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Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Weltgeschichte Baskische Polizisten passen nicht in die neuen Dienstwagen

Nach dem Dieselskandal orderte die Regionalregierung ein neues Modell, das für viele Ordnungshüter zu klein ist. Sie empfiehlt nun häufige Pausen mit Dehnübungen.
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Die neuen Dienstwagen sind für meisten baskischen Polizisten zu klein, weil zwischen Rück- und Vordersitz eine Trennwand eingebaut worden ist. Quelle: imago/Agencia EFE
Dienstwagen der baskischen Polizei

Die neuen Dienstwagen sind für meisten baskischen Polizisten zu klein, weil zwischen Rück- und Vordersitz eine Trennwand eingebaut worden ist.

(Foto: imago/Agencia EFE)

MadridSeit Monaten beschwert sich die baskische Polizei, die Ertzaintza, dass ihre neuen Streifenwagen zu klein sind. 150 León der VW-Tochter Seat hatte die baskische Regionalregierung für ihre Polizei bestellt. Die Hälfte davon ist für den Transport von Gefangenen vorgesehen. Deshalb haben die Autos eine eingebaute Trennwand zwischen dem Rück- und dem Fahrer- sowie Beifahrersitz.

Und genau da liegt das Problem: Die Wand verkleinert den Innenraum so sehr, dass „alle, die über 1,75 Meter groß sind, Probleme haben zu fahren“, so die baskische Polizeigewerkschaft Erne. 

Die Abteilung für Prävention und Arbeitsmedizin der Regionalregierung hat daraufhin eine ergonomische Studie zu den Wagen in Auftrag gegeben. Die bestätigt die Probleme. Die baskische Regierung hat daraufhin vor einigen Tagen fantasievolle Lösungen vorgeschlagen: Zu den technischen Ansätzen gehört, den Deckel des Handschuhfachs zu entfernen, um so zehn Zentimeter Platz für den Beifahrer zu gewinnen.

Für Staunen in ganz Spanien sorgen auch die organisatorischen Ratschläge: Die Ertzaintza sollen alle 20 bis 30 Minuten aus dem Auto aussteigen und so ihre Körperhaltung entspannen, steht darin. Zudem sollen sie regelmäßig Dehnübungen machen, um physischen Schäden durch das Fahren in den zu kleinen Dienstwagen vorzubeugen.

Die Ratschläge schafften es in die Abendnachrichten zahlreicher TV-Sender: Sie zeigten Videos von baskischen Polizisten, deren Kopf an die Autodecke stößt oder die das Lenkrad mit den Knien berühren.

Die Polizeigewerkschaft Erne hat das Problem gegenüber der Arbeitsaufsicht angeprangert und plant, den Fall vor Gericht zu bringen. „Das soll verfügen, dass die Autos mit der störenden Trennwand aus dem Verkehr genommen werden“, sagt Erne-Generalsekretär Roberto Seijo dem Handelsblatt. „So sind sie ein Risiko für Fahrer und Beifahrer, aber auch für die Sicherheit der Bürger.“

Das Problem trat überhaupt erst auf, weil die ursprünglich bestellten Dienstwagen, der etwas größere Seat Altea, einen Motor besaß, der im Zuge des VW-Dieselskandals manipuliert worden war. Die Alteas hätten eigentlich schon Ende 2015 an die baskische Polizei ausgeliefert werden sollen.

Die aber zog daraufhin den Auftrag zurück, ließ neu ausschreiben und entschied sich dann für den Seat León. „Man hätte vorher eine richtige Studie machen sollen“, sagt Seijo. „Entweder ist das nicht passiert, oder es war schlecht gemacht.“

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