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Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Weltgeschichte In Spanien macht die Polizei mit Drohnen Jagd auf Verkehrssünder

Kleine Fluggeräte filmen in Spanien Autofahrer – sogar wenn sie beim Fahren auf ihr Handy schauen oder Stoppschilder missachten. Der Strafzettel kommt prompt.
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Die Kameras der Drohnen können auch aus mehreren Hundert Metern Entfernung zum Auto scharfgestochene Filme aufnehmen. Quelle: imago images / Agencia EFE
Spanische Polizeidrohne im Einsatz

Die Kameras der Drohnen können auch aus mehreren Hundert Metern Entfernung zum Auto scharfgestochene Filme aufnehmen.

(Foto: imago images / Agencia EFE)

Madrid Über spanischen Autobahnen fliegen bereits seit einiger Zeit Drohnen, die den Verkehrsfluss kontrollieren und die Entwicklung von Staus beobachten. Seit diesem August benutzen die spanischen Verkehrswächter die Mini-Flieger aber auch dazu, die Einhaltung von Verkehrsregeln zu kontrollieren. Kein Zeitpunkt hätte sich für den Start besser geeignet als der Hauptreisemonat August.

Verkehrspolizisten steuern die Drohnen und nutzen sie vor allem auf Schnellstraßen zur Kontrolle des Fahrverhaltens. Das spanische Gesetz schreibt vor, dass der Beamte stets Sichtkontakt zur Drohne haben muss. Das bedeutet, die Fluggeräte haben eine Reichweite von rund drei bis vier Kilometern rund um den Standort des Polizisten. Der steht dabei meist in einem Feld oder auf einer Anhöhe neben der Straße. Die Kameras sind so gut, dass sie auch aus mehreren Hundert Metern Entfernung zum Auto scharfgestochene Filme aufnehmen können.

Das Knöllchen folgt dann entweder sofort – in einer nahe gelegenen Straßenkontrolle, die den betreffenden Fahrer anhält. Oder der Regelbrecher merkt erstmal nichts davon und erhält in der Woche darauf per Post seinen Strafzettel – inklusive aller Informationen zur Uhrzeit, Position und einem Foto aus dem Drohnen-Film.

„Uns geht es vor allem darum, Unachtsamkeiten der Fahrer zu entdecken“, sagt Jorge Ordas, stellvertretender Leiter des Bereichs Mobilität und Technologie bei der spanischen Generaldirektion für Verkehr (DGT), dem Handelsblatt. „Sie sind für 32 Prozent aller tödlichen Unfalle in Spanien verantwortlich.“

Geprüft werde deshalb intensiv, in wieweit Autofahrer weniger geschützte Verkehrsteilnehmer respektieren. Die Drohnen kontrollieren etwa auch, ob die Fahrer den Abstand zu Fahrrädern oder Motorrädern einhalten und bei Zebrastreifen Fußgängern den Vorrang lassen. Eine Geschwindigkeitsmessung ist bislang noch nicht möglich, dazu müssen die Fluggeräte mit Lasertechnik ausgestattet werden. Dieses Projekt hat sich die DGT für das kommende Jahr vorgenommen.

Wie die Knöllchen-Statistik in diesem August aussah, mag Ordas nicht sagen – das obliegt dem spanischen Verkehrsminister, der sie in der kommenden Woche vorstellen wird. Doch der DGT-Manager verrät, wofür die meisten Strafen verteilt wurden: für die Nutzung von Handys während der Fahrt, für fehlende Anschnallgurte, das Überfahren von durchgezogenen Linien oder das Ignorieren von Stopp-Schildern.

Eingesetzt wurden die Knöllchen-Drohnen im ganzen Land, einschließlich der spanischen Inseln. Die ersten Flüge absolvierten sie auf der Urlaubsinsel Gran Canaria. Bislang besitzt die DGT drei solcher Drohnen, 20 weitere sollen bald bestellt werden. Ihre Batterien halten 35 Minuten, dann müssen sie landen und eine neue Batterie erhalten. „Wir können sie so den ganzen Tag über einsetzen“, erklärt Ordas.

Bislang haben aus der Luft zwei Hubschrauber den Verkehr überwacht. Sie können anders als die Drohnen auch die Geschwindigkeit am Boden messen – und dann ebenfalls für Strafzettel für Raser sorgen. Die Fahrer bemerken in der Regel weder die Drohnen noch die Hubschrauber, so Ordas. Schnell das Handy weg oder kurz den Gurt anlegen, wenn sich eine Polizeistreife nähert – das ist in Spanien jetzt vorbei.

Mehr: Start-ups auf der Autobahn – So wird der Verkehr der Zukunft gestaltet.

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1 Kommentar zu "Weltgeschichte: In Spanien macht die Polizei mit Drohnen Jagd auf Verkehrssünder"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Das spanische Gesetz schreibt vor, dass der Beamte stets Sichtkontakt zur Drohne haben muss. Das bedeutet, die Fluggeräte haben eine Reichweite von rund drei bis vier Kilometern rund um den Standort des Polizisten. "

    Ich habe mir selbst eine Drohne gebaut (F550 ziemlich groß), aber auf 2km kann ich die nicht mehr sehen. Das ist völlig unrealistisch. Selbst wenn sie vor blauem Himmel fliegt.