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Welthandelsorganisation Drei Frauen, fünf Männer, kein EU-Kandidat: Diese Bewerber gibt es für die Spitze der WTO

Die Welthandelsorganisation steckt in der Krise. Der neue Chef oder die neue Chefin muss deshalb ein diplomatisches Meisterstück vollbringen.
09.07.2020 - 20:38 Uhr Kommentieren
Die Organisation ist auf der Suche nach einem neuen Vorsitz. Quelle: Reuters
WTO

Die Organisation ist auf der Suche nach einem neuen Vorsitz.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf, London Es sind Kandidaten mit zum Teil beeindruckenden Karrieren, die sich zur Wahl stellen, um die Welthandelsorganisation (WTO) zurück zu Geltung und Einfluss zu führen. Die Nigerianerin Ngozi Okonjo-Iweala zum Beispiel. Entwicklungsökonomin mit jahrzehntelanger Erfahrung bei der Weltbank, ehemalige Finanz- und Außenministerin ihres Landes, Boardmitglied bei Twitter, der Standard Chartered Bank und der Impfallianz Gavi.

Die 66-Jährige, der eine Favoritenrolle eingeräumt wird, stellt fest, dass die Welthandelsorganisation derzeit durch „eine harte Zeit“ geht. Dennoch glaube sie an die positive Kraft von Handel für Entwicklung – und wolle deshalb mit den 164 WTO-Mitgliedern die Organisation reformieren.

Die WTO ist 72 Jahre nach der Gründung des GATT-Handelsabkommens, aus dem sie hervorgegangen ist, kein Gestalter mehr in globalen Handelsfragen. Das liegt an US-Präsident Donald Trump, der die Organisation blockiert, aber auch an den großen Interessenkonflikten weltweit, die nur noch bilaterale Handelsabkommen ermöglicht haben, und zuletzt an den lähmenden Strukturen der WTO selbst.

Einer der insgesamt acht Nominierten für den Posten des Generaldirektors wird die schwierige Aufgabe haben, die WTO wieder ins Spiel zu bringen.

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    Brexit-Verfechter kandidiert

    Der 66-Jährigen wird eine Favoritenrolle bei dem Posten eingeräumt. Quelle: Reuters
    Ngozi Okonjo-Iweala

    Der 66-Jährigen wird eine Favoritenrolle bei dem Posten eingeräumt.

    (Foto: Reuters)

    Neben Okonjo-Iweala kandidieren aus Afrika die kenianische Kulturministerin Amina Mohamed und der ägyptische Handelsexperte Abdel-Hamid Mamdouh. Die Sympathie unter den Mitgliedern scheint groß, erstmals einen Kandidaten aus Afrika an die Spitze der Welthandelsorganisation zu positionieren.

    Zudem sind die Chancen der weiblichen Kandidaten hoch. Die dritte weibliche Kandidatin ist die südkoreanische Handelsministerin Yoo Myung Hee, die viele bilaterale und regionale Handelsabkommen ihres Landes mitverhandelt hat.

    Der 58-Jährige sei „der ideale Kandidat“, lobte ihn der britische Premierminister Johnson. Quelle: AFP
    Liam Fox

    Der 58-Jährige sei „der ideale Kandidat“, lobte ihn der britische Premierminister Johnson.

    (Foto: AFP)

    Großbritannien stellte in letzter Minute Liam Fox auf, den ehemaligen Handelsminister, den Premier Boris Johnson bei seiner Kabinettsumbildung vor einem Jahr aus der Regierung beförderte. Fox blieb loyal – und das zahlt sich nun offenbar aus.

    Der 58-Jährige sei „der ideale Kandidat“, lobte ihn Johnson. Er sei „ein leidenschaftlicher Verfechter des Multilateralismus“ und bringe aus seiner Zeit als britischer Kabinettsminister detaillierte Kenntnisse über das globale Handelssystem mit.

    Fox werden gute Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und besonders zu Trump nachgesagt. Als Verfechter eines kompromisslosen Brexits blickt er schon lange auf die WTO.

    Kein Kandidat aus der EU

    90 Prozent des globalen Wachstums fänden in den kommenden zehn bis 15 Jahren schließlich außerhalb Europas statt, sagte er. Als Favorit für den Posten des WTO-Generaldirektors gilt er aber auch wegen seiner China-kritischen Haltung nicht.

    Die 27 EU-Staaten nominierten keinen Kandidaten, nachdem EU-Handelskommissar Phil Hogan aus Irland, über dessen Nominierung spekuliert worden war, doch lieber auf seinem jetzigen Posten geblieben war.

    Saudi-Arabien hat Mohammed Al Tuwaijri aufgestellt, einen anerkannten Reformer. Er war von 2016 bis März Wirtschafts- und Planungsminister des Königreichs und leitete tief greifende Veränderungen der Wirtschaft ein, die den Beitrag des Privatsektors zum Bruttoinlandsprodukt von derzeit 40 Prozent auf 65 Prozent erhöhen sollen.

    Vor seiner Berufung in die Regierung war Al Tuwaijri CEO von JP Morgan Saudi-Arabien und CEO der HSBC Bank Middle East and North Africa. Das Öl-Königreich rechnet sich für seine Kandidatur Chancen aus, weil seine Präsidentschaft der G20-Gruppe durch die Coronakrise kaum zum Tragen kommt. Da wäre der WTO-Chefposten eine willkommene Kompensation.

    Den weiteren Bewerbern – dem mexikanischen Staatssekretär Jesus Seade Kuri und Tudor Ulianovschi, Ex-Außenminister der Republik Moldau – werden keine großen Chancen zugerechnet, den eher glücklosen Brasilianer Roberto Azevedo abzulösen. Doch die aussichtsreichsten Kandidaten werden sich erst in den kommenden Wochen abzeichnen.

    Mehr: Protektionismus und Handelskriege, diese wohlstandszersetzenden Übel, dominieren die Agenda des Welthandels, meint Handelsblatt-Autor Jan Dirk Herbermann.

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