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Weltpremiere Historischer Papstbesuch am Golf

Als erster Pontifex überhaupt reist Franziskus auf die arabische Halbinsel. Im Zentrum seines historischen Besuchs steht der Dialog zwischen Christen und Moslems.
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Noch nie zuvor war ein Katholiken-Oberhaupt zu Besuch auf der Arabischen Halbinsel. Quelle: Reuters
Papst Franziskus

Noch nie zuvor war ein Katholiken-Oberhaupt zu Besuch auf der Arabischen Halbinsel.

(Foto: Reuters)

BerlinSo nah ist ein Papst noch nie den heiligen Stätten des Islam gekommen. Zwar reist das Oberhaupt der katholischen Kirche nicht nach Mekka und Medina, doch am Sonntag kommt mit Franziskus erstmals ein Pontifex auf die arabische Halbinsel. Während Mekka noch immer für Christen verboten ist, reist der Papst quasi als Weltpremiere in die islamischen Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Dort trifft Franziskus am Montag den Kronprinzen, Scheich Mohammed bin Zayed, zu interreligiösen Gesprächen.

Dies wird „ganz sicher ein Schritt nach vorn für die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und der moslemischen Welt werden“, sagt Bischof Paul Hinder. Der Schweizer leitet das katholische Vikariat Südarabien, das die VAE, Oman und den im Bürgerkrieg umkämpften Jemen umfasst. Bistümer gibt es auf der konservativen arabischen Halbinsel nicht.

Das Christentum wird an der Wiege des Islam, den heiligen Stätten des Propheten Mohammed, immer bedeutender. Allein in den VAE leben fast eine Million Christen, auf der gesamten arabischen Halbinsel geschätzt über drei Millionen. Dies sind meistens Expats aus Europa, Australien oder Amerika und Gastarbeiter aus afrikanischen und asiatischen Ländern wie den Philippinen, einer früheren spanischen Kolonie, heute mit Ost-Timor der einzige Staat Asiens mit katholischer Bevölkerungsmehrheit.

Höhepunkt des Papstbesuchs soll eine Messe im Zayed-Stadion von Abu Dhabi am 5. Februar werden, zu der 135.000 Menschen aus den VAE und den Nachbarländern erwartet werden. Dies wäre eine der größten Einzelveranstaltungen, die jemals in den VAE stattfanden. Daneben spielt der inner-religiöse Dialog die Hauptrolle, der sich die Führung der Emirate seit einiger Zeit verschrieben hat.

Neben dem Papst und dem Kronprinzen sowie Würdenträgern aus der Region wird auch „mein Bruder und lieber Freund Ahmed Al Tayeb, Großimam von Al Azhar“ am Dialog der Menschlichen Brüderlichkeit im Hauptemirat Abu Dhabi teilnehmen – der Vorsteher von der Kairoer Al-Azhar-Universität, die viele Sunniten für die höchste religiöse Instanz halten.

Franziskus kennt ihn bereits von seinem Besuch in Ägypten im April 2017. Neben dem Nil-Staat hatte der argentinische Papst zuvor auch mehrheitlich islamische Länder wie die Türkei, Palästina, Jordanien und Aserbaidschan besucht, auf seinem Programm für dieses Jahr steht noch Marokko.

In den VAE gibt es insgesamt 76 Kirchen, neun davon katholische. Die erste war 1965 eröffnet worden als schlichter Betonbau. Zuletzt hatte der Kronprinz der VAE 2017 eine der bedeutendsten Moscheen des Landes nach Maria, der Mutter von Jesus Christus, umbenannt. Im Dezember 2018 ist mit dem Emirati Hussain Al Jassmi erstmals ein Araber beim jährlichen Weihnachtskonzert des Vatikans aufgetreten.

Vor seiner Abreise lobte Papst Franziskus die VAE als ein „Land, das danach strebt, ein Modell für Koexistenz, menschliche Brüderlichkeit und Begegnung von Glauben und Zivilisation zu sein“. Die Emirate seien ein Staat, „in dem so viele Menschen einen sicheren Ort zum Leben und Arbeiten mit Freiheit finden, der Unterschiede respektiert“. Bei seinen bisherigen Reisen in moslemische Länder hatte Franziskus stets für ein tolerantes Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen geworben. Religiöse Freiheit sei ein „fundamentales Menschenrecht“.

Als Anlass der jetzt beginnenden Papst-Reise gilt, dass der Namensgeber des heutigen Pontifex, Franz von Assisi, sich vor 800 Jahren am Rande der Kreuzzüge mit dem Sultan von Ägypten getroffen hatte. Der von den Katholiken als Heiliger anerkannte und auch von Lutheranern verehrte Ordensgründer predigte 1219 an der Nil-Mündung im Lager des muslimischen Heeres vor dem Sultan Al-Kamil.

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