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Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Weltgeschichte Wie New Yorker dank Netflix üppige Nebenverdienste einstreichen

New York ist ein Hotspot der Filmindustrie – und die Stadt unterstützt das. Wer das passende Eigenheim hat, kann vom boomenden Geschäft profitieren.
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Insgesamt 70 Fernsehserien wurden 2018/2019 in New York gefilmt.
New Yorker Skyline

Insgesamt 70 Fernsehserien wurden 2018/2019 in New York gefilmt.

New York Wer in New York wohnt, kommt auf dem Weg zur Arbeit oder zum Shoppen häufig an Filmcrews vorbei. Ganze Straßenblocks sind dann zugeparkt mit Lastern oder umgebauten Riesen-Campmobilen, aus denen meist schwarz gekleidete Menschen Scheinwerfer, Stative und schwere Kabel für den Dreh tragen. Aus den improvisierten Zelten am Straßenrand weht einem der Duft des Caterings entgegen.

Zuletzt hatte ich das Gefühl, dass mir das immer öfter passiert – auch bei uns in Brooklyn. Und das hat das Bürgermeisteramt für Medien und Unterhaltung nun auch offiziell bestätigt.

Die Zahl der Drehs in dieser fotogenen Stadt hat zugenommen: Insgesamt 70 Fernsehserien wurden in der vergangenen Saison 2018/2019 in New York gefilmt. Das sind mehr als doppelt so viele wie 2013/2014. Hinzu kommen rund 300 Kinofilme – deren Zahl ist stabil geblieben.

Grund für die vielen neuen „Shoots“ ist zum einen die extrem filmfreundliche Politik der Stadt New York. Aber es liegt auch an den vielen Streamingdiensten, die ihre Plattformen mit Filmen und Serien füllen müssen.

Netflix etwa hat erst im April angekündigt, eine neue Produktionszentrale in New York zu eröffnen – mit großem Büro in Manhattan und einem Produktionsstudio in Brooklyn. Netflix hat in New York Serien wie „Unbreakable „Kimmy Schmidt“ und „Russian Doll“ gefilmt. Die Serie „She's Gotta Have It“ hat dem Brooklyner Viertel Fort Greene zu Berühmtheit verholfen.

Und was bedeutet das für die New Yorker? Es heißt, dass sie damit gutes Geld verdienen könne. Vorausgesetzt, sie sind schon im Besitz einer schönen Wohnung oder eines Hauses. Denn die Film- und Serienproduzenten sind auf der Suche nach immer neuen Locations.

Manchmal suchen sie ein Townhouse mit hölzerner Treppe, ein andermal ein Loft oder eine Küche, die so aussehen, als kämen sie aus den Siebzigerjahren. Dafür zahlen die Produktionsfirmen zwischen 1.500 Dollar für eine kurze Szene und 50.000 Dollar für eine ganze Episode. Das ist auch für gut situierte New Yorker ein netter Nebenverdienst.

Allerdings müssen die Hausbesitzer bereit sein, bis zu 100 Crewmitglieder in ihrem Eigentum zu haben, die ihre Bilder und Möbel verschieben oder komplett herausnehmen. Dabei werden auch viele Szenen, die eigentlich ganz woanders spielen, oft in New York gedreht. Der Grund: Wer weiter als 30 Meilen entfernt vom Columbus Circle – ein großer Platz unmittelbar am Central Park – filmt, muss in dieser gewerkschaftlich dominierten Industrie deutliche Aufschläge an die Crews zahlen. Und die Filmindustrie sitzt nun einmal in der Stadt.

Unsere bescheidene Wohnung wird sich wohl kaum als Filmset eignen – einmal ganz abgesehen davon, dass sie uns nicht gehört. Ich schaue also weiter etwas neidvoll auf die Nachbarn, vor deren Haus sich für ein Fotoshooting eine Crew von 20 Leuten inklusive Catering versammeln.

Und ich begnüge mich damit, herausgefunden zu haben, dass das Hauptquartier der „Men in Black“ nur zehn Minuten zu Fuß von unserem Büro entfernt ist, dass sich Leonardo Di Caprio in „The Wolf of Wall Street” in unserem Prospect Park mit der Tante seiner Ehefrau geküsst hat und dass Jack Nicholson in „As good as it gets“ zur „Regina Bakery“ ging, wo ich erst vor zwei Wochen einen Geburtstagskuchen gekauft habe.

Die aktuellen Serien, Filme und Shows in New York gibt die Stadt hier bekannt. Und wer nachschauen will, welche Filme wo in Manhattan gedreht wurden, wird hier fündig.

Mehr: In Spanien macht die Polizei mit Drohnen Jagd auf Verkehrssünder.

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