wir andere Sprachen gesprochen, nämlich Italienisch und Deutsch.

Was wir zu hören bekamen? „Überhaupt kein Problem! In ein paar Monaten plappert er fließend“, versicherte uns die Eltern-Beauftragte der Schule. 

Natürlich wurde er auf seine kaum vorhandenen Sprachkenntnisse getestet. Und das ist auch richtig so. Aber das diente nicht dazu, ihn auszuschließen, sondern ihn mit Sprachförderung zu unterstützen, ja fast zu bombardieren.

Er kam in die seinem Alter entsprechende Klasse mit allen anderen Kindern. Aber er wurde täglich für zwei bis drei Stunden herausgenommen, um mit anderen fünf Kindern aus Russland, Mexiko, Saudi-Arabien und anderen Ländern Englisch zu lernen. Hinzu kamen zwei mal wöchentlich zwei Stunden nachmittags spielerischer Unterricht.

Seine englischsprachigen Mitschüler wurden außerdem dazu aufgerufen, ihm zu helfen und die Dinge im Klassenraum auf Englisch zu benennen.

Und tatsächlich: Innerhalb von wenigen Monaten sprach unserer Sohn die Landessprache fast fließend und die Förderstunden wurden nach und nach reduziert. Mittlerweile ist er aus dem Förderprogramm „herausgetestet“ worden und hat hervorragende Noten.

Ohne Sprache kann man nicht lernen. Da hat Linnemann völlig recht und es ist gut, dass die Diskussion geführt wird. Aber Kinder von der Schule fernhalten hilft da nicht viel weiter. Nur wenn man – wie das New Yorker Schulsystem – bereit ist, massiv zu fördern, kann man das Problem angehen.

Nach unserer Erfahrung funktioniert es vor allem, wenn die Förderung parallel geschieht und die Schüler nicht für sämtliche Fächer in Seiteneinsteiger- oder Willlkommensklassen ausgegrenzt werden.

Kinder ohne Sprachkenntnisse kommen am Anfang zwar nicht mit. Aber dümmer als ihre Altersgenossen sind sie deshalb noch lange nicht. Wir sind dem New Yorker Schulsystem und der Public School 10 auf jeden Fall zu großem Dank verpflichtet.

Mehr: Wie amerikanische Gewerkschaften Missstände in Unternehmen anprangern

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1 Kommentar zu "Weltgeschichte: Grundschulverbot für Kinder ohne Sprachkenntnisse? New York hat eine andere Lösung"

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  • Wie immer ist die Aussage: " deutsche Diskussion über das angeblich geforderte „Grundschulverbot“ von Carsten Linnemann für Kinder ohne ausreichende Deutsch-Kenntnisse" u. "Aber dümmer als ihre Altersgenossen sind sie deshalb noch lange nicht," fake news in Reinkultur.
    Weder das eine, noch das andere hat Carsten Linnemann gefordert, oder behauptet und es ging hierbei um alle Kinder mit fehlenden Deutschkenntnissen und nicht nur um ausländische Kinder
    Was hier verschwiegen werden soll, ist, dass eine Sprachförderung parallel zum Unterricht bei über 50% von Kindern mit keinen oder mangelhaften Deutschkenntnissen nicht funktioniert. Wer holt mit den Kindern die die Sprachförderung bekommen den versäumten Regelunterricht nach? Ein paar wenige Schüler im Regelunterricht sprachlich zu integrieren mag noch klappen, aber diese Masse von Schülern die wir in den Problemstadteilen haben kommt man so nicht bei. Die Schuld der fehlenden Deutschkenntnisse der Kinder liegt nicht bei Deutschland sondern überwiegend bei den Eltern, die selber integrationsunwillig sind.
    Das Niveau in den Regelschulen sinkt dramatisch, besser verdienende und hierbei überpropotional Lehrer, schicken ihre Kinder auf Privatschulen, die werden wohl wissen was für ein Niveau hier inzwischen herrscht.
    Wer Ghettoschulen verhindern will sollte sich schnellstens um Lösungen bemühen und nicht immer nur formulieren was nicht geht, sondern sagen was geht. Nicht immer aber meistens sind die einfachsten Lösungen die Besten weil am schnellsten umsetzbar.
    Herr Carsten Linnemann hat hier mit seiner verpflichtenten Vorschule für Kinder eben kein Grundschulverbot gefordert, sondern eine Vorbereitung die allen Kindern die gleichen Startschancen ins Schulleben ermöglichen soll. Die Gegner des Vorschlags von Herr Carsten Linnemann, die Grünen, Linke, SPD, aber auch linke CDU-ler wollen hier die Zukunftschancen von tausenden von Kindern auf ihrem primitiven u. schizophrenen Altar der Antifa opfern anstatt Hilfe anzubieten.

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