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Weltreise Chris radelte 3 Jahre lang durch die Welt. Und zahlte weniger als 4.000 Euro.

Chris und Sara waren mit dem Fahrrad auf Weltreise. Ihre Route führte sie durch 20 Länder, die Kosten blieben unter 4.000 Euro. Ihre Erfahrungen: unbezahlbar.
  • Anne-Lena Leidenberger
11.10.2018 - 17:08 Uhr Kommentieren
Weltreise: Chris und Rad
Weltreise

Chris und sein Rad: rollt bei ihm! (Foto: privat)

Dieser Artikel ist am 11. Oktober 2018 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

„Ich war ziemlich planlos“, erinnert sich Chris lachend. „Was ich sicher wusste: Das wird eine längere Geschichte.“ Seine hellblonden, langen Haare hat der Freiburger zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Es war im Jahr 2015, als Chris gerade sein Masterstudium in Chemie und VWL abgeschlossen hatte. Die Entscheidung stand – Chris wollte die Welt bereisen.

Weltreise mit dem Fahrrad: 3 Jahre, 20 Länder, 4.000 Euro Kosten

„Eigentlich plante ich, per Anhalter umherzufahren“, erzählt er. „Dann habe ich einen Typen getroffen, der mit dem Fahrrad von Deutschland nach China gefahren ist und war inspiriert“. Gesagt, getan: Über zwei Ecken kaufte er ein gebrauchtes Fahrrad und radelte, gemeinsam mit einem Bekannten, zuerst 200 Kilometer von Freiburg nach Ulm.

Danach ging es für ihn allein weiter, in einem halben Jahr zunächst durch Österreich, Slowenien und Ungarn, weiter über Serbien, Bulgarien bis nach Rumänien. „Ich hatte keine Karte und kein Navigationsgerät. Meine Orientierung war der Osten – da, wo die Sonne aufgeht.“

Grundlegend veränderte sich Chris‘ Reise in Griechenland – aus einer Couchsurfing-Übernachtungsanfrage entwickelte sich eine Beziehung mit der Holländerin Sara, die ihn von da an auf seiner Radtour begleitete „60 bis 70 Prozent des Geldes haben wir in Essen investiert“, erinnert sich Chris.

Fahrrad-Weltreise: Zwei Regeln für geringe Kosten

In drei Jahren Weltreise hat er mit einem Gesamtbudget von 4.000 Euro nur rund 1.000 Euro mehr ausgegeben als ein durchschnittlicher deutscher Haushalt pro Monat. „Zwei Regeln gab es auf unserer Reise“, erklärt der Freiburger. „Esse nur eine Kugel Eis pro Tag und bezahle niemals für einen Schlafplatz. Mit Regel Nummer eins waren wir nie so strikt.“

Den Großteil der Tour haben Chris und Sara komplett mit dem Rad zurückgelegt und konnten sich somit auch das Geld für Transportmittel sparen. „Ich glaube, jeder könnte das mit dem Rad schaffen“, ist sich Chris sicher. Sportlich sei er zwar immer gewesen, jedoch kein Profiathlet. Die Bedingungen für das Fahrradfahren waren nicht überall günstig. „In Nepal sind die Straßen eng und staubig und die Lkw-Fahrer fahren eng an dir vorbei“.

Nur zwei Rucksäcke Gepäck aber unzählige gemeinsame Erinnerungen: Die erste warme Dusche nach mehreren Monaten in Georgien und das Campen bei eiskalten Temperaturen in Armenien sind nur einige davon. Zu touristisch sollte es für Chris und Sara nicht werden, so verschlug es sie in einige der außergewöhnlichsten Ecken der Welt. Nicht nur die Kultur war von Land zu Land unterschiedlich, sondern auch die Preise. Hier folgt ein kleiner Preischeck über einige Stationen auf Chris‘ Reise.

Route für die Weltreise mit dem Fahrrad: Von Deutschland bis nach Myanmar

„In Europa war das Leben und Reisen allgemein am teuersten“, sagt Chris. Sein Spartipp: Arbeit suchen über die Plattform Workaway. Er schaffte auf dem Bauernhof und half mit beim Bau eines Solardachs und bei der Fruchternte. Chris und Sara haben auf ihrer Reise viele Jobs gehabt und dafür im Austausch kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten und Mahlzeiten bekommen.

„Im Iran sind die Eintrittspreise und Touristenattraktionen sehr teuer“, erinnert sich der Freiburger.
Geld spart man aber, weil die Menschen unglaublich gastfreundlich seien. Die beiden konnten im Iran immer Gastgeber über die Plattform Couchsurfing finden oder einfach wildcampen. Aber: „Die Polizei ist im Iran sehr misstrauisch. Wir wurden ständig scheinbar willkürlich kontrolliert.“ Auch beim Campen sollte man auf Warnschilder achten. „Unser Zelt war irgendwann nachts von Wölfen umzingelt.“

In Myanmar dagegen ist das Campen und Couchsurfing verboten. „Wir mussten dort insgesamt vier Mal für ein Hotel bezahlen“, erzählt Chris. Der Vorteil des südostasiatischen Landes: „Man bekommt für unter einen Euro das geilste Essen überhaupt.“

Chris hat einen Blog über die Weltreise mit dem Fahrrad geschrieben

So unterschiedlich wie die Länder und deren Preise, waren auch die Erlebnisse der beiden Reisenden. In Sri Lanka wurden die beiden im Schlaf überfallen und beinahe ausgeraubt, beim Wandern in Nepal mussten sie ihre Schuhe mit Nadel und Faden zusammenflicken und in Indien wurden sie von den Menschenmengen am Straßenrand bejubelt, wie bei der Tour de France. „Eine der besten Erfahrungen war aber eine zehntägige Schweigemeditation in Sri Lanka. Das verändert dich“, erinnert sich Chris.

Das Ende der Reise hatte Chris genauso wenig durchgeplant wie die Reise selbst. „So richtig in Deutschland angekommen bin ich jetzt auch noch nicht“, gesteht er. Auch die Heimreise habe sich damals spontan ergeben, als die beiden günstige Flüge von Myanmar nach Deutschland entdeckt haben. „Wir hätten noch weiterreisen können und hatten auch noch viel Geld übrig.“

Sorgen, dass sich die Reise negativ auf seinen Lebenslauf auswirken könnte, hat Chris nicht. Er habe sich gerade für eine Stelle in der Forschungsabteilung eines Unternehmens beworben. „Durch die Reise konnte ich viel über Belastbarkeit und kreatives Denken  lernen“, ist sich der Freiburger sicher. Durch eine solche Reise wachse man unglaublich. Die schönsten und schwierigsten Momente hat Chris in seinem Blog festgehalten.

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