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Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Weltgeschichte Der „Boris-Bus“ ist eine große Enttäuschung

Die roten Doppeldecker-Busse in London sind berühmt. Boris Johnson hat vor Jahren mit viel Tamtam ein neues Modell angekündigt. Doch das war Angeberei.
11.12.2019 - 14:31 Uhr Kommentieren
Es gibt wohl kaum jemand in der Stadt, der die Fahrzeuge so selten nutzt und doch so sehr liebt wie Premierminister Boris Johnson. Quelle: Reuters
Doppeldeckerbus

Es gibt wohl kaum jemand in der Stadt, der die Fahrzeuge so selten nutzt und doch so sehr liebt wie Premierminister Boris Johnson.

(Foto: Reuters)

London Im Londoner Stadtverkehr sind sie allgegenwärtig: Die berühmten roten Doppeldecker-Busse – und es gibt wohl kaum jemanden in der Stadt, der die Fahrzeuge so selten nutzt und doch so sehr liebt wie der Premierminister Boris Johnson. Als er vor mehr als zehn Jahren für das Amt des Bürgermeisters von London kandidierte, hatte er die Renaissance der Busse zu seinem Wahlkampfversprechen gemacht. 

Als er dann im Amt war, hatte er auch tatsächlich eine Neuentwicklung der Busse in Auftrag gegeben, den „New Bus for London“, eine neue Version des traditionellen „Routemasters“: ein zweistöckiger Bus mit Hybridantrieb, mit einer Plattform hinten, die es Passagieren ermöglicht, nach Belieben ein- und auszusteigen. Zumindest theoretisch.

Aber wie so viele Projekte des aktuellen Premierministers, erweist sich auch der „Boris-Bus“ als immer weniger bombastisch als Boris Johnson es gern hätte. Zu teuer und längst nicht so gut und umweltschonend wie erwartet, urteilten Kritiker.

Schon der Start lief nicht optimal: Der Hybridantrieb versagte Medienberichten zufolge in den ersten Jahren häufig und verfehlte damit das Ziel, die Luftverschmutzung in London zu reduzieren. Zudem sorgte für Ärger, dass die Busse im Sommer zu heiß wurden, weswegen sie den Spitznamen „Roastmaster“ – also frei übersetzt „Bratröhre“ oder „Röstmeister“ – verpasst bekamen.

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    Und schon lange kann man nicht mehr während der Fahrt – in dem so oft stockenden Verkehr in der überfüllten Stadt – ein- und aussteigen. Die Schaffner, die kontrollieren sollten, wer an Bord kommt, wurden längst entlassen oder in Rente geschickt. Und ab dem kommenden Jahr soll nun auch noch der Zutritt über die mittlere Tür eingeschränkt werden, wie das Online-Magazin „The Londonist“ berichtet.

    Nicht nur Londoner ärgern sich über den Boris-Bus

    Nur noch beim Fahrer kann man dann in einen der 1000 roten Doppeldecker einsteigen – für viele Londoner eine nervige Aussicht. Das Einsteigen über mehrere Türen geht schließlich schneller, aber den Londoner Verkehrsbetrieben entgehen durch Schwarzfahrer pro Jahr mehr als vier Millionen Euro Einnahmen.

    Der Hersteller der Busse wurde deswegen beauftragt, die Fahrzeuge umzurüsten – mit entsprechenden Zusatzkosten. Das dürfte zumindest die Firma Wrightford in Nordirland freuen: Im September stand das Unternehmen vor der Pleite, bevor es von der Bamford Bus Company gekauft wurde.

    „Aber die Nachricht ist eine weitere hässliche Fußnote im Erbe des früheren Bürgermeisters Boris Johnson, der die Busse angepriesen hatte mit dem Versprechen, dass man bei der Fahrt über eine Plattform mit einem freundlichen Schaffner rein- und rausspringen kann“, kritisiert „The Londonist“.

    Aber nicht nur viele Londoner ärgern sich über den „Boris-Bus“ – auch für die landesweiten Brexit-Gegner ist das Gefährt zu einem wahrhaft roten Tuch geworden. Schließlich hatte Boris Johnson ihn für seinen Brexit-Feldzug genutzt: Die Aufschrift „Wir schicken der EU 350 Millionen Pfund pro Woche, stecken wir das Geld doch lieber in den (nationalen Gesundheitsdienst) NHS. Stimme für den Brexit“ ist mittlerweile berühmt-berüchtigt – und ebenfalls als Lüge entlarvt.

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