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Weltwirtschaftsforum Das sind die sieben wichtigsten Erkenntnisse von Davos

Die letzten Staats- und Regierungschefs reisen an diesem Freitag aus Davos ab. Das waren die wichtigsten Themen des Weltwirtschaftsforums im Überblick.
24.01.2020 - 12:53 Uhr 2 Kommentare
Das 50. Jubiläum des Weltwirtschaftsforum geht zu Ende. Quelle: AFP
World Economic Forum

Das 50. Jubiläum des Weltwirtschaftsforum geht zu Ende.

(Foto: AFP)

Davos Das 50. Weltwirtschaftsforum geht an diesem Freitag zu Ende. Mehr als 3.000 Entscheider aus Politik und Wirtschaft haben sich in Davos ausgetauscht.

Für das größte Echo sorgten die Reden von US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Doch welche Einzelthemen bleiben von der Konferenz im Gedächtnis? Die wichtigsten Punkte.

1 – Klimaschutz ist kein Nischenthema mehr

Das Thema Klimawandel hat das World Economic Forum (WEF) so stark dominiert wie wohl noch nie zuvor. Nicht nur in den vom WEF organisierten Diskussionsrunden, sondern auch in den von Firmen organisierten Veranstaltungen spielte der Klimaschutz eine dominante Rolle.

Unter den Wirtschaftsführern setzt sich mittlerweile die Erkenntnis durch, dass an mehr Klimaschutz früher oder später kein Weg mehr vorbeiführt, sei es, weil Regierungen strengere Vorschriften planen oder mehr und mehr Investoren nachhaltig investieren wollen. „Das ist kein Modethema mehr, mich hat überrascht wie konkret hier Vieles schon diskutiert wurde“, sagt ein hochrangiger Banker.

Dass alle Unternehmen schon bald über ihren CO2-Fußabdruck berichten müssen, gilt als ausgemacht. Einen möglichst global geltenden Preis für den CO2-Ausstoß halten viele Wirtschaftsführer für das beste Mittel, um Anreize für mehr Klimaeffizienz zu schaffen.

Eine sinnvolle und notwendige Alternative zum globalen CO2-Preis wäre eine Art Strafzoll für klimaschädlich hergestellte Importe. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, sie wolle die europäischen Unternehmen vor unfairen Wettbewerb schützen, im Zweifel durch einen solchen Zoll: Von der Leyen spricht von einem „Carbon border adjustment mechanism“, solange es noch keine internationale Vereinbarung gibt.

2 – Trump nutzt die Bühne, um Druck im Handelsstreit aufzubauen

US-Präsident Donald Trump hat seinen Auftritt in Davos für seine eigene Duftmarken genutzt. Was seine Ankündigung genau bedeutet, sich jetzt nach dem Abschluss eines ersten Abkommens mit China ganz den Europäern zu widmen, war Gegenstand vieler Gespräche und Diskussionen. Trump drängt auf ein Handelsabkommen und droht andernfalls mit Auto-Strafzöllen. Strafzölle auf Automobile sind für Trump auch ein Druckmittel, um Digitalsteuern auf Internetriesen aus den USA zu verhindern.

3 – Breite Bühne für junge Aktivisten

Der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, hat sich in der 50-jährigen Geschichte des WEF stets darum bemüht, Kontrahenten an einen Tisch zu bringen. Dass er neben der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg noch neun weitere Aktivisten eingeladen hat, die weniger bekannt sind als Thunberg, ist da nur folgerichtig.

Das hat frischen Wind in manche Diskussion gebracht. Denn Davos wird oft als Blase der Eliten aus Wirtschaft und Politik bezeichnet. Die Vehemenz, mit der die jungen Davos-Neulinge für ihre Sache kämpfen, brachte auch den einen oder anderen Wirtschaftsführer rhetorisch in die Defensive.

Wie viel Eindruck sie bei den Reichen und Mächtigen hinterlassen konnten? Sie begegne Davos mit gemischten Gefühlen, sagt die kanadische Wasserschützerin Autumn Peltier. Aber das Forum habe ihr die Chance gegeben, ihr Anliegen auf einer großen internationalen Bühne vorzutragen, sagte sie dem Handelsblatt.

Die jungen „Change Maker“ wurden vom WEF prominent platziert. Auf dem Medienempfang und auf wichtigen Podien. Das WEF bot den jungen Aktivisten auch reichlich Gelegenheit, um sich untereinander zu vernetzen - zum Beispiel mit der berühmten Verhaltensforscherin Jane Goodall. Goodall unterstützt über das von ihr gegründete Programm „Roots & Shoots“ junge Menschen bei Projekten, die die Welt besser machen sollen.

4 – Klimaschutz bringt das WEF in die Defensive

Wie in jedem Jahr herrscht auf den Straßen des Bergörtchens Davos während der WEF-Woche der Ausnahmezustand. Unzählige große, schwarze Limousinen und SUVs zwängen sich durch die Straßen. Dabei lässt sich in Davos das meiste zu Fuß erledigen. Das wirkt besonders befremdlich, wenn auf der Bühne so viele WEF-Teilnehmer über Klimaschutz sprechen.

Man kann dem WEF nicht vorwerfen, dass ihm das egal wäre. Das Forum bemüht sich. Jeder Teilnehmer erhält bei der Registrierung einen Gleitschutz für die Schuhe, mit dem man rutschfrei auch über vereiste Straßen laufen kann. Auch die Kosten für Zugfahrten zum WEF erstattet das Forum zur Hälfte. Dennoch nehmen auch die meisten europäischen Teilnehmer den Flieger zum Forum.

5 – Tech-Konzerne geraten in die Defensive

Firmen wie Google und Facebook nutzen Davos für eine Charmeoffensive. Sie versuchten, gegen das wachsende Misstrauen ihnen gegenüber anzugehen. Diskriminierende Algorithmen oder unfaire Steuervermeidung haben das Ansehen der Konzerne beschädigt. Google-Chef Sundar Pichai inszenierte sich in Davos als Verfechter des Datenschutzes. Er lobte die strengen Vorgaben der Europäischen Union zum Schutz personenbezogener Daten und lobte die EU-Regeln sogar als Vorbild für andere Weltregionen.

6 – Neue Ansätze für Digitalsteuer

Getrieben von Frankreich gibt es neue Impulse, Digitalkonzerne stärker zu besteuern. Paris hatte 2019 eine nationale Digitalsteuer eingeführt und damit andere Länder unter Druck gesetzt. Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire erzielte in Davos eine Einigung mit seinem US-Amtskollegen Steven Mnuchin. Diese sieht vor, dass Frankreich seine Steuer zunächst aussetzt, die USA dafür aber den Weg für eine globale Lösung frei machen.

7 – Künstliche Intelligenz dringt in mehr Bereiche vor

Das Weltwirtschaftsforum ist jedes Jahr auch ein Trendmesser für neue technologische Entwicklungen. Im Jahr 2020 stand Künstliche Intelligenz im Fokus. In einer Reihe von Branchen werden KI-Lösungen marktreif. Dazu gehört zum Beispiel der Gesundheitssektor, in dem KI für die Erkennung von Brustkrebs eingesetzt wird. Ansätze dazu gibt es seit einigen Jahren. Jetzt gehen Unternehmen und Forschungsinstitute davon aus, dass die Technologien bald für viele Patienten verfügbar werden.

Mehr: Die Kanzlerin fordert den europäischen Schulterschluss und erklärt die Klimafrage zum Überlebenskampf. Auch die Wirtschaft fordert mehr Freundschaft.

Darum verlassen viele Geschäftsleute Davos zum Weltwirtschaftsforum

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2 Kommentare zu "Weltwirtschaftsforum: Das sind die sieben wichtigsten Erkenntnisse von Davos"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • zu weltwirtschaftsforum davos.
    Ich finde es gut das sich die entscheidungsträger dieser welt ein mal im jahr treffen, es werden dort sicherlich die unterschiedlichsten meinungen der unterschiedlichsten gesellschaften dieser erde ausgetauscht. wer nicht miteinander redet versteht einen anderen nicht oder zieht falsche schlußfolgerungen. das ist schon mal gut.
    zweitens geht es ja darum, den wohlstand in der welt zu erhöhen und risiken in der welt zu entschärfen das ist
    nur global möglich.

  • Die Reichen werden ungebremst noch spürbar reicher, ca. 25%

    Für die restliche Welt gilt: außer Spesen nichts gewesen.

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