Wikileaks Assange zur Auslieferung bereit

Um nicht ausgeliefert zu werden, lebt Julian Assange seit über vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London. Der Wikileaks-Gründer wäre für eine Auslieferung bereit - wenn seine Informantin begnadigt wird.
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Julian Assange lebt seit über vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London. Er versucht damit seiner Abschiebung in die USA zu entgehen. Quelle: AP
Julian Assange

Julian Assange lebt seit über vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London. Er versucht damit seiner Abschiebung in die USA zu entgehen.

(Foto: AP)

LondonWikileaks-Gründer Julian Assange wäre nach Angaben der Enthüllungsplattform zu einer Auslieferung in die USA bereit, falls seine Informantin Chelsea Manning dort begnadigt werden sollte. Manning hatte als Soldatin geheime Informationen über Verfehlungen der US-Streitkräfte etwa in Afghanistan und im Irak an Wikileaks weitergereicht. Sie wurde 2013 zu 35 Jahren Haft verurteilt.

Damals hieß sie Bradley Manning und nahm später die weibliche Identität an. Ihre Haftstrafe wegen Spionage und Verrats sitzt sie im US-Militärgefängnis in Fort Leavenworth ab. Dort sind nur Männer inhaftiert. Im Gefängnis soll Manning nach US-Medienberichten mehrmals versucht haben, sich das Leben zu nehmen.

Sollte der scheidende US-Präsident Barack Obama vor Ende seiner Amtszeit Manning begnadigen, werde Assange einer Überstellung in die USA zustimmen, heißt es im Kurznachrichtendienst Twitter. Gleichzeitig sprach Wikileaks von einer „klaren Verfassungswidrigkeit“ der gegen Assange erhobenen Vorwürfe.

Wikileaks-Chef - so stellte sich Mr X der Polizei
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Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Gründer der Internet-Plattform Wikileaks, Julian Assange, hat sich in London der Polizei gestellt.

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In einer Limousine fur Assange bei einem Londoner Gericht vor. Das Versteckspiel mit den Ermittluingsbehörden konnte Assange nicht länger durchhalten. Zuvor war Assange bei einem vereinbarten Treffen auf einer Londoner Polizeiwache festgenommen worden, wie Scotland Yard mitgeteilt hatte.

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Vor dem Gerichtsgebäude wurde Assange von vielen Journalisten und Medienvertretern erwartet. Assange soll die vergangenen Wochen in Südengland gelebt haben, zeigte sich aber nicht in der Öffentlichkeit.

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Nach Angaben seines Londoner Anwalts Mark Stephens soll Assange in Schweden zu den Vorwürfen zweier Frauen befragt werden. Eine Anklage gegen ihn liege nicht vor. Nach bisherigen Informationen wird Assange vorgeworden, ungeschützten Sex erzwungen zu haben.

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Die britische Polizei hatte bereits Ende November einen Haftbefehl für Assange aus Schweden erhalten. Damals hatten sie ihn aber nicht festgenommen, weil das Dokument formale Fehler enthielt.

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Sein Anwalt Stephens hatte stets betont, sein Mandant habe seine Adresse bei der Polizei hinterlegt und diese wisse genau, wo er sei. Assange sei selbst auf die schwedischen Behörden zugegangen und habe um ein Treffen gebeten.

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Assange, hier mit dem Rücken zur Kamera, fährt zum Gericht. Dort sollte wahrscheinlich über einen Termin für eine Anhörung über die Auslieferung entschieden werden. Diese Anhörung muss innerhalb von 21 Tagen nach der Festnahme stattfinden.

Der 45-jährige Australier war vor über vier Jahren in die Botschaft Ecuadors in London geflüchtet, um einer Festnahme zu entgehen. Gegen Assange liegt ein Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Er fürchtete eine Auslieferung an Skandinavien und von dort in die USA, wo ihm eine lange Haft droht.

Erst vor wenigen Tagen hatten US-Medien berichtet, dass Obama angeblich eine Strafmilderung für Manning erwägt. Sie stehe auf der Liste Verurteilter, deren Strafmaß abgewandelt werden könnte, berichtete der Sender NBC News unter Berufung auf Justizkreise. Am 20. Januar wird Donald Trump als neuer US-Präsident vereidigt.

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  • dpa
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