Whistleblower „Alles ist möglich“ – Assange grundsätzlich zu Aussage vor US-Ausschuss bereit

Der Whistleblower soll zur Rolle Russlands im amerikanischen Wahlkampf 2016 aussagen – es sei auch möglich, dass er persönlich erscheine.
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Seine Anwältin Jennifer Robinson besteht auf einer garantierten Sicherheit für ihren Mandanten. Quelle: Reuters
Julian Assange

Seine Anwältin Jennifer Robinson besteht auf einer garantierten Sicherheit für ihren Mandanten.

(Foto: Reuters)

LondonWikileaks-Gründer Julian Assange ist nach Angaben aus seinem Umfeld grundsätzlich bereit, dem Geheimdienstausschuss des US-Senats in dessen Untersuchung zur russischen Rolle im amerikanischen Wahlkampf 2016 Rede und Antwort zu stehen. Der Ausschuss habe Assange gebeten, persönlich zu einer für beide Seiten passenden Zeit und an einem beiderseits akzeptablen Ort auszusagen, erklärte dessen Anwältin Jennifer Robinson am Donnerstag in London. „Wir prüfen das ernsthaft, müssen aber darauf bestehen, dass Herr Assanges Sicherheit garantiert ist.“

Die Einzelheiten sind unklar. Sein Sprecher sagte: „Alles ist möglich.“ Es sei nicht ausgeschlossen, dass er persönlich erscheine.

Assange lebt seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London, nachdem das lateinamerikanische Land ihm Asyl gewährt und ihn damit vor einer Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen geschützt hat. Inzwischen wurden die Ermittlungen in Schweden eingestellt.

Die britische Polizei hat angekündigt, Assange wegen Verstößen gegen Kautionsauflagen festzunehmen, sollte er das Botschaftsgebäude verlassen. Der Gründer der Enthüllungsplattform befürchtet, an die USA ausgeliefert zu werden. Dort wird gegen ihn ermittelt, weil Wikileaks zahlreiche geheime US-Dokumente veröffentlicht hat.

Wikileaks hatte vor der Präsidentschaftswahl 2016 gehackte E-Mails der Demokratischen Partei und des Wahlkampfmanagers der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton veröffentlicht. In den USA laufen mehrere Untersuchungen wegen des Vorwurfs, Russland habe sich 2016 zugunsten des heutigen Präsidenten Donald Trump in den Wahlkampf eingemischt. Russland bestreitet dies.

Im Juli erhob eine Jury gegen zwölf Angehörige des russischen Militärgeheimdienstes wegen der mutmaßlichen Beeinflussung des Wahlkampfes Anklage. Sie hätten sich in die Computernetzwerke des Wahlkampfkomitees der Demokraten und Clintons eingehackt und Informationen über das Internet verbreitet.

  • rtr
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