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Whistleblower noch in Moskau Warum Ecuador keine gute Wahl von Snowden ist

Edward Snowden zieht es von Moskau nach Ecuador. Sicher ist er dort aber nicht, sagt ein Geheimdienstexperte. Beispiele zeigten, dass die USA keine Hemmungen haben dürften, den Geheimnisverräter dort zu kidnappen.
25.06.2013 Update: 25.06.2013 - 17:04 Uhr 30 Kommentare
Die USA wollen mit allen Mitteln eine Auslieferung Edward Snowdens erwirken. Quelle: ap

Die USA wollen mit allen Mitteln eine Auslieferung Edward Snowdens erwirken.

(Foto: ap)

Düsseldorf Vor einem jeden Geheimnisverrat steht der Gang zum Konsulat. Man trägt sein Ansinnen vor, lässt durchklingen, was so alles offenbart werden könnte und bittet um Unterstützung. „Die diplomatischen Vertretungen haben den Kontakt zu den Geheimdienstmitarbeitern des jeweiligen Landes“, sagt der deutsche Geheimdienstexperte und Publizist Erich Schmidt-Eenboom. „Es ist anzunehmen, dass auch Edward Snowden so vorgegangen ist und sich an den chinesischen Nachrichtendienst gewandt hat – er scheint ein intelligenter Mann zu sein, der weiß, wie er wenig Spuren hinterlässt.“

Und er hat seine Enthüllungen offenbar von langer Hand vorbereitet: Nur um die Spähaktionen der USA im Internet aufzudecken, nahm der 30-jährige nach eigenen Angaben den Job für den US-Geheimdienst auf. Allein aus diesem Grund habe er als IT-Techniker bei der Beratungsfirma Booz Allen Hamilton angefangen, die im Auftrag des US-Geheimdienstes NSA an der Internet-Überwachung beteiligt war, zitiert ihn die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ vom Dienstag aus einem früheren Interview. Seine Arbeit habe ihm Zugang zu Listen mit gehackten Computern in der ganzen Welt verschafft. „Deswegen habe ich die Position vor rund drei Monaten angenommen.“

„Wie das Beispiel anderer zeigt, durchlaufen die Whistleblower einen langen Gärungsprozess, bevor sie tatsächlich zum Überzeugungstäter werden“, sagt Schmidt-Eenboom im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Wenn sie sich aber dazu durchgerungen haben, dann sacken sie alle möglichen Informationen ein, damit sich das Überlaufen lohnt – und sie sich absichern können.“

Das ist im doppelten Sinne zu verstehen: Zum einen müssen die Informationen so interessant sein, um von den Nachrichtendiensten anderer Länder nicht fallengelassen zu werden. Zum anderen können die Informationen helfen, sich gegen Repressionen des eigenen Landes zu schützen. So spricht auch Snowden von einer Lebensversicherung, die ihm noch bliebe. „Bislang hat er ja nur aufgedeckt, wie die USA das Ausland ausspioniert, und das sehen die meisten Amerikaner angesichts des Anti-Terror-Kampfs wenig kritisch“, sagt Schmidt-Eenboom. „Die Stimmung könnte allerdings kippen, sollte Snowden offenlegen können, dass inneramerikanische Kommunikation ausspioniert wurde.“

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    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @FatFinger

      Vielen Dank, Sie haben mir den Kommentar zu framu erspart. Besser hätte ich es auch nicht formulieren können.

    • @framu

      Wirklich erstaunlich, wie oft Sie das Wort "Dummheit" in Ihrem Text unterzubringen verstehen!
      Und ich werde den Eindruck nicht los, dass Sie damit eigentlich nur die Gegenposition zu Ihrer eigenen Meinung beschreiben wollen.

      Aber eines sollten Sie mal zur Kenntnis nehmen: George W. Bush (den ich vermutlich nicht weniger verachte, als Sie) hat mir NICHT den Krieg erklärt. Al Quaida schon. Und Snowden ist ihr Helfer, ihr nützlicher Idiot. Ihn auch noch einen "Idealisten" zu nennen, ist schon sehr geschmacklos.

    • Hi Recovery,

      sich sicher fühlen im Krieg? George Bush hat verschienene Kriege angefangen. Nehmen wir z.B. den "asymmetrischen Krieg gegen den Terror": weil es Terror überall gibt, hat Bush Junior also der ganzen Welt den Krieg erklärt. Dieser Zustand dauert auch unter Obama an.

      Ob solche Kriege gewonnen werden können, glaube ich nicht. Goethe sagte mal "gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens", was wahrscheinlich stimmt. Terror ist aber nichts anderes wie extreme Dummheit. Dummheit hat leider viele Gesichter und der Anteil der Dummen an der Bevölkerung wird ständig unterschätzt. Das gilt für alle Facetten die Dummheit haben kann: von mangelnde Intelligenz bis zu krankhafter Machtgier u.v.a.m.

      Auf jeden Fall hat G.W.Bush diesen Kriegszustand ausgerufen und den Krieg angefangen. Obama führt ihn weiter. Trotz sogenanntem Friedensnobelpreis an einen Kriegsführenden wird dieser Krieg kaum gewonnen werden können. Dummheit wurde bisher noch nie mit materiellen Waffen besiegt. Vielleicht mit Bildung für die Mitläufer des Islam bzw. des Terrorismus und mit der physischen Vernichtung der führenden Köpfe, z.B. der Haßprediger. Wie der mit einflußreichen Moslems befreundete Obama das allerdings schaffen will, weiß ich nicht.

      Aber Idealisten wie Snowden und Manning wird es auch immer geben. In Anbetracht von Kriegsgreueln werden idealistische Gründe wahrscheinlich sogar eher ausgelöst. Egal von welcher Art die Kriegsgreuel sind: von der welche Manning verständlicherweise störten oder von der, welche Snowden verständlicherweise störten. Nur der Kriegsauslöser Bush Junior hat weiter Polizeischutz, seine Farm südlich von Dallas ist Sperrgebiet. Wann soll eigentlich der Krieg den die USA gegen die Welt führt enden? Wenn die Dummheit besiegt ist? Oder welche Ziele hat die USA eigentlich?

    • Ob Obama nun die "4. Amtszeit G.W.Bush" zelebriert oder die des Friedensnobelpreisträgers mag jeder für sich entscheiden.

      Tatsache ist, daß Snowden mehr Verantwortung für Bürgerrechte und die Verfassung der USA zeigt als der aktuelle Friedensnobelpreisträger. Also sollte die Vergabe dieses Nobelpreises korrigiert werden. Aber dazu wird Schweden keinen Mumm haben, siehe Assange. Egal, Obama zeigt der Welt das wahre Gesicht Amerikas. Auch eine presidiale Leistung!

    • Achwas?
      Und die US Regierung hat natürlich keine Straftat begangen oder wie? Oh ich vergaß, die dürfen das ja, die sind ja mitlerweile ein totalitäres System!

      WENN UNRECHT ZU RECHT WIRD DANN WIRD GEGENWEHR ZUR PFLICHT!

    • @KNX

      "Denken Sie einmal darüber nach..."

      Ja, schon verstanden! Sie sind ein komplett naiver, pazifistischer Gutmensch, der alles mit sich machen läßt.

      Haben Sie einen Beruf, der Verantwortung erfordert? Ich will es nicht hoffen.

    • @KNX

      Die zivilisierte Welt hat zumindest mal freiheitlich demokratische Werte und hier liegt die Betonung tatsächlich auf "zivilisiert". Bitte sagen Sie mir nicht, dass beispielsweise Afghanistan eine zivilisierte Nation ist. Aber ich gebe Ihnen recht, jede Nation soll so leben, wie sie es möchte. Und jede Nation verdient die Regierung, die sie wählt.

      Jeder oder ich sollte besser sagen jede Nation, welche auch nur ansatzweise darüber nachdenkt, anderen Völkern etwas aufzuzwingen, hat terroristische Züge. Der eine mehr, der andere weniger. Und in der heutigen Zeit versuchen nun mal radikal islamistische Terrorvereinigungen den Nationen ihren Glauben aufzuzwingen, wenn es sein muss sprengt man dafür U-Bahn Stationen in die Luft. Das diese Länder sich dagegen wehren, steht wohl ausser Frage. Ich sehe es im Osten von London, wo der Islam langsam die Oberhand gewinnt. Heute der Osten, morgen der Westen. Glauben Sie, dass sich die Briten das gefallen lassen?

      Mal davon abgesehen sind wir nicht wirklich demokratisch, denn das setzt voraus, dass man miteinander diskutiert und gemeinsam Lösungen für Probleme oder was auch immer findet, der Souverän hat das letzte Wort. Da es das weder in Deutschland noch in den USA oder sonst wo gibt, gibt es auch keine echte Demokratie. Und wer jetzt das Argument Schweiz in die Waagschale wirft, dem sei gesagt, auch deren Demokratie hat einen Hinkefuss. Ich kann das sogar beurteilen, denn ich habe mich acht Jahre lang mit der Schweiz auseinandergesetzt und fünf Jahre selber im Land gelebt. Im Übrigen sind auch Diktaturen gescheitert. Also welche Gesellschaftsform bietet Alternativen?

      Das Geheimdienste zusammenarbeiten, so weit sind wir noch nicht. Hier traut doch Keiner Keinem von mittags bis um zwölf. Das würde genauso wenig funktionieren wie die Menschen in Europa reif für eine Gemeinschaft sind, nämlich gar nicht. Und weil das so ist, bespitzeln sie sich gegenseitig.

    • @conforma
      Sehr interessant und aufschlussreich!

    • @pool
      Bravo!

    • Er wäre doch ein guter amerikanischer Präsident...wer sich der Wahrheit wegen so selbst opfert, hat es verdient. Da hatten die Amis sicher schon schlechteres, wie z.B. Schauspieler...?!

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