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Weltklimakonferenz in Marrakesch 48 Länder wollen auf Kohle, Öl und Gas verzichten

48 Staaten möchten ihre Energieversorgung komplett auf erneuerbare Energien umstellen. Die meisten der Länder, die die Initiative unterzeichnet haben, gehören zur Koalition besonders betroffener Länder.
18.11.2016 Update: 18.11.2016 - 18:16 Uhr 3 Kommentare

Deswegen fordern Klimaforscher radikale CO2-Einsparungen

Marrakesch Zum Ende der Weltklimakonferenz in Marrakesch haben Dutzende arme Staaten den Abschied von Kohle, Öl und Gas angekündigt. Insgesamt 48 Länder wollen so schnell wie möglich in der heimischen Energieerzeugung ganz auf erneuerbare Quellen wie Wind und Sonne umschwenken. Die Unterzeichner verpflichteten sich dazu am Freitag mit einer gemeinsamen Erklärung, der „Marrakesch-Vision“. In den eigentlichen Verhandlungen, die am späten Nachmittag noch andauerten, rangen Klimadiplomaten derweil um letzte Details. Erwartet wurden Gespräche bis weit in den Abend.

Die Konferenz sollte die Umsetzung des historischen Paris-Abkommens auf den Weg bringen. Umstritten waren etwa Vorentscheidungen zur Zukunft des so genannten Anpassungsfonds. Er soll armen Ländern helfen, sich auf Folgen der teils schon unvermeidlichen Erderwärmung einzustellen. Wichtig ist er vor allem Entwicklungsländern, die besonders unter Dürren, Stürmen oder Sturmfluten leiden.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks zeigte sich bereits am Nachmittag zufrieden. Das Gipfeltreffen habe „geliefert und unsere Erwartungen erfüllt“, sagte die SPD-Politikerin. Es habe gezeigt, dass die Entwicklung zu einer klimafreundlichen Welt nicht mehr zu stoppen sei.

Nicht nur das Engagement der Staaten, sondern auch von Städten, Regionen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft mache das jährliche Treffen der Klimadiplomaten „mehr und mehr zu einer konkreten Tatenkonferenz“, sagte Hendricks.

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    Michael Müller, Bundesvorsitzender der Naturfreunde Deutschland, war weniger zuversichtlich. Viele Fragen seien nach dem Spitzentreffen weiter offen. „Die Rollen wichtiger Akteure sind unklarer denn je. Wie geht es unter Donald Trump in den USA, immerhin der zweitgrößte Emittent von Treibhausgasen, weiter?“, fragte er. Der künftige US-Präsident hatte im Wahlkampf unter anderem einen Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen ins Spiel gebracht.

    Zwei-Grad-Ziel derzeit kaum erreichbar
    Pariser Klimaziele kaum erreichbar
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    Die Pariser Klimaziele scheinen derzeit kaum erreichbar zu sein. Das geht aus einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) hervor, der am Donnerstag in London vorgestellt wurde – einen Tag, bevor das Pariser Klimaabkommen in Kraft tritt.

    (Foto: dpa)
    Klimagipfel Paris 2015
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    Über 190 Staaten hatten sich beim Pariser Klimagipfel im Dezember 2015 dazu verpflichtet, die globale Erwärmung auf „deutlich unter zwei Grad“ oder besser noch auf 1,5 Grad zu begrenzen.

    (Foto: AFP)
    Emissions Gap Report 2016
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    Um die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf maximal zwei Grad zu begrenzen, müsste der für 2030 erwartete Ausstoß von Treibhausgasen ungefähr um ein Viertel verringert werden, heißt es jetzt im Emissions Gap Report 2016 der Unep.

    (Foto: dpa)
    Unep-Direktor Erik Solheim
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    Die Bemühungen um eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen müssten also dringend drastisch erhöht werden. „Die Wissenschaft zeigt, dass wir uns schneller bewegen müssen“, so Unep-Direktor Erik Solheim.

    (Foto: AP)
    Bis zu 56 Gigatonnen Kohlenstoffdioxid
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    Dem Bericht zufolge steuert die Welt auf einen Ausstoß von Treibhausgasen mit einem Erwärmungspotenzial von 54 bis 56 Gigatonnen Kohlenstoffdioxid im Jahr 2030 zu. Notwendig wäre aber eine Reduzierung auf 42 Gigatonnen, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen.

    (Foto: dpa)
    Zunehmende Trockenheit
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    Solheim warnte vor „vermeidbaren menschlichen Tragödien“ in Form von Dürre, Hunger, Krankheiten und Konflikten als Folge der Klimaerwärmung.

    (Foto: dpa)
    Solarkraftanlage in Indien
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    China, der EU und Indien wird in dem Bericht bescheinigt, auf einem guten Wege zu sein, ihre bisherigen Versprechungen von früheren Konferenzen bis 2020 einzuhalten.

    (Foto: dpa)

    Viel Zuspruch von Umweltschützern gab es aber für die Initiative der Entwicklungsländer zum Abschied von fossilen Brennstoffen. Die meisten der Unterzeichnerstaaten gehören zur Koalition jener Länder, die besonders von der Erderwärmung betroffen sind („Climate Vulnerable Forum“, CVF). Die 48 Länder stoßen derzeit nach Angaben von Greenpeace gemeinsam so viel Treibhausgase aus wie Russland, der fünftgrößte CO2-Produzent der Welt. Sie wollen die heimische Energieerzeugung komplett auf erneuerbare Quellen umstellen.

    Kritik an Deutschland kam von Martin Kaiser, Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland: „Es ist ein Armutszeugnis, dass Deutschland beim Kohleausstieg inzwischen von immer mehr Ländern überholt wird. Die Bundesregierung darf diese wichtige Entscheidung nicht länger verschleppen, sie muss jetzt einen sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohle bis spätestens 2030 umsetzen.“

    Um den deutschen Plan war lange gerungen worden. Deutschland will demnach seinen Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent reduzieren - ein verbindliches Klimaschutzgesetz ist der Plan aber nicht. Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth von der deutschen Delegation in Marrakesch betonte hingegen, der Kohleausstieg komme auch in Deutschland: „Dass wir das am Ende machen, daran kann doch überhaupt kein Zweifel bestehen. Und vielleicht müssen wir das ein bisschen schneller machen, als der eine oder andere denkt.“

    • dpa
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    Mehr zu: Weltklimakonferenz in Marrakesch - 48 Länder wollen auf Kohle, Öl und Gas verzichten
    3 Kommentare zu "Weltklimakonferenz in Marrakesch: 48 Länder wollen auf Kohle, Öl und Gas verzichten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

      @ Herr Hoffmann

      ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
      Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

      Aber immer gerne, dafür gebe ich und Herr von Horn uns richtig Mühe.
      Nicht einfach den ganzen Tag zu allen Artikeln Kommentare zu schreiben.
      Da muss man schon einen breit aufgestellten Sachverstand haben. Danke

    • Was nutzt es, wenn alle Familienmitglieder die Toilette benutzen, bis auf einen, der seine Notdurft partout im Wohnzimmer verrichten will?

    • Nachtrag zu folgender Aussage in meinem Kommentar zu HBO-Artikel http://www.handelsblatt.com/technik/energie-umwelt/kampf-gegen-den-klimawandel/kampf-gegen-den-klimawandel-trumps-sieg-schuert-sorge-um-weltklimavertrag/14817422.html: „Die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenhangs zwischen häufigeren Extremwetterlagen wie Starkregen und globalem Temperatur- und C0²-Emissionenanstieg ist im letzten Teil folgender "Quarks&Co."- Sendung von gestern anschaulich dargestellt“:

      Wie ich zwischenzeitlich erfahren habe, ist wenigstens der Anstieg des CO²-Ausstoßes gestoppt. Immerhin. Allerdings muss er nicht nur gestoppt, sondern drastisch gesenkt werden.

      Zumal der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur unvermindert fortschreitet:
      http://www.wetter.de/cms/2016-wird-wohl-das-waermste-jahr-seit-beginn-der-wetteraufzeichnungen-4036417.html,
      http://www.unric.org/de/uno-schlagzeilen/27878-klimawandel-2016-heissestes-jahr-seit-beginn-der-wetteraufzeichnungen-,
      http://www.iwr.de/news.php?id=32363,
      http://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimawandel/klimawandel_node.html,
      http://www.bild.de/news/inland/klimawandel/auch-der-november-viel-zu-mild-wird-2016-das-waermste-jahr-ueberhaupt-48779722,view=amp.bild.html,
      http://www.wiwo.de/technologie/umwelt/erderwaermung-wo-wirkt-sich-der-klimawandel-heute-schon-aus/8055512-5.html (usw. usf.),
      wodurch die Gefahr besteht, dass große Mengen des bislang im Permafrost gebundenen Methans in die Erdatmosphäre gelangen.

      Für die, die’s interessiert, hier mehr zum Thema „Klimawandel“:

      http://www.aljazeera.com/indepth/features/2016/11/climate-change-pictures-161116111611915.html
      http://www.aljazeera.com/indepth/features/2016/11/affected-climate-change-161116124158680.html
      http://www.aljazeera.com/indepth/opinion/2016/11/africa-tackle-climate-change-161116140527915.html
      http://www.aljazeera.com/indepth/inpictures/2016/07/surviving-climate-change-bangladesh-160702110256889.html
      http://interactive.aljazeera.com/aje/2016/lungs-of-the-earth/index.html

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