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Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Weltgeschichte Wie der neue Messenger-Wahn das Leben der New Yorker beeinflusst

E-Mail und WhatsApp waren gestern. Heute muss man für die Organisation des Lebens auf den Messenger-Apps Remind, Konstella und Trooptrack dabei sein. Leichter wird's damit nicht.
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In New York brauchen Eltern mehrere Messenger-Apps, um den Schulalltag ihrer Kinder zu organisieren. Quelle: Christian Science Monitor/Getty Images
Schüler in New York

In New York brauchen Eltern mehrere Messenger-Apps, um den Schulalltag ihrer Kinder zu organisieren.

(Foto: Christian Science Monitor/Getty Images)

New York Die USA sind bekanntlich einen Schritt weiter bei der Digitalisierung. Das zeigt sich auch in der Organisation des täglichen Lebens.

Kommunizierten die Kindergarten-Eltern in Italien noch über ellenlange E-Mails und später über Winke-Winke-Zeichen in der WhatsApp-Gruppe, mussten wir uns in New York schnell auf Konstella umstellen. Eine App für Eltern und Schulen mit Diskussionsforen für Fundraising, Klassen oder Schachklub, Veranstaltungskalender und den direkten Draht zu Klassenlehrern und Schulleiterin.

Es hat eine Weile gedauert, bis wir bei Konstella durchgeblickt haben. Aber wir sind ja fortschrittsfreundlich und haben die Tücken des Systems gemeistert. Doch dann kam die nächste Überraschung: Die junge, engagierte neue Lehrerin unseres Kindes findet Konstella sperrig und veraltet und kommuniziert nur noch mit der „Remind“-App.

Die Schule bleibt aber weiterhin bei Konstella. Neben dem grünen K für Konstella leuchtet jetzt auch das Twitter-blaue-Logo mit weißer Wolke von Remind auf meinem Telefon.

Ach ja, und dann gibt es noch TroopTrack, auf dem sich die Pfadfinder organisieren – neben ihrem Slack-Kanal für die große Organisation im Hintergrund. Nicht zu vergessen natürlich auch mein Facebook-Chat, der LinkedIn-Chat, die Twitter-Nachrichten und die gute alte E-Mail. Xing habe ich schon aufgegeben.

Wenn ich wiederum mit meinen Ärzten kommunizieren will, dann geht es in die NYU-Langone-App, die meine gesundheitlichen Daten gespeichert hat und die – natürlich – auch ihren eigenen Chat hat (auch wenn die da meist nicht reinschauen).

Ich bin so gut vernetzt, dass ich mich den ganzen Tag auf den verschiedenen Chat-Kanälen beschäftigen könnte. Das nimmt eindeutig überhand. Ich habe schon erwogen, ein Start-up zu gründen, das alle diese Kanäle vereint und dank Künstlicher Intelligenz die wirklich wichtigen Mitteilungen herausfiltert.

Und ganz offensichtlich bin ich nicht die einzige, die die Segnungen der immer neuen Chats kritisch sieht: Am Wochenende hatte ein Millennials-Vater ein „Stupid Phone“ mitgebracht, das anders als Smartphones ganz ohne Apps auskommt. Eigentlich ein Handy, wie es einige von uns noch aus den Anfangszeiten des Mobilfunks kennen. Das „Stupid Phone“ war nicht etwa für seine Kinder gedacht, sondern für den Vater selbst.

Mehr: In immer mehr britischen Restaurants bleibt die Küche kalt. Eine Weltgeschichte aus London.

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