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Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Asien Geschäftsreise mit Hindernissen: Wie sein Handy einen Manager in Indien in Nöte brachte

Merkwürdige Gesetze können Geschäftsreisen nach Asien ziemlich abenteuerlich machen. Jetzt brachte ein Satellitentelefon einen Daimler-Manager in Bedrängnis.
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Für Ausländer sind einige Gesetze in den asiatischen Ländern unverständlich. Quelle: Bloomberg
Flughafenpolizei in Indien

Für Ausländer sind einige Gesetze in den asiatischen Ländern unverständlich.

(Foto: Bloomberg)

Bangkok Diese Geschäftsreise nach Indien wird der Daimler-Manager Jochen B. wohl nicht so schnell vergessen – dabei hätte sie nur einen Tag dauern sollen. Am vergangenen Donnerstag landete er in der südindischen Stadt Chennai für eine Unternehmensveranstaltung. Am Freitag sollte er bereits auf die Philippinen weiterreisen.

Doch am Flughafen machten ihm Beamte einen Strich durch die Rechnung: Der Grund war das Telefon, das der Manager mit sich trug.

Was dem Flughafenpersonal aufgefallen war, war kein gewöhnliches Handy, sondern ein Satellitentelefon, das der Daimler-Mann im Handgepäck hatte. Manager tragen solche Geräte mit sich herum, um auch in Krisensituationen eine Kommunikationsmöglichkeit zu haben. Doch in diesem Fall löste das Telefon keine Probleme – es machte selbst welche.

Denn Indien gehört zu den wenigen Ländern, in denen Satellitentelefone fast ausnahmslos illegal sind. Die Sicherheitskräfte am Flughafen Chennai nahmen die Regel ernst: Sie hinderten den Daimler-Manager an der Ausreise und übergaben ihn der Polizei.

Der Fall zeigt, dass Asiens ungewöhnliche Vorschriften durchaus zu realen Problemen führen können. Einen Mangel an seltsamen Regeln gibt es in der Region jedenfalls nicht: Singapur ist fast schon berühmt für sein Importverbot für Kaugummi, das im schlimmsten Fall zu einer Gefängnisstrafe führen kann.

In Myanmar droht für Buddha-Tattoos die Abschiebung – wegen der Verletzung religiöser Gefühle. Und in Thailand verbieten Glücksspielregelungen den Besitz von mehr als zwei Packungen an Spielkarten – im vergangenen Jahr wurden Touristen in der Strandstadt Pattaya deswegen festgenommen.

Schutzkleidung gilt als Kriegswaffe

Auch wenn es darum geht, wie im Fall von Satellitentelefonen, Krisenvorsorge zu betreiben, kann man mit dem Gesetz in Konflikt kommen: In Thailands politischen Unruhen des vergangenen Jahrzehnts gab es immer wieder Auseinandersetzungen in Bangkok, bei denen Schusswaffen eingesetzt wurden. Für solche Fälle eine schusssichere Weste aufzubewahren ist allerdings verboten.

Die Schutzkleidung gilt aus Sicht der Behörden nämlich als Kriegswaffe, für die eine spezielle Genehmigung notwendig ist. Vor allem Journalisten, die nach Einsätzen in Krisengebieten mit einer solchen Ausrüstung nach Bangkok kommen, werden deshalb immer wieder festgenommen.

Wie auch im Fall der Satellitentelefone in Indien sehen die Behörden darin eine Maßnahme, um die innere Sicherheit zu stärken. Schließlich sind Schutzwesten auch für Kriminelle oder Terroristen praktisch, die einen Angriff planen. Ähnlich argumentiert Indien im Fall der Satellitentelefone: In einem Rundschreiben teilten die Behörden mit, dass diese Geräte von Staatsfeinden genutzt werden könnten und daher eine ernste Gefahr darstellten – schließlich sind Satellitentelefone schwieriger zu überwachen als normale Handys.

Daimler teilt auf Handelsblatt-Anfrage mit, dass der betroffene Mitarbeiter von der Regel jedoch einfach nichts wusste. Laut indischen Medienberichten war es seine erste Reise auf den Subkontinent. Er soll sich bei den Behörden darüber beklagt haben, dass auch am Flughafen keine Hinweistafeln angebracht seien, die ein solches Verbot kenntlich machen.

Dem Daimler-Manager hätte allerdings ein Blick auf die Reisehinweise des Auswärtigen Amts geholfen. Dort ist die Warnung eindeutig: „Der Besitz und die Nutzung von Satellitentelefonen sind in Indien verboten und werden strafrechtlich geahndet.“

Am Ende kam der Daimler-Manager jedoch offenbar glimpflich davon. Nach dem erst verhängten Ausreiseverbot, das während der Ermittlungen gelten sollte, teilte die Flughafenpolizei dem Deutschen laut indischen Medien schließlich mit, dass er am Abend des darauffolgenden Tages Indien doch verlassen dürfe. Dafür musste er jedoch eine schriftliche Erklärung über den Vorfall abgeben. Das Satellitentelefon durfte er auf die Philippinen-Reise nicht mitnehmen. Es wurde von den Indern beschlagnahmt.

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