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Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Österreich Das menschliche Trüffelschwein vom Neusiedler See

Zwischen Wien und Neusiedler See gedeiht der Knollenpilz besonders. Der Ort Göttlesbrunn lockt die Feinschmecker mit einem eigenen Trüffelmarkt an.
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Die begehrten Trüffel gibt es vor allem im französischen Perigord, im italienischen Piemont und im kroatischen Istrien. Aber der Edelpilz wächst auch in Österreich - in guter Qualität. Quelle: imago/allOver
Schwarze Trüffel

Die begehrten Trüffel gibt es vor allem im französischen Perigord, im italienischen Piemont und im kroatischen Istrien. Aber der Edelpilz wächst auch in Österreich - in guter Qualität.

(Foto: imago/allOver)

GöttlesbrunnWer von Trüffel schwärmt, denkt an das italienische Piemont, das französische Perigord oder das kroatischen Istrien. Denn von den dortigen Feinschmeckerregionen werden die Knollenpilze in in feine Restaurants auf der ganzen Welt geliefert. Weitgehend unbekannt ist: Auch in Österreich wachsen Trüffel - und das sogar in exzellenter Qualität.

Eines der Zentren ist das Leithagebirge, eine malerische, wenig besuchte Hügelkette zwischen Wien und Neusiedler See. Der Boden der Laubwälder und das milde pannonische Klima unweit der Grenze zu Ungarn sind ideal für den Trüffel. Der österreichische Koch Johannes Jungwirth verhilft dem österreichischen Trüffel nun zu einer Renaissance.

Mittlerweile zum fünften Mal lädt der gebürtige Wiener im Winzerort Göttlesbrunn, dem Zentrum der österreichischen Weinregion Carnuntum, zu Österreichs einzigem Trüffelmarkt ein. Dort setzt Jungwirth an zwei Wochenenden (26. bis 28. Oktober/3. bis 4. November) dem Edelpilz sozusagen ein kulinarisches Denkmal.

„Ich mag Gerichte, wo der Trüffel der Star ist, wie Ei oder Pasta“, sagt der Pilzexperte dem Handelsblatt. Er ist dabei in der Küche kreativ. „Wir machen sogar selbst einen eigenen Trüffelleberkäse.“ Der „leidenschaftliche Trüffelsucher“ wie sich der Gastronom selbst bezeichnet, betreibt in der für seinen Rotweintraube Zweigelt bekannte Weinbaugemeinde – nur eine Viertelstunde mit dem Auto vom Wiener Flughafen – nicht nur das feine Gasthaus „Der Jungwirt“, sondern zur Trüffelzeit auch eine urige Scheune am Dorfrand.

Dort können die Besucher im „Trüffel-Stadl“ selbst hergestellte, mit Trüffel verfeinerte Saucen, Pasta und Risotto erwerben. Natürlich werden auch die Knollenpilze selbst verkauft – zum Kochen daheim. Rund tausend Besucher zieht das Trüffelevent jedes Jahr an. Mehr kann der Wirt trotz der Hilfe seines Sohnes am Herd und seiner Tochter im Verkauf auch gar nicht bewältigen. In Wien gilt der „Trüffel-Stadl“ als Geheimtipp im Herbst.

Doch der Klimawandel hinterlässt auch beim begehrten Edelpilz seine Spuren. In diesem Sommer hat es in Österreich außergewöhnlich wenig geregnet. „Wegen der Trockenheit ist die Ernte aus Leithagebirge heuer bescheiden“, sagt der 48-Jährige Koch. Mit in Ungarn speziell ausgebildeten Spürhunden wird die begehrte Knolle zwischen Donau und Neusiedler See aufgespürt.

Die Preise für das Kilo schwarzer Sommertrüffel aus dem Leithagebirge bewegen sich laut Jungwirth zwischen 600 und 700 Euro. Das ist entschieden preiswerter als für den weißen Trüffel aus dem mediterranen Ausland. Für die berühmte Konkurrenz aus Istrien muss der Gourmet zwischen 2.400 und 3.800 Euro zahlen. Das Grenzgebiet zwischen den Bundesländern Niederösterreich und Burgenland ist übrigens nicht die einzige Region mit einem größeren Trüffelvorkommen. Auch in der südlichen Steiermark oder Kärnten gedeihen die aromatischen Feinschmeckerpilze traditionell prächtig.

Auch außerhalb des Trüffelmarktes stehen beim „Jungwirt“ österreichische Trüffel auf der Speisekarte. Zu seinen Trüffelgerichten, die in der Saison natürlich auch in seinem Gasthaus serviert werden, empfiehlt der in der österreichischen Hauptstadt bekannte Koch übrigens Chardonnay, Weißburgunder und leichte Rotweine – natürlich aus dem Carnuntum.

Infos unter: derjungwirt.at oder dertrueffelmarkt.at   

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