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Weltwirtschaft Den Schwellenländern geht die Puste aus

China, Brasilien, Russland und Indien waren lange Zeit die Shootingstars der Weltwirtschaft. Doch nun schwächeln die erfolgsverwöhnten Schwellenländer. Das hat Folgen – auch für Deutschland.
20 Kommentare
Millionen Menschen feierten an der Copacabana den Besuch des Papstes. Quelle: ap

Millionen Menschen feierten an der Copacabana den Besuch des Papstes.

(Foto: ap)

Plötzlich ist sie wieder da, die südamerikanische Lebensfreude. Beim umjubelten Besuch von Papst Franziskus zeigten die Brasilianer jüngst, wie begeisterungsfähig sie sind. Für viele war der Besuch des Oberhaupts der katholischen Kirche ein willkommener Ausbruch aus dem tristen Alltag. Denn der ist seit geraumer Zeit von einer schwächelnden Wirtschaft, hoher Inflation, steigender Arbeitslosigkeit und lautstarken Protesten gegen kleptokratische Politiker geprägt.
Nicht nur in Brasilien, auch in China, Indien und Russland stehen die Zeichen auf Abschwung. Rund zehn Jahre nachdem die US-Bank Goldman Sachs aus den Anfangsbuchstaben von Brasilien, Russland, Indien und China das Kürzel BRIC bastelte und diesen Ländern eine glanzvolle Zukunft prophezeite, scheint der Traum vom ewigen Wachstum ausgeträumt. Der Weltwirtschaft und der exportorientierten deutschen Wirtschaft, die auf die Zugkraft der Schwellenländer setzen, stehen härtere Zeiten bevor.

Dabei hatten die BRIC-Staaten die hochgesteckten Erwartungen jahrelang durchaus erfüllt. Ihre Volkswirtschaften wuchsen teilweise mit zweistelligen Raten. Investoren, die ihr Geld dort anlegten, haben prächtig verdient – und mit ihnen die Fondsmanager der Banken.
Lag der BRIC-Anteil an der globalen Wirtschaftsleistung, um Kaufkraftunterschiede bereinigt, zu Beginn des Jahrtausends noch bei rund 16 Prozent, so sind es mittlerweile mehr als 26 Prozent. Das ist vor allem China zu verdanken. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat ihren Anteil an der globalen Wirtschaftsleistung seit dem Jahr 2000 von 7 auf knapp 16 Prozent erhöht. Wachstumsraten von über zehn Prozent fachten den Rohstoffhunger des Riesenreiches mächtig an. Das bescherte Brasilien und Russland, den Rohstofflieferanten unter den BRIC-Staaten, Exportrekorde und hohe Wachstumsraten. Auch die deutschen Unternehmen, die auf die Herstellung von Maschinen, Anlagen und Autos fokussiert sind, profitierten vom Superwachstum in China. Es half ihnen, die Durststrecke durch den Einbruch der Wirtschaft in Europa und den USA nach der Lehman-Pleite zu überwinden.

Nun aber droht das Wachstumswunder der BRIC zu Ende zu gehen. Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im zweiten Quartal dieses Jahres nur noch um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. In Brasilien ist die Wirtschaft im vergangenen Jahr nur um 0,9 Prozent gewachsen, 2013 dürften es allenfalls 2,5 Prozent werden, schätzen die Ökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Das ist nur noch ein Drittel des Wachstumstempos aus dem Jahr 2010. Indiens Wachstum dürfte sich gegenüber 2010 halbieren, das Gleiche gilt für Russland. „Die länger andauernde Wachstumsverlangsamung in den Schwellenländern ist ein neues Risiko für die Weltwirtschaft“, warnt der IWF.

Dass den großen Schwellenländern die Luft ausgeht, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass „die Wachstumsmodelle, die die BRIC-Staaten in den vergangenen Jahren so erfolgreich gemacht haben, nicht mehr funktionieren“, erklärt Joachim Fels, Chefökonom der US-Bank Morgan Stanley. In China gefährden die steigenden Lohnkosten und die Aufwertung der Währung die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Daher versucht die Regierung das bisherige export- und investitionsgetriebene Wachstumsmodell des Landes umzumodeln. Höherwertige Produkte, mehr Dienstleistungen und eine stärkere Binnennachfrage sollen Chinas Wirtschaft den Weg in die Zukunft weisen. Ob das planwirtschaftliche Experiment gelingt, steht in den Sternen. Paul de Grauwe, Ökonom an der London School of Economics, fürchtet, dass sich das Wachstum Chinas mittelfristig auf fünf Prozent abschwächt.
Für die anderen Schwellenländer wäre das eine Zäsur. Schon jetzt spüren Brasilien und Russland die schwächere Nachfrage aus Fernost. Verschärft wird ihre Misere durch den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit – eine Folge der kräftigen Lohnsteigerungen in den vergangenen Jahren. Indiens Wirtschaft leidet noch immer unter einem Übermaß an Bürokratie und einem Mangel an Infrastruktur.

Druck der Finanzmärkte
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20 Kommentare zu "Weltwirtschaft: Den Schwellenländern geht die Puste aus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.



  • Betrachte ich isoliert nur das Industriepotential Brasiliens, zeigt schon der Vergleich mit dem so reichen EURO-Staat Griechenland Ad-Absurdum-HB-Betrachtungsweisen auf.

    Hiesige Stammparteiforistentruppe bläst wie immer mit dicken Backen die Tranflöte.

  • O-Ton Handelsblatt
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    Irans neuer Präsident Ruhani steht vor einem Scherbenhaufen
    ------------------------

    Selten so einen Blödsinn gehört.

    Präsident Ruhani präsidiert über einen Land dem es gelungen ist sich der US-Hegemonie zu entziehen.

    ...

    Und das wissen auch die Deutschen.

    Genau deshalb gibt es zu diesem Artikel beim Handelsblatt keine Kommentarfunktion.

  • @Freidenker: Ihre Aussagen werden nicht aussagekräftiger mit mehreren Ausrufezeichen und Biglettern. Haben Sie ihren Betreuer schon konsultiert für ihre Abendtabletten um wirklich FREI zu sein - statt andere Informationen zu übernehmen. Denn freies Denken inkludiert eigene mentale Prozesse.

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte werden Sie nicht persönlich. Halten Sie sich an unsere Forenregeln: www.handelsblatt.com/netiquette +++

  • AfD , AfD schon wieder,

    nach eigenen Aussagen gehen die AfD in den Wahlkampf nicht unter 3 Mio €.

    Ja wo kommt denn die Kohle her?

    Frei nach dem Motto, machen wirs den andern nach,
    uneigennützige Spender gesucht.
    Wo bitte ist der Unterschied zu den Altparteien?

    Mir gruselt schon.




  • @Freidenker

    Sicher Wahlen in D haben selten etwas zum Positiven bewegt. Revolutionäre Mutationen lassen sich nur durch "die Strasse" etablieren. Nur die Bürgerliche Mitte ist zufrieden u. satt, weil langmütig und bequem. Wer was erreichen will muss gehen. Nie mehr werde ich mehr als gefühlte 30% für den Staat aufwenden. Deswegen bin ich Auslaender - soll heissen lange Zeit aus D emigriert.

    Allerdings den politischen Ansatz der AfD teile ich, weil er im Kern konservativ,liberal u. vernünftig ist. Die bessere Alternative zu CDU oder FDP. Die etablierten Parteien/Beamten (identisch) ziehen mit der leeren Phrase von Gerechtigkeit dem Steuerbürger das Geld aus der Tasche und in die eigene. Das ist kein vernünftiger Staat und hat keine Perspektive.

  • Vom Wunschtraum "ewigen Wachsens" werden sich manche Politiker verabschieden müssen.Die Zeit von Kontinuität und Konfliktfreiheit ist schon lange zu Ende gegangen!Ganz im Gegenteil heftigste Schwankungken in den Wirtschaftshochburgen der Welt zeigen spürbar den Grad von Verunsicherung und Skepsis.Und das in allen Alterschichten bringen Bürger ihren Unmut an Korrupten Seilschaften und Überbordenen Staatswesen.Gerade in unserem eigen Land sehe ich Altersarmut Wohnungslosigkeit Leiharbeit und "Korrupten Parteien"(Lobbyvertreter) die lieber ihr eigenes Süppchen kochen als ihren Bürgerverpflichtungen nachzugehen.

  • Die AfD wirds auch nicht richten! Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten!!

    Dazu passt auch das Video hier...

    http://www.youtube.com/watch?v=Oo0FZN7xRp8

  • Nun, mir ist prägnant aufgefallen im Artikel der Ausdruck bezogen auf Brasilien: "kleptokratische Politiker".

    Was unterscheidet hierin Deutschland von Brasilien? Die Staats- und Steuerquote in D sind derart, das real von einer Herrschaft der Plünderer gesprochen werden kann. Nur handelt es sich nicht um Rohstoffe sondern schlimmer um Steuersubstrat. Die Deutschen werden damit um die Früchte ihrer Arbeit gebracht.

    Somit wird, wenn die Exportquote sinkt die Binnenfrage sicher keine Stütze der Wirtschaft sein. Was sicher bürgerliche Existenzen kosten wird. Gut Beamte sind hiervon nicht betroffen u. werden weiter konsumieren. Beruhigend.

    Weiter so Fr. Dr. Merkel: Alternativlos wird permanent der Soli abgeführt und die Kalte Progression/EKst. ignoriert.
    Schade nur das Fr. Dr. Merkel und ihre Block CDU so beliebt ist und die AfD laut staatlicher Wahlprognose unter 2% liegen wird. Aber wie in einer Kleptokratie üblich sollte hier der Presse und den Instituten kein Vertrauen gegeben werden. Am Wahltag wird der etablierten Politik die Rechnung präsentiert.


  • @andreas

    ...Wirtschaftsvorteile, Wissenschaftsvorsprung, Strukturwandel... SPD/Grünen Ali Baba-Sprüche....

    Träumen Sie weiter mit unausgegorenen Werten.

    Der Strukturwandel hin zur "deutschen marktbeherrschenden Solarproduktion Deutschlands" war ja das volle "CDU-SPD-Gruenen-Erfolgserlebnis", ich empfehle Ihnen und ihrer entrueckten Partei sich mal mit deutschen Maschinenbauunternehmern und deren mittelfristige Perspektive zu unterhalten (Verlust Marktanteile durch asiatische Maschinenbauunternehmen weltweit ).

    Wir verlieren in kommenden Jahren rasant gute Arbeitsplätze.
    Gesamtberlin kapiert dies bedauerlicherweise nicht.
    Stehen halt nicht im "Betriebsstoff".
    Aber täglich dumme Satzbausteinsprüchlein absondern, eine sichere politische Bank fürs noch dumme Volk .

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