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Glücksspiel in Kambodscha Die Poker-Zocker von Phnom Penh

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Je mehr Alkohol fließt, desto höher werden die Einsätze

Halbseidene Halunken tummeln sich aber nicht im Red Fox: Es sind junge Burschen aus der ganzen Welt, die irgendwann ihr Faible für Zahlen und Wahrscheinlichkeiten entdeckten. Vielleicht hätten sie Programmierer werden können, vielleicht hätten sie Raumschiffe gebaut oder einen Super-Computer. Aber als sie herausfanden, dass sie auch mit Poker irgendwie überleben können, war es um sie geschehen. Jetzt sitzen sie in Südostasien, trinken Bier und spielen Karten.

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Da ist ein stiller Typ aus der Ukraine, der den ganzen Abend nur Milch trinkt und nur einmal alles setzt, alles verliert. Der Australier, der eigentlich im Norden Thailands wohnt, und jedes zweite Wochenende zum zocken nach Phnom Penh fliegt. Der Finne, der einmal aussteigt, dann aber mit einem großen Schnaps zurückkommt und mit 300 Dollar wieder einsteigt. Die Karten mischt und verteilt eine junge Kambodschanerin, die fleißig mitspielt und mehrere hundert Dollar verliert, aber an anderen Tagen solche Summen wohl wieder zurückgewinnt. Denn wie der Finne später versichert, verdiene sie mit dem Dealen selbst nur ein paar Dollar am Tag.

Die meisten von ihnen kennen sich, sie leben in Phnom Penh oder kommen immer wieder hier her: Das Red Fox ist so etwas wie der Rückzugsort der Zocker. Das eigentliche Geld verdienen sie in größeren Etablissements wie dem „Riverking“, einem abgewohnten Hotel, das ebenfalls einen Pokersaal bereit hält. Dort wimmelt es von „Fischen”, wie sie sagen, und auf die haben sie es abgesehen: asiatische Tycoons, denen es nichts ausmacht, wenn sie mal ein paar Tausend US-Dollar am Abend verlieren. „Es ist leichter, hier mit Poker Geld zu verdienen als im Internet”, sagt Andrew. Klar, manchmal laufe es auch weniger gut. Zum Beispiel, wenn die zwei Franzosen da sind, die nie etwas sagen, aber immer gewinnen.

Im Red Fox spielen sie nur zum Entspannen. Je mehr Alkohol fließt, desto höher werden auch hier die Einsätze. Anschließend ziehen die Jungs noch weiter durch die Bars, so wie jeden Abend eben. „Ich habe vielleicht 500.000 US-Dollar verdient”, sagt Andrew. „Aber ich hatte nie mehr als 20.000 US-Dollar auf dem Konto.”

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