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Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Weltgeschichte Der neue Food-Hype in Großbritannien: die vegane Wurstrolle

Es ist nicht allein der Brexit, der die Bürger Großbritanniens entzweit. Eine vegane Wurstrolle sorgt auf der Insel für Diskussionen.
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Mit Beginn dieses Jahres gingen in den 1850 Filialen des Snackanbieters Greggs die ersten Teigrollen über die Theke – und lösten einen Hype aus. Quelle: Getty Images
Vegane Wurstrolle

Mit Beginn dieses Jahres gingen in den 1850 Filialen des Snackanbieters Greggs die ersten Teigrollen über die Theke – und lösten einen Hype aus.

(Foto: Getty Images)

London Dass es in Großbritannien nur schlechtes Essen gibt, ist ein Vorurteil, das sich seit Jahrzehnten hartnäckig hält. Zu deutlich haben Generationen an Deutschen pinkfarbene Salami auf strahlend weißen, labbrigen Toastscheiben im Gedächtnis, die sie im Sprachurlaub an der englischen Küste von ihrer Gastmutter eingepackt bekamen.

Aber die Zeiten haben sich geändert, auch dank britischer Starköche wie Gordon Ramsay, Rick Stein und natürlich Jamie Oliver. Mittlerweile kann man sogar in manchen Pubs gutes Essen bekommen.

Doch nicht jeder Brite lässt sich vom fettigen Fastfood abbringen, und weiterhin säumen Sandwich-Ketten die Straßen in jeder größeren Stadt auf der Insel. Wie stark diese die Liebe der Briten zu Sandwiches und anderen Snacks widerspiegelt, zeigt die öffentliche Aufregung um ein neues Produkt der nordenglischen Kette Greggs: ein veganes Würstchen im Blätterteigmantel.

Seit Tagen diskutieren die Briten über das Gebäck, für dessen Einführung sich sogar die Tierschutzorganisation Peta stark gemacht hatte. Jahrelang hatte Peta Stimmung für die vegane Snackrolle gemacht, rund 20.000 Menschen hatten eine von der Organisation initiierte Petition unterzeichnet

Mit Beginn dieses Jahres gingen dann in den 1850 Filialen des Snackanbieters die ersten Teigrollen über die Theke – und lösten einen Hype aus. Kein Wunder: Schätzungen zufolge leben gut 3,5 Millionen Briten mittlerweile vegan. In den Supermärkten und Restaurants wächst daher das Angebot an fleischlosen Produkten zusehends.

Aber nicht nur hungrige Veganer, sondern auch die britischen Medien stürzten sich auf das neue Produkt, alle etablierten Medien berichteten über die vegane Wurstrolle. Auf Ebay wurden sie prompt zum Verkauf angeboten.

Und einige Briten gaben Angebote ab, die mit bis zu acht Pfund (knapp neun Euro) deutlich über dem eigentlichen Verkaufspreis von einem Pfund lagen. Eine Journalistin der angesehenen britischen Zeitung „The Guardian“ berichtete von ihren Mühen, sich ein Exemplar zu beschaffen und sinnierte darüber, ob es dazu beitragen könne, die vom Brexit gespaltene Nation wieder zu vereinen.

Gewisse Querverbindungen zwischen den beiden Themen lassen sich auch nicht von der Hand weisen, auch wenn die von einigen Kommentatoren aufgegriffene angebliche Demonstration gegen das Gebäck sich als Demo für die Umsetzung des Brexits entpuppte.

Ähnlich wie der Brexit spaltet auch die vegane Wurstrolle die Gemüter. Während die Fastfood-Kette von Lieferschwierigkeiten und einer riesigen Nachfrage nach dem Gebäck berichtete, schimpften andere über den Trend.

So spuckte ein bekannter TV-Moderator bei einer öffentlichen Verkostung in seiner Sendung die Würstchenrolle wieder aus. Die Quittung: ein Shitstorm, bei dem der Moderator von verschiedenen Fastfood-Ketten süffisant auf deren vegane Produkte aufmerksam gemacht und von deren Fans beschimpft wurde. Sogar Abgeordnete aus dem Parlament mischten sich in die hitzige Diskussion ein – ganz wie beim Brexit.

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