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Weltgeschichten unserer Korrespondenten

USA Wie kleine Ladenbesitzer unter Trumps Shutdown leiden

Bei jeder Gelegenheit lobt US-Präsident Donald Trump sich und seine Verdienste um die Kleinunternehmer. Doch der Regierungsstillstand schadet ihnen besonders.
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Yael Krigman kann sich normalerweise vor Laufkundschaft kaum retten. Ihre Bäckerei „Baked by Yael“ befindet sich direkt gegenüber dem Nationalen Zoo in Washington. Doch der ist dank des Shutdowns geschlossen. Krigmans Spezialität Pandabär am Stiel wird deshalb kaum nachgefragt.
Yael Krigman

Yael Krigman kann sich normalerweise vor Laufkundschaft kaum retten. Ihre Bäckerei „Baked by Yael“ befindet sich direkt gegenüber dem Nationalen Zoo in Washington. Doch der ist dank des Shutdowns geschlossen. Krigmans Spezialität Pandabär am Stiel wird deshalb kaum nachgefragt.

Washington Normalerweise kann sich Yael Krigman vor Laufkundschaft kaum retten. Ihre Bäckerei „Baked by Yael“ befindet sich direkt gegenüber dem Nationalen Zoo in Washington. Eintritt kostet ein Streifzug durch das verwinkelte Gelände nicht, weshalb der begrünte Park mit knapp 3000 Tieren viele Touristen, Spaziergänger und Anwohner anzieht. Die wiederum nehmen gern ein Stück Gebäck mit auf die Hand.

Der Verkaufsschlager sind Krigmans „Panda-Cakepops“, kleine Küchlein am Stiel mit Pandabär-Gesichtern. Doch das neue Jahr hat für den Laden mit einer Flaute begonnen, die Straße ist wie leergefegt. Schuld ist der Shutdown, der dritte Regierungsstillstand in den USA binnen eines Jahres. Im Zuge dessen sind viele Behörden, Museen und eben auch öffentliche Einrichtungen wie der Zoo geschlossen.

Landesweit sind Hunderttausende Regierungsangestellte betroffen, und gerade in einer Stadt wie Washington, dem politischen Zentrum, macht sich das sofort bemerkbar. „Wir haben geöffnet, aber der Zoo nicht“, klagt Krigman. „Die Feiertagsausflügler sind weg, der Shutdown hält an, und viele Regierungsmitarbeiter haben Angst, gerade jetzt Geld auszugeben. Wir stellen uns auf einen katastrophalen Januar ein.“

So wie Krigman geht es vielen Kleinunternehmern. In der ganzen Stadt wurden staatliche Gebäude, Museen und Behörden dichtgemacht. Das bedeutet, dass spürbar weniger Kunden in Gaststätten und Shops strömen. Vor den mobilen Lunch-Buden, die an Plätzen wie dem Farragut Square asiatisches Essen oder Barbecue verkaufen, steht zur Mittagszeit kaum jemand an. Anfang Januar finden ohnehin wenig Konferenzen und Tagungen in Washington statt, die Touristen und Geschäftsreisende in die Stadt spülen.

Doch der Shutdown macht eine schwierige Jahreszeit noch schwieriger. „Regierungsangestellte sind für den Erfolg aller kleinen Unternehmen in unserer Region entscheidend“, sagt Krigman.

Eigentlich hat Präsident Donald Trump versprochen, auch kleine Unternehmer zu unterstützen. Und tatsächlich haben Steuersenkungen dafür gesorgt, dass es vielen „Small Businesses“ gut geht, nicht nur Großkonzerne profitieren davon.

Doch die regelmäßigen Shutdowns sorgen für Verunsicherung: bei Regierungsangestellten oder Gebäudereinigungsfirmen, die von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben, oder bei Menschen, die auf Dokumente oder Visa-Anträge warten. Manche Nationalparks vermüllen, und in Washington standen schon Hochzeitspaare vor den verschlossenen Türen des Standesamts.

Auch wenn gerade ein neu gewählter US-Kongress zusammengetreten ist, ist ein Ende des Shutdowns vorerst nicht in Sicht. Trump fordert fünf Milliarden US-Dollar für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Die Demokraten sperren sich dagegen, und Trump will wiederum keinen Haushaltsplan unterzeichnen, der keine Mittel für den Mauerbau vorsieht.

Der Kongress konnte sich seit Weihnachten nicht auf einen Haushalt verständigen. Und die Regierung darf nur das Geld ausgeben, das das Parlament bewilligt hat.

Yael Krigman will erst mal das Beste aus der Situation machen. Sie hat eine Rundmail an 17.000 Nachbarn verschickt mit der Bitte, im Januar verstärkt bei lokalen Kleinunternehmern einzukaufen. Im Zoo gegenüber schieben einige Pfleger gerade unbezahlte Schichten, damit die Tiere versorgt bleiben.

Die Helfer bekommen bei Krigman kostenlosen Kaffee, solange der Vorrat reicht. „Gratiskaffee ist keine Lösung“, sagt sie, „aber es ist eine kleine Geste, um unsere Freunde zu unterstützen.“ 

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