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Großbritannien Das aufblasbare Trump-Baby geht auf Welttournee

Das aufblasbare Trump-Baby war die Galionsfigur der Londoner Proteste gegen Donald Trump. Nun soll der Ballon dem Präsidenten um die Welt folgen.
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Symbolbild oder Comedy? Trump als Baby-Ballon in London

LondonIn Helsinki ist Donald Trump noch verschont geblieben. Beim Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin musste der US-Präsident am heutigen Montag nicht fürchten, von einem Riesenbaby am Himmel überschattet zu werden. Die Aktivisten haben es nicht rechtzeitig geschafft, den Ballon in Stellung zu bringen.

Künftig dürfte sich das ändern: Das aufblasbare Trump-Baby aus London soll auf Welttournee geschickt werden. Wo immer gegen Trump protestiert wird, soll der sechs Meter hohe Ballon als Erkennungszeichen mitfliegen. „Wir haben Anfragen aus den USA, Mexiko, Kanada, Australien“, sagt Kevin Smith. Er ist einer von 18 Aktivisten, die am Einsatz in London beteiligt waren. „Es sind so viele, wir müssen jetzt erst mal einen Plan machen“.

In London hatten am vergangenen Freitag 250.000 Menschen gegen den US-Präsidenten demonstriert. Direkt vor dem Parlament schwebte die Galionsfigur der Proteste: ein überdimensioniertes, in eine Windel gewickeltes Baby mit Trumps Gesicht und einem Smartphone in der Hand. Die Aktivisten, die den Ballon mit 16 Schnüren dirigierten, trugen rote Overalls mit dem Schriftzug „Trump-Babysitter“. Am Wochenende flog das Trump-Baby dann auch in Edinburgh, wo 10.000 Menschen gegen Trumps Aufenthalt in seinem Golfhotel in Schottland auf die Straße gingen.

In den sozialen Medien wurde das Trump-Baby umgehend zum viralen Hit, und auch die traditionellen Medien kamen an dem Hingucker nicht vorbei. Konservative Kommentatoren kritisierten, dass man einen Gast so nicht behandele, und schon gar nicht einen US-Präsidenten. Doch die meisten verstanden den Ballon als Beispiel des anarchischen britischen Humors.

Der Erfolg soll nun fortgesetzt und sogar ausgebaut werden. Im US-Bundesstaat New Jersey hat Didier Jimenez-Castro eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um Geld für ein zweites Trump-Baby zu sammeln. Bis zum heutigen Montag waren schon mehr als 6000 Pfund eingegangen. Er habe den Ballon bei den Londoner Protesten in den Fernsehnachrichten gesehen und mit anderen Aktivisten beschlossen, dass man auch einen brauche, schreibt Jimenez auf seiner GoFundMe-Seite. Als Erstes wolle man an Trumps Golfplatz in Bedminster in New Jersey protestieren. Dort spielt der Präsident regelmäßig Golf.

Unter @babytrumptour haben die US-Aktivisten für das Projekt ein Twitter-Konto eingerichtet. Die Anti-Trump-Bewegung „Resistance“ werde eine Tour durch das Land planen, twitterten sie. Der Ballon werde in vier Wochen in den USA sein. „Schlagt euren Standort vor, wenn ihr dabei sein wollt“, heißt es.

Ballon sei ein „treffendes Symbol für Trumps aufgeblasenes Ego“

Auch das originale Trump-Baby soll weiter zum Einsatz kommen. Für den Australien-Besuch des US-Präsidenten im November sei es bereits fest gebucht: „Wir müssen uns jetzt um die Logistik kümmern“, sagt Smith. Der Transport ist relativ einfach: Die Ballonhülle passt Smith zufolge in eine normale Reisetasche. Die Hauptprobleme seien der Umgang mit dem Helium und das sichere Handling der Schnüre in einem Demonstrationszug. In London habe man Unterstützung vom Hersteller Imagine Inflatables aus Leicestershire bekommen.

Der Hype um ihr Baby hat die Londoner Aktivisten nach eigenen Angaben überrascht. Den Erfolg erklärt sich Smith damit, dass das Design schön und leicht verständlich sei. „Die Leute verstehen auf Anhieb, worum es geht“, sagt er. Der Ballon sei ein treffendes Symbol für Trumps aufgeblasenes Ego. In den kommenden Tagen will die Gruppe auch ein offizielles Design veröffentlichen, das auf T-Shirts und andere Merchandising-Artikel gedruckt werden kann. Für nicht-kommerzielle Zwecke soll das Design kostenlos genutzt werden können. Am Freitag in London hatten einige Leute bereits bedruckte T-Shirts verkauft.

Trump selbst hat den Ballon in London nicht gesehen, weil alle seine Termine außerhalb der Stadt waren. Als eifrigem Medienkonsumenten entgingen ihm die Bilder jedoch nicht. „Wenn Sie mir mit Ballons das Gefühl geben wollen, nicht willkommen zu sein, gibt es keinen Grund für mich, nach London zu gehen“, hatte er der „Sun“ gesagt.

Die Aktivisten fühlten sich durch die Reaktion bestätigt. Trump sei bekannt dafür, dünnhäutig zu sein, sagt Jimenez. „Wir müssen ihn weiter reizen“.

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