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Weltwirtschaft G20 gibt noch keine Entwarnung

Die 20 größten Industrie-und Schwellenländer (G20) trauen den jüngsten Indizien für eine nachhaltige Erholung der Weltwirtschaft noch nicht und wollen daher an ihren teuren Stimulusprogrammen festhalten. Beim umstrittenen Thema Bankerboni einigte sich die G20 indes auf einen Kompromiss.
Will an den Hilfsprogrammen festhalten: Der Präsident der Europäischen Zentralbank Claude Trichet. Quelle: ap

Will an den Hilfsprogrammen festhalten: Der Präsident der Europäischen Zentralbank Claude Trichet.

(Foto: ap)

LONDON. „Es sind sich alle darüber im Klaren, dass wir anfangen müssen, Ausstiegsstrategien zu entwickeln, aber es ist auch klar, dass es noch zu früh ist, diese Strategien umzusetzen“, sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) nach dem Treffen mit seinen Amtskollegen in London.

Viele Teilnehmer fürchteten, dass die wirtschaftliche Lage noch nicht stabil genug sei und dass auf ein bis zwei ermutigende Quartale ein Rückschlag folgen könne, hieß es in Verhandlungskreisen. Deshalb will die G20 an den weltweit fünf Billionen Dollar schweren Konjunkturhilfen festhalten, bis die Erholung nach der schwersten Rezession der Nachkriegszeit weltweit gesichert ist. Ein späterer Ausstieg aus der Krisenpolitik soll eng zwischen den G20-Ländern koordiniert werden.

Vor allem bei der Frage, wie schnell und wie weit die Fiskalprogramme der einzelnen Staaten abgebaut werden sollen, gibt es unterschiedliche Meinungen. Ziel sei aber, dass man mit der Haushaltskonsolidierung 2011 beginne, hieß es in Verhandlungskreisen. Eine verbindliche Einigung in dieser Frage soll es beim Gipfel der G20-Regierungschefs in Pittsburgh am 24. September geben.

Wegen der umfangreichen Ausgabenprogramme zur Bekämpfung der Krise rechnen die großen Industrieländer mit hohen Defizitquoten. Die USA erwarten für 2010 ein Haushaltsdefizit von mehr als zehn Prozent, Großbritannien befürchtet sogar eine Quote von zwölf bis 13 Prozent. Und Deutschland geht von sechs Prozent im nächsten Jahr aus.

Auch die Notenbanken wollen vorerst an ihren Hilfsprogrammen festhalten. Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), bestätigte, dass der Moment für den Rückzug der üppigen Liquiditätshilfen noch nicht gekommen sei. „Es wird daher bis auf weiteres reichlich Zentralbankgeld zur Verfügung gestellt werden.“

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