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Weltwasserforum Forderung nach Grundrecht auf Wasser verpufft

Das IV. Weltwasserforum in Mexiko-Stadt hat den freien Zugang zum Wasser nicht als Grundrecht der Menschheit festgelegt. Das Treffen von Ministern aus über 120 Staaten ging am Mittwoch lediglich mit einem Appell zu Ende, die Bedeutung des Wassers für eine nachhaltige Entwicklung der Welt anzuerkennen.
Unesco-Generalsekretär Koichiro Matsuura bei seiner Rede auf dem Weltwassertag. Foto: AP

Unesco-Generalsekretär Koichiro Matsuura bei seiner Rede auf dem Weltwassertag. Foto: AP

HB MEXIKO-STADT. Die Minister vermieden damit in ihrer Abschlusserklärung ausdrücklich, der Grundrechtsforderung nachzugeben. Bolivien verbreitete bei der Konferenz eine alternative Erklärung, in der das Wasser und die Wasserwirtschaft als ein „souveränes Recht“ eines jeden Landes bezeichnet wird.

„Die Minister bestätigen die entscheidende Bedeutung des Wassers, vor allem des Süßwassers, für alle Aspekte der nachhaltigen Entwicklung, einschließlich der Beendigung von Armut und Hunger“, heißt es in dem Text, über den die Runde seit Dienstag getritten hatte. Sie unterstrichen zudem, an dem bereits vor drei Jahren in Kyoto formulierten Ziel festzuhalten, die Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, bis 2015 zu halbieren.

Das seit dem vergangenen Donnerstag in Mexiko-Stadt tagende Weltwasserforum wurde vor allem von der Frage bestimmt, ob Wasser ein Wirtschaftsgut oder ob der Zugang zu der Ressource ein Grundrecht sei. Bolivien und Venezuela hatten bereits am Wochenende damit gedroht, die Ministererklärung nicht zu unterzeichnen, wenn dort nicht eindeutig festgeschrieben sei, dass der Zugang zu sauberem Wasser ein Menschenrecht sei.

In zahlreichen Diskussionsrunden hatten die rund 13 000 Politiker, Wissenschaftler und Fachleute aus allen Teilen der Welt ein düsteres Bild von der Lage rund um die Versorgung der Weltbevölkerung mit Wasser gezeichnet. Allein für Süd- und Südostasien seien Investitionen von 60 Milliarden US-Dollar (49,7 Milliarden Euro) erforderlich, hieß es in einem Thesenpapier des Forums. Für Afrika wurde ein Betrag von 20 Milliarden US-Dollar genannt.

Der Chef des UN-Umweltprogramms UNEP, Klaus Töpfer, rief zu einer sinnvolleren und sparsameren Nutzung der Wasservorräte auf. Im rbb-Inforadio sagte Töpfer, auch in Europa seien Klimaveränderungen und damit eine veränderte Verfügbarkeit von Wasser zu spüren. Die Wüstenbildung im Süden Europas nehme zu. Deshalb seien „neue Techniken zum Wassersparen dringend notwendig und zudem ein großartiges Exportprodukt“, sagte Töpfer.

Der in Marseille beheimatete Weltwasserrat organisiert alle drei Jahre ein internationales Forum zum Thema Wasser. Die Foren, bei denen Politiker, Experten und Wissenschaftler nach Lösungen für die sich zuspitzenden Probleme der Wasserversorgung suchen, gelten derzeit als die wichtigsten Veranstaltungen zum Thema.

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