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Virtual Reality in Rom Quo vadis, Nero?

In Rom gehen die Denkmalschützer neue Wege, um archäologische Stätten attraktiver zu machen. Mit der 3D-Brille und Virtual Reality kann man über Neros Goldenes Haus staunen und Augustus beim Opfern eines Stiers zuschauen.
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Eine Frau mit einer Virtual-Reality-Brille im Haus von Kaiser Nero. Quelle: Reuters
Zu Besuch im Römischen Reich

Eine Frau mit einer Virtual-Reality-Brille im Haus von Kaiser Nero.

(Foto: Reuters)

RomKaiser Nero, das war der, der Rom in Brand gesteckt hat, um 64 nach Christus – unvergessen dargestellt von Peter Ustinov im Hollywood-Kolossalfilm „Quo Vadis“. Der Kaiser ließ sich nach dem Brand mitten in Rom einen riesigen Palast bauen, das Goldene Haus, die Domus Aurea. „Einige Teile des Hauses waren vollständig vergoldet und mit Gemmen und Muscheln geschmückt. In den Speisesälen gab es bewegliche Decken aus Elfenbein, durch die Blumen herabgeworfen und Parfüm versprengt werden konnte“, so beschreibt der Dichter Sueton Neros Prachthaus.

„Als Nero nach Abschluss der Bauarbeiten das Haus einweihte, zeigte er sich sehr zufrieden und sagte, dass er jetzt endlich in einem Haus wohne, das eines Menschen würdig sei“, so Sueton weiter. Was ein bisschen nach pompösen Trump-Stil klingt, ist heute eine unscheinbare Ruine, zugewachsen und feucht. Lange Jahre war die Domus Aurea nicht zu besichtigen, denn Wassereinbrüche hatten Gewölbe und Fresken zugesetzt. Denn was zu Neros Zeiten ebenerdig war, liegt seit Jahrhunderten unter der Erde. Sein Nachfolger Trajan ließ den Palast zuschütten. Wo früher ein großer See war, steht heute das Kolosseum.

Jetzt sind die Archäologen am Werk und versuchen, einen Teil herzurichten. Jedes Wochenende gibt es Führungen, bei denen man ihre Arbeit sehen kann. Man bekommt einen Baustellenhelm auf und es geht durch die feuchten, dunklen Gänge, die einst glänzende Prachtsäle waren. Doch richtig vorstellen kann man sich das nicht.

Einen Kilometer weiter, am Tiber, steht der Friedensaltar des Kaisers Augustus. Den ließ der Senat 13 vor Christus errichten, um dem Kaiser zu huldigen, der Spanien und Gallien besiegt und dem Römischen Reich eine lange Friedensperiode beschert hatte. Das Marmor-Monument ist ein Touristenmagnet, seit der US-Architekt Richard Meier ein strahlend weißes Museum um die „Ara Pacis“ bauen ließ. Doch wie sah der riesige Altar zu Zeiten des Kaisers aus und was wurde dort gemacht?

3-D-Brillen und virtuelle Realität helfen nun der Vorstellungskraft weiter. Die römischen Denkmalschützer haben Animationen geschaffen, die besser als jedes Kino sind. In der „Sala della volta dorata“, dem Saal mit der vergoldeten Wand in Neros Palast, setzt man die Brille auf und schon sind die düsteren Wände weg und man sieht die prachtvollen Räume, wie Nero sie gesehen hat. Öffnungen nach draußen, reflektierende Sonnenstrahlen an den Wänden, alles so echt inszeniert, dass man es mit Händen fassen möchte. Absolut faszinierend.

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