Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Weltgeschichte Thailands Hundebesitzer zahlen 10.000 Euro für Bellos Seelenreise

Reiche Thailänder geben viel Geld für ihre Haustiere aus – sogar nach dem Tod. Immer mehr Tempel bieten opulente Beerdigungszeremonien für die Tiere an.
Kommentieren
Drei Tempel in Bangkok haben sich bereits auf die Einäscherung von Haustieren spezialisiert. Quelle: dpa
Tempel in Thailand

Drei Tempel in Bangkok haben sich bereits auf die Einäscherung von Haustieren spezialisiert.

(Foto: dpa)

BangkokDer „Pao Po“-Tempel im Nordosten Thailands ist eine Mischung aus Kloster und Tierheim. Abt Phra Trairat versorgt hier 43 Hunde, die das Schicksal von ihren Herrchen trennte. Phra Trairat kümmert sich nicht nur um das aktuelle Wohlbefinden der Tiere. Er sorgt sich auch um jene Leben ihrer Hundeseelen, die noch folgen werden.

Diese Woche hat Phra Trairat die Öffentlichkeit um Spenden für ein besonderes Projekt gebeten: ein Hunde-Krematorium. Erstens, so führt er an, werde der Platz auf dem Hundefriedhof langsam eng. Zweitens will er nicht nur die Hunde des Tempels verabschieden. Der Service der rituellen Hundebestattung soll allen Haltern offenstehen – gegen eine Zahlung.

Phra Trairat übernimmt damit eine Idee, die unter den oft sehr geschäftstüchtigen Äbten Thailands immer beliebter wird. Drei Tempel in Bangkok haben sich bereits auf die Einäscherung von Haustieren spezialisiert. Ein Vorreiter ist der „Wat Krathum Suea Pla“-Tempel im Osten Bangkoks, nicht weit vom Flughafen Suvarnabhumi entfernt.

Vor allem wohlbetuchte Thailänder sind bereit, ihre Hunde, Katzen und Zierfische prunkvoll bestatten zu lassen. Gebete von Mönchen und zahlreiche Opfergaben sollen die Chancen darauf erhöhen, dass das Tier in einer höheren Lebensform wiedergeboren wird. Die Besitzer lassen sich das einiges kosten.

Die Basisbestattung startet bei rund 75 Euro, vorausgesetzt, das Tier wiegt weniger als 20 Kilo. Teuer wird es durch die zahlreichen Extras: Die Hinterbliebenen können beispielweise Sarg, Opfergaben, Dekoration und die Anzahl der an der Zeremonie beteiligten Mönche bestimmen. Im „Wat Krathum Suea Pla“-Tempel gab es schon eine Bestattungszeremonie zum Preis von rund 10.000 Euro. Das Programm beinhaltete unter anderem eine Wagenkolonne.

Schon vor ihrer Bestattung genießen viele Haustiere in Bangkok einen extravaganten Lebensstil. Während Zehntausende Straßenköter auf den Straßen der Hauptstadt dahinvegetieren, schwelgen die Tiere reicher Thais in Luxus: Sie bekommen Markentextilien umgeschnallt, damit sie in den kalten Einkaufszentren nicht frieren. Und sind sie krank, dann nächtigt Herrchen im Tier-Krankenhaus direkt neben ihnen – gerne auch im VIP-Raum. Gelegentlich gönnt man sich einen neuen Look beim Tierfriseur.

Sterben die Tiere, ist mit der Einäscherung noch nicht Schluss: Jeden Monat streuen mehr als hundert Hinterbliebene die Asche ihrer Lieblinge bei einer organisierten Bootstour in den durch Bangkok fließenden Chao-Phraya-Fluss.

Thailand ist dabei nicht das einzige Land in Asien, das sich um die künftigen Leben der Hunde und Katzen kümmert. Auch in Japan ist es mittlerweile üblich, sich von Haustieren mit einer Zeremonie zu verabschieden. Dort werden auch Roboter-Hunde in Tempeln rituell bestattet. Die Nachfrage ist zuletzt stark angestiegen − Sony bietet seinen Reparaturservice für den Roboter-Hund Aibo schon nicht mehr an.

Brexit 2019
Startseite

Mehr zu: Weltgeschichte - Thailands Hundebesitzer zahlen 10.000 Euro für Bellos Seelenreise

0 Kommentare zu "Weltgeschichte: Thailands Hundebesitzer zahlen 10.000 Euro für Bellos Seelenreise"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.