Weltwirtschaftsforum Davos Ein Funken Hoffnung

Seite 2 von 2:
Barbusiger Protest
Femen-Protest in Davos: Zündeln gegen Sexismus. Quelle: dapd

Femen-Protest in Davos: Zündeln gegen Sexismus.

(Foto: dapd)

Während des Gipfels kam es immer wieder zu Protesten. Am Samstag haben drei junge Frauen mit einer Oben-Ohne-Aktion gegen Sexismus und Männer-Dominanz in Unternehmen demonstriert. Barbusig kletterten die Mitglieder der ukrainischen Organisation Femen – trotz Temperaturen von sechs Grad Minus – auf das Absperrgitter vor dem WEF-Kongresszentrum.

Auf ihre nackten Oberkörper hatten sie die Parole „SOS Davos“ gemalt, in den Händen hielten sie rosarote Rauchfackeln. Die Aktion verlief friedlich. Polizisten brachten die frierenden Frauen aufs Revier, nahmen ihre Personalien auf und ließen sie – inzwischen warm angezogen – wieder laufen.

Frankreich fordert von Deutschland mehr Impulse

Einige hundert Kilometer entfernt, im französischen Montbéliard, ist auch über Wirtschaft die Rede. Frankreich fordert von der Bundesregierung eine stärker auf Wirtschaftswachstum ausgerichtete Politik. „Deutschland (...) kann seinen Handlungsspielraum nutzen, um die Binnennachfrage anzukurbeln“, sagte der französische Finanzminister Pierre Moscovici am Samstag bei einer Feier zum 50. Jahrestag des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags in Montbéliard. Wenn die Eurozone in der Rezession stecke, gewinne die Bundesrepublik nichts. Berlin und Paris müssten miteinander über ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen der mittelfristigen Fortführung von strukturellen Anstrengungen und kurzfristigem Wachstum diskutieren.

„Ich will nicht, dass die Eurozone mit einem schwachen Wachstum aus der Krise kommt, während die USA oder Japan mit Schwung wieder in Fahrt kommen“, sagte Moscovici laut Redemanuskript. In diesem Bereich sollten alle Energien der deutsch-französischen Beziehungen mobilisiert werden. Eigentlich hatte auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bei der Veranstaltung zum Jahrestag des Élysée-Vertrags auftreten wollen. Er musste allerdings wegen einer Grippe absagen.

Dafür meldete sich Bundeskanzlerin Angela Merkel aus dem fernen Chile zu Wort. Sie wies die Vorwürfe zurück, Deutschland tue nicht genug, um die Krise in der Euro-Zone zu überwinden. „Wir versuchen einen Beitrag zu leisten, indem wir möglichst viel Binnenkonsum ermöglichen“, sagte sie am Samstag in Santiago der Chile nach einem Treffen mit dem chilenischen Präsidenten Sebastian Pinera. Deutschland könne so mehr Importe aus angeschlagenen Euro-Ländern wie Spanien und Portugal aufnehmen.
„Expansive Wirtschaftspolitik“ bedeute aber auch, dass die EU-Länder Produkte entwickelten, die in der ganzen Welt verkäuflich seien, weil 90 Prozent des Wachstums außerhalb der EU erwirtschaftet würden, argumentierte Merkel.

  • dpa
  • rtr
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

6 Kommentare zu "Weltwirtschaftsforum Davos: Ein Funken Hoffnung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wie soll sie es denn auch begreifen? ich denke an ihre Aussage: Die Menschen in Griechenland leiden... und das ist ärgerlich. Oder auch: Die Energiewende muss uns ein paar Cent mehr wert sein...

    Die "Dame" lebt ja nicht in der Normalwelt. Wenn sie es schafft ein halbes Jahr von Niedriglohn, mit allem was dazu gehört, zu überleben, dann kann ich sie ernst nehmen.

  • Handyfilialen in Balkan-Schleuserhand zwecks Geldwäsche und Abschiebeschutz bei H(artz)IV ...

    http://dynip.name/vodafone/
    http://dynip.name/vodaanon/

    oder meinen Sie wirklich ein Weltkonzern wie mannesmann arcors/vodafone kann keine richtigen Serienbriefe schreiben?

    http://dynip.name/vodafone.zip

    http://dynip.name/20130126-vodafone--32-c-3184-12-22.jpg

  • Angela Merkel, die Königin von Europa, hält Hof in Davos: Unsere geliebte Kanzler-„Mutti“ ist mit sechs Ministern/innen nach Davos gereist: Westerwelle (FDP), Schäuble (CDU),Rösler (FDP), von der Leyen (CDU), Bahr (FDP) und Niebel (FDP) folgen ihrer „Chefin“ im Schlepptau. Davos ist selbst für einen Bundesminister ein "Highlight" und eine Geschäftsreise wert, eine Erholung vom tristen Polit-Alltag in Berlin. Vielleicht ist es dieses Jahr ja für lange Zeit die letzte Gelegenheit für einen WEF-Besuch. Also nehmen so viel wie möglich diese Lust-Reise noch einmal mit! Die deutsche Delegation(etwa 80 Personen) verbreitet deutschen Charme und hat etwas von einem „Betriebsausflug“ der Regierung ins „Heidi-Land“. Außer Merkel, Schäuble und Rösler haben sie zu wirtschaftlichen Themen nicht viel zu sagen. Was "FDP-Absteiger" Dirk Niebel in Davos sucht, ist ein Rätsel. Gleichwohl freuen sich aber bestimmt alle, die gesunde Luft in Davos schnuppern und sich im Licht des internationalen Big Business sonnen zu dürfen. Nur bei "Königin" Angela ist dies inzwischen umgekehrt. Bei etwas mehr Jugendlichkeit, erinnerte ihre zunehmend positive Ausstrahlung an Kaiserin Sissi! Die Schweizer sind nicht gut auf die Deutschen zu sprechen. Alles andere wäre gelogen. Man hätte den Deutschen am liebsten die Einreise verweigert. Der „Steinbrück-Stachel“ sitzt sehr tief! Steinbrück verkörpert nun mal so wie kein anderer deutscher Politiker der „Neuzeit“ das typische Bild des hässlichen Deutschen, nicht nur für die Schweizer sondern in ganz Europa. Davos ist in den WEF-Tagen eine einzige Sicherheitszone, besser bewacht als „Fort Knox“ oder das „Weiße Haus“. Die sog. Welt-Elite aus Wirtschaft und Politik lässt sich schützen vor denjenigen, die sie vertreten. Ist das Eitelkeit, Hybris oder gar Angst vor „ihrem“ niederen Volk? In unseren Gesellschaften muss etwas Gravierendes schief laufen, auf der Seite der abgehobenen Eliten ebenso wie auf der Seite des einfachen Volkes! gewe.

  • Dragi hat ganz Davos getäuscht. Die Europäische Zentralbank (EZB) will künftig Anleihen des permanenten europäischen Rettungsschirms ESM als Sicherheiten bei ihren Refinanzierungsgeschäften mit den Geschäftsbanken akzeptieren.
    Die Ankündigung Draghis die Staatsschulden durch die Notenpresse zu finanzieren ist damit unmittelbar gegeben. Im ESM sind Rettungsgelder, die quasi oberfaul und uneinbringbar sind. Und gleichwohl wird der ganze Schrott aufgekauft. Die EZB hat den Zirkus um Davos geschickt genutzt um die fundamentalste Entscheidung der letzten beiden Jahre fast klammheimlich durchzudrücken. Ab sofort sagt auch der Leineweber: Die Notenpresse wird zur Finanzierung der Staatshaushalte eingesetzt. Das war bis heute noch nicht klar, vgl. fortunanetz 22. August 2012. Jetzt sind alle Dämme gebrochen. Draghi hat in Davos nichts gesagt, das zeigt wie gefährlich er ist. Und den neuern Chef der Euro-Gruppe aus Holland hat er schon in der ersten Dienstwoche vom Deich gejagt. Juncker wollte diese Drecksarbeit wohl seinem arglosen Nachfolger überlassen. So geht Draghi/Juncker heute. Jetzt sind alle geldpolitischen Dämme gebrochen, vgl. fortunanetz. Der monetäre Supergau ist eingetreten. Die direkte Finanzierung des ESM über die EZB. Und das stand nur am Freitag in der FAZ, sonst nirgends!

  • PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE!

    Dann das Zitat des Tages von Fr. A. Merkel in Chile:
    "90% des Wachstums findet außerhalb Europas statt."
    Eine Sonderform der Selbsterkenntnis bei ansonsten durchgreifender Ignoranz zu nahezu allen wirtschaftlichen Fakten.
    Hierzu meine Selbsterkenntnis: Der Teufelskreis der Verschuldung kann nur durch die Akzeptanz der Staatspleite Griechenlands und auch Zyperns hergestellt werden. Um dies zu wissen benötigt man kein Ökonomiestudium.
    Die barbusigen Russinnen des Artikels erinnern ungewollt an den letzten Aufstand der Wandalen und deren Unterwerfung durch römische Legionen. Insofern also ein Protest ggen maskuline russische Oligarchen, die in Zypern investierten.
    Auch für die fahrlässige mit Verstand geäußerten Statements von Hr. Moscovici wie Hr. Schäubles gibt es hüben wie drüben die Konsequenz einer Strafverfolgung nach Aufhebung ihrer Immunität "hüben" wie "drüben"!

  • Man muss sich fragen woher Frau Merkel ihre wirtschaftlichen Kenntnisse hat, wenn sie behauptet, Deutschland würde viel für den Binnenmarkt tun. Deutschlands Binnenmarkt ist leergefegt. Der Konsum ist auf niedrigstem Niveau, da die Einkommen der breiten Masse seit 20 Jahren stagnieren. Wie soll da Deutschland Importe aus den Südländern aufnehmen. Es ist doch eher so, dass deutsche Firmen in den Ländern zu Ramschpreisen einkaufen. Diese Behauptung von Frau Merkel, Deutschland würde einen Beitrag leisten, um diese Länder vor ihrem wirtschaftlichen Ruin zu bewahren, ist geradezu grotesk. Offensichtlich begreift Frau Merkel gar nichts von dem, was sie mit ihrer Politik der Wettbewerbsfähigkeitsdeologie anrichtet. Wie können alle wettbewerbsfähig sein in Bezug auf den Außenhandel. Der Wettbewerbsvorteil des einen ist immer der Wettbewerbsnachteil des anderen. Das zu begreifen gebietet die Logik, von der sich Frau Merkel und ihrer Berater oder Redenschreiber längst zum Schaden der Wirtschaft verabschiedet haben. Das ist einfach nur noch absurd, was da inzwischen abläuft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%