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Werner Steinmüller im Interview Deutsche-Bank-Vorstand: „Wollen noch mehr in China investieren“

China sei für die Deutsche Bank einer der wichtigsten Märkte, so Steinmüller. Hinter dem Handelsstreit sieht er einen Systemstreit, der auch Chancen berge.
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Der Asien-Chef der Deutschen Bank vertraut auf die Binnenmärkte von Ländern wie China und Indien. Quelle: Deutsche Bank
Werner Steinmüller

Der Asien-Chef der Deutschen Bank vertraut auf die Binnenmärkte von Ländern wie China und Indien.

(Foto: Deutsche Bank)

JakartaSeit 2016 ist Werner Steinmüller, Jahrgang 1954, im Vorstand der Deutschen Bank verantwortlich für die Region Asien-Pazifik. Gut gelaunt nimmt er sich für das Handelsblatt am Rande der Asien-Pazifik-Konferenz Zeit.

Herr Steinmüller, wo sehen Sie das meiste Potenzial für die Deutsche Bank in der Region Asien-Pazifik?
Das ist von Land zu Land und Geschäftsbereich zu Geschäftsbereich unterschiedlich. Die wichtigsten Märkte in dieser Region sind für die Deutsche Bank China, Indien, Australien, Japan, Hongkong und Singapur.

China ist für viele Unternehmen mittlerweile mit Abstand der wichtigste Markt. Kritiker sagen, dass sich die deutsche Wirtschaft stärker diversifizieren sollte. Stimmen sie damit überein?
China ist so groß und wächst so stark, da bin ich überhaupt nicht besorgt, was die künftige Entwicklung des Landes angeht. Das liegt auch am politischen System. Man muss nur nach Argentinien, Indonesien oder Russland schauen: Überall gab es Krisen bei den Schwellenländern. Nur nicht in China. Für uns ist klar: Wir wollen noch mehr in China investieren.

Auch China investiert kräftig in der Region – mit seiner Seidenstraßeninitiative. Die Schuldenlast, die Peking dabei den Nachbarländern aufbürdet, wird aber zunehmend kritisch gesehen.
Das stimmt, einige Länder werden jetzt vorsichtiger. Für uns ist das eine Chance. Wir können ebenfalls Infrastrukturinvestitionen finanzieren. Und die Lösungen aus Deutschland kommen gut an. Deutschland ist sehr gefragt in der Region.

Sie haben derzeit keine Bankenlizenz für China. Planen Sie damit?
Unsere Investmentbank ist in China keine hundertprozentige Tochtergesellschaft. Wir betreiben unser Wertpapiergeschäft in China über unser Joint Venture Zhong De Securities. Das stellt zurzeit kein Problem dar, weil die meisten internationalen Investoren von Hong Kong aus agieren. Wir sehen jedoch, dass unsere Kunden zunehmend Bedürfnisse in Kapitalmärkten auf dem Festland haben und überlegen daher, mehr von China aus zu machen. Das wird ein Prozess über mehrere Jahre hinweg sein.

Indiens Wirtschaft wächst gerade noch stärker als die chinesische. Hier scheint Ihre Strategie nicht ganz so klar.
Wir hatten überlegt, das indische Privatkundengeschäft zu verkaufen, aber sahen angesichts niedriger Marktpreise mehr Wert und Potenzial darin, es zu behalten. Also investieren wir nun vorsichtig, um dieses Geschäft zu digitalisieren und besser zu skalieren.

Wie beeinflusst der Handelskonflikt zwischen China und den USA die Geschäfte der Deutschen Bank in Asien?
Zunächst denke ich, dass es bei dem Konflikt nicht in erster Linie um das Handelsdefizit geht, das die USA und China haben. Es geht mehr um die Konkurrenz zwischen zwei Systemen: der staatlich kontrollierten Wirtschaft und der freien Marktwirtschaft. Von dieser Konkurrenz profitieren wir, als Alternative zu den amerikanischen Banken. Die Folgen des Konflikts halten wir hingegen noch für überschaubar. Unsere Experten sehen 0,3 Prozentpunkte weniger Wirtschaftswachstum in den USA und 0,4 Prozentpunkte weniger in China.

Also kein Grund zur Panik?
Ich bin jetzt 40 Jahre im Bankgeschäft. Ich habe schon so viele Krisen gesehen. Wenn man sich vorbereitet und vorsichtig ist, gibt es wenig Grund zur Sorge. Auch wenn sich das Wirtschaftswachstum in China oder Indien vielleicht um ein oder zwei Prozentpunkte abschwächt, ist das noch nicht das Ende der Welt. Der Binnenmarkt in Ländern wie Indien und China ist groß genug. Die sind nicht nur von Importen und Exporten abhängig.

Wir haben jetzt viel über die Zukunft der Region Asien-Pazifik gesprochen. Wie steht es denn um ihre persönliche Zukunft, ihr Vertrag läuft nächstes Jahr aus?
Das ist richtig, Ende Juli läuft mein Vertrag aus. Mir macht mein Job sehr viel Spaß und ich mache gern weiter.

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