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Wettbewerb in China Warum es Europas Unternehmen schlecht ergeht

Europäische Unternehmen sind in China nicht mehr sehr willkommen – das zeigt eine Umfrage der EU-Handelskammer in China. Das dürfte die Debatte um die Kuka-Übernahme weiter anheizen.
Update: 07.06.2016 - 07:54 Uhr
Mit der chinesischen Willkommenskultur für ausländische Investoren ist es nicht sehr weit her.
Wolkenkratzer in Shanghai

Mit der chinesischen Willkommenskultur für ausländische Investoren ist es nicht sehr weit her.

Berlin/PekingÜberaus verärgert hat China darauf reagiert, dass Politiker in Berlin und Brüssel die geplante Übernahme des deutschen Roboterbauers Kuka durch den chinesischen Midea-Konzern verhindern wollen. Die chinesische Handelskammer in Deutschland verbat sich die politische Einmischung und warnte vor „protektionistischen Tendenzen“.

Eine neue Umfrage der Europäischen Handelskammer in China offenbart nun allerdings, dass es mit der chinesischen Willkommenskultur für ausländische Investoren auch nicht sehr weit her ist. 56 Prozent der von der Kammer befragten Unternehmen gaben an, dass es schwieriger geworden sei, in China Geschäfte zu machen. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren. Sogar 70 Prozent der ausländischen Firmen fühlen sich heute weniger willkommen im Reich der Mitte als vor zehn Jahren.

Das Ergebnis des sogenannten „Business Confindence Survey“ dürfte die Debatte um die Kuka-Übernahme noch weiter anheizen. Zeigt die Studie doch deutlich, dass von gleichen Wettbewerbsbedingungen für chinesische und europäische Firmen noch lange keine Rede sein kann. 57 Prozent der ausländischen Unternehmen klagten, dass sie sich in China im Vergleich zu heimischen Firmen benachteiligt fühlten.

„Es fehlen oft gleiche Voraussetzungen bei internationalen Übernahmen von chinesischen Unternehmen“ sagt Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer in China. „Selbst hochverschuldete Staatsfirmen aus der Volksrepublik kommen noch bei internationalen Deals mit Staatsgeldern zum Zug.“ Wuttke spricht damit einen wunden Punkt im europäisch-chinesischen Verhältnis an: die Reziprozität. Funktionieren kann Freihandel nämlich auf Dauer nur, wenn für alle Beteiligten die gleichen Spielregeln gelten.

Diese Fairness im Freihandel hatte Chinas Ministerpräsident Li Keqiang eigentlich auch zugesichert: „Für chinesische wie für deutsche Unternehmen gelten die gleichen Regeln. Es werden keine Ausnahmen gemacht.“ Die Worte sollten Gewicht haben. Sie sollten Entschlossenheit ausdrücken. Die Aussagen bei einem Unternehmerforum im vergangen Jahr wurden von den deutschen wie von den chinesischen Firmenchefs begrüßt. Aber Monate später ändert sich das Bild.

Der Frust auf beiden Seiten wächst. Der Pessimismus europäischer Firmen in China erreicht in diesem Jahr ein Rekordhoch. Jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) gab sich in der Umfrage der EU-Handelskammer pessimistisch mit Blick auf die Profite im China-Geschäft.

„Ministerpräsident Li Keqiang hat zwar eine Gleichbehandlung chinesischer und europäischer Firmen versprochen. Das bleibt aber oft nur ein Versprechen“, sagte Kammerpräsident Wuttke dem Handelsblatt und nennt ein Beispiel: „Wir mussten feststellen, dass ausländische Firmen etwa im IT- oder Pharmasektor regional von Beschaffungslisten gestrichen wurden.“ Wer nicht auf der Liste steht, kommt für Anschaffungen der Behörden erst gar nicht infrage.

Brexit 2019
„Protektionistische Tendenzen“
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