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Recep Tayyip Erdogan

Erdogan bei einer Wahlkampfveranstaltung in Istanbul am Dienstag.

(Foto: AP)

Weltkriegs-Vergleich Erdogan löst mit Äußerungen zu Christchurch-Anschlag diplomatischen Eklat aus

Der Präsident nutzt die australische Nationalität des mutmaßlichen Täters zu Wahlkampfzwecken. Australien bestellt nun den türkischen Botschafter ein.
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DüsseldorfDer Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland mit 50 Todesopfern sorgt für diplomatische Verstimmungen zwischen Australien und der Türkei. Australien bestellte am Mittwoch den türkischen Botschafter ein. Auslöser sind Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu dem Anschlag.

Bei einem Wahlkampfauftritt anlässlich der türkischen Kommunalwahlen, die am 31. März stattfindet, hatte Erdogan am Wochenende und am Montag den Anschlag als Angriff auf den Islam und auf die Türkei verurteilt. Dabei beließ er es jedoch nicht. Bei den Kundgebungen zeigte er Ausschnitte aus den Videoaufnahmen des mutmaßlichen Christchurch-Schützen. Der Festgenommene ist australischer Staatsangehöriger.

Erdogan drohte, jeder Australier, der mit anti-muslimischen Gesinnungen in die Türkei komme, werde im Sarg zurückgeschickt „wie ihre Großväter“ während der Schlacht von Gallipoli. Während des Ersten Weltkriegs hatten 1915 und 1916 auch australische Soldaten gegen das Osmanische Reich gekämpft.

Erdogan forderte die Todesstrafe für den Täter. „Wenn Neuseeland ihn nicht zur Rechenschaft zieht, werden wir dies tun – auf die eine andere Weise“, erklärte Erdogan und löste damit den diplomatischen Streit aus.

Australiens Premierminister Scott Morrison wirft Erdogan vor, australische und neuseeländische Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind, „hochgradig beleidigt“ zu haben. Er weigerte sich auch, eine Entschuldigung anzunehmen. Wenn Erdogan seine Äußerungen nicht zurücknehme, seien „alle Optionen auf dem Tisch“, erkläre Morrison.

Neuseelands Außenminister Winston Peters kündigte an, dass er in die Türkei reisen wolle – um Erdogan zu treffen und mit dessen Aussagen zu konfrontieren. „Er geht dorthin, um die Dinge richtigzustellen, von Angesicht zu Angesicht“, erklärte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern.

Erdogan beeindruckt die Kritik jedoch wenig. Am Dienstag legte er sogar nach. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Eregli zeigte Erdogan erneut Teile des Videos des Terrorangriffs. Medienberichten zufolge kritisierte er Australien und Neuseeland für die Entsendung von Soldaten in die Schlacht von Gallipoli während des Ersten Weltkrieges. Die neuseeländische Regierung rief er dazu auf, seine Gesetze zu ändern, um sicherzustellen, dass der Angreifer von Christchurch ernsthaft bestraft werde.

Auch in der Türkei wird Erdogan für sein Verhalten kritisiert. HP-Vize-Fraktionschef Altay sagte, es sei „sehr falsch“, Teile des Videos zu zeigen. „So etwas zu einem innenpolitischen Mittel zu machen, schickt sich nicht und schadet sowohl seinem Ansehen als auch dem der Türkei.“

Mit Agenturmaterial

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