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Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Weltgeschichte Immobilienstreit in London: Robbie Williams gegen Led Zeppelin

In Londoner Nobelvierteln streiten die Nachbarn erbittert. Besonders Popstar Robbie Williams und sein Nachbar versorgen die britischen Presse mit Schlagzeilen.
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Der Entertainer Robbie Williams will seine Villa mit einem Anbau um gut 200 Quadratmeter vergrößern. Das passt seinem Nachbarn Jimmy Page überhaupt nicht. Quelle: Imago
Robbie Williams

Der Entertainer Robbie Williams will seine Villa mit einem Anbau um gut 200 Quadratmeter vergrößern. Das passt seinem Nachbarn Jimmy Page überhaupt nicht.

(Foto: Imago)

In den Londoner Edelvierteln wie Kensington und Chelsea wohnen die Reichen und Berühmten. Unzählige Touristen haben in der Frühlingssonne am vergangenen Wochenende die Millionärsvillen bestaunt und stylische Fotos für ihren Instagram-Account gemacht.

Doch der Schein in den Straßen rund um den idyllischen Holland Park trügt: Hinter den imposanten Fassaden der denkmalgeschützten Villen in London liefern sich die Reichen und Schönen nicht selten einen wahren Krieg mit ihren Nachbarn. Besonders Popstar Robbie Williams trägt sein Möglichstes dazu bei, um die britischen Boulevard-Blätter mit Neuigkeiten über seinen Streit mit Rockstar-Legende Jimmy Page zu versorgen.

Vor rund sechs Jahren kaufte Williams seine neue Bleibe in Kensington. Und fast genauso lang liegt er mit seinem Nachbarn Jimmy Page, dem ehemaligen Gitarristen der Rockband Led Zeppelin, im Clinch. Dabei begann alles harmlos. Wie viele der neuen Immobilienbesitzer in dieser Gegend Londons wollte Williams sein neues Heim an seine Bedürfnisse anzupassen: Die dreistöckige Villa mit bislang 47 Zimmern sollte untertunnelt und mit einem Anbau um gut 200 Quadratmeter vergrößert werden.

Das Haus hatte Williams für gut 40 Millionen Euro erstanden. In den geplanten unterirdischen Neubau soll nun ein neun Meter langer Swimmingpool sowie ein privates Fitnessstudio für den 45-Jährigen und seine Familie eingebaut werden.

Ein Ansinnen, das in der Gegend keine Besonderheit ist. Die britischen Zeitungen sind voll mit Berichten über derartige „Eisberg-Villen“, deren betuchte Besitzer auf der Suche nach mehr Platz durch Londoner Bauvorschriften gezwungen sind, ihre Immobilie im wahrsten Sinn des Wortes zu untergraben.

Doch Williams Nachbar Page fürchtete wegen der durch Bauarbeiten verursachten Erschütterungen um sein eigenes Haus, eine ebenfalls denkmalgeschützte Villa aus dem Jahr 1870. Page legte Beschwerde beim Bezirksamt ein. Der Kampf ging los – und nimmt immer bizarrere Züge an.

Vor einigen Wochen erreichte die Verwaltung des Bezirks die Beschwerde eines Anwohners namens „Johnny“, wonach Williams die Musik der Rivalen von Pages Band Led Zeppelin extra laut spielen würde, wenn dieser im Garten sei, um seinen Nachbarn zu nerven. Außerdem habe sich der Popstar schon als Robert Plant verkleidet, den Frontmann von Led Zeppelin, mit einer Langhaar-Perücke und einem Kissen unter seinem Shirt, um einen Bierbauch zu imitieren.

Streitlustige Nachbarschaft

„Ihm ist ganz offensichtlich bewusst, dass das Mr. Jimmy Page aufregen würde“, schreibt „Johnny“ in der Mail, die die Zeitung „Guardian“ veröffentlichte. Das Bezirksamt prüft demnach nun die Vorwürfe – sicherlich nicht besonders enthusiastisch, denn schon vor Jahren hatte einer der Beamten geseufzt, dass sich der Streit zwischen den beiden Musikern genauso zäh gestalte wie die Brexit-Verhandlungen der Regierung.

Wie eine aktuelle Erhebung zeigt, sind die Bewohner des eigentlich kleinen Bezirks Kensington und Chelsea im Westen Londons – wo unter anderem Berühmtheiten wie die Beckhams, Madonna oder Elton John wohnen oder wohnten – besonders streitlustig: In den vergangenen drei Jahren wurden laut „Times“ fast 35.000 Beschwerden über Baulärm, laute Partys oder bellende Hunde eingereicht, während die Briten im Rest des Landes im Schnitt auf 3200 kommen.

Wer im Frieden mit seinen Nachbarn leben will, sollte vielleicht einen Umzug auf die Inseln der Äußeren Hebriden erwägen, von wo zwischen 2015 und 2017 gerade einmal 48 Beschwerden gemeldet wurden – allerdings wohnt auf den abgelegenen Inseln vor Schottlands Küste auch kaum jemand. Immerhin wäre man dort wohl von den Touristenmassen in London verschont.

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