Wikileaks USA stellen Manning vor Kriegsgericht

Videoaufnahmen eines Hubschraubereinsatzes im Irak 2007 hat Wikileaks unter dem Titel „Collateral Murder“ veröffentlicht. Bradley Manning steht im Verdacht, Wikileaks diese und andere Informationen zugespielt zu haben.
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Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning. Quelle: dapd

Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning.

(Foto: dapd)

Hagerstown/WashingtonDer Wikileaks-Informant Bradley Manning wird vor ein US-Kriegsgericht gestellt. Das teilte das US-Heer am Freitag in Washington mit. Dem Obergefreiten wird der größte Geheimnisverrat in der US-Geschichte vorgeworfen.

Zu den 22 Anklagepunkten gegen den 24-Jährigen gehört auch Unterstützung des Feindes. Sollte er in diesem Anklagepunkt schuldig gesprochen werden, droht ihm eine lebenslange Gefängnisstrafe. Manning wird beschuldigt, mehr als 700.000 geheime US-Dokumente und der Geheimhaltung unterliegende Videoaufnahmen von Kampfeinsätzen an die Internet-Plattform Wikileaks weitergegeben zu haben.

Die Entscheidung, ihn vor ein Kriegsgericht zu stellen, traf der Kommandeur des Militärbezirks Washington, Generalmajor Michael Linnington. Als nächster Schritt wird ein Richter ernannt, der dann den Prozessbeginn festlegt.

Die Veröffentlichung der skandalträchtigen Unterlagen durch Wikileaks zwischen Juli 2010 und September 2011 sorgte weltweit für Wirbel. Manning soll die geheimen Daten während seiner Stationierung im Irak von Militärrechnern heruntergeladen haben. Im Mai 2010 wurde der Obergefreite auf seinem Stützpunkt nahe Bagdad festgenommen. Laut den Ermittlern wurden auf Mannings Computern Kontaktdaten für Wikileaks-Mitgründer Julian Assange und zahlreiche militärische Dokumente gefunden.

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7 Kommentare zu "Wikileaks: USA stellen Manning vor Kriegsgericht"

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  • Herr Press
    Das ist leider der übliche Irrtum. Kriegsgewinnler dürfen jedes Verbrechen begehen und werden dafür nicht bestraft. Eine Strafe erhält nur wer den Krieg verliert.
    In einem solchen Fall gibt es auch keine Strafe, sondern nur die Rache.
    Verbrecher wie Mao, Roosevelt, Churchill und Stalin haben halt den Krieg gewonnen, egal wie viele Menschen sie auf dem Gewissen haben. Damit muss man Leben.
    Lesen Sie mal unter diesem Aspekt das alte Testament.
    MFG
    Paschasius

  • "USA stellen Manning vor Kriegsgericht"

    Sagt doch schon mehr als man dazu eigentlich noch sagen koennte.

  • Bradley Manning - einer der größten Helden unserer Zeit und menschlich ein echtes Vorbild!
    Wozu ist ein Mensch verpflichtet, der erkennt, dass schwerste Verbrechen begangen werden?
    Klar - er muss den ersten wirksamen Schritt gehen, um die Verbrecher und ihre Verbrechen dem öffentlichen Urteil auszuliefern!
    Warum sollte das bei militärischen Verbrechen und Verbrechern anders sein?
    Manning hat Verbrechen erkannt und mit dem Finger darauf gezeigt - wofür sollte er verurteilt werden?
    Bei Gewalt durch Mitglieder der Familie wird den Opfern geraten, sich keinstenfalls auf die uralte Spielregel der Täter einzulassen und über die Vorfälle zu schweigen.
    Bei Gewalt durch den Staat sollte ebenfalls die Öffentlichkeit informiert werden:
    Domestic violence - break the silence!
    (Häusliche Gewalt - brich das Schweigen!)

  • Einen anständigen Kerl stellt man in den USA, dem angeblichen Hort der Freiheit und Meinungsfreiheit vor ein Kriegsgericht. Die Bezeichnung Kriegsgericht dachte ich, die gäbe es nicht mehr nachdem die NAZI's beseitigt wurden.

    Wenn es jemanden gibt der vor ein solches Gericht gehört, dann ist es Bush und seine Viererbande, denn das sind die wahren Kriegsverbrecher die so wie die NAZI-Größen gehenkt werden müssen.

    Was zeigt und das ganze aber, nur eins, die USA sind ein Staat der aus oder von Kriminellen geführt wird.

    Man stelle sich vor, so etwas würde in Russland passieren. Wie groß wäre das Geschreie der ach so anständigen Politiker/innen im Westen, besonders in den USA und in den ihnen hörigen Medien.

  • Was uns also hier Weisgemacht werden soll ist, das ein Hauptgefreiter Zugriffsrechte für classified Dokumente in den Computersystemen der "einzigen Superpower" hat ?! Wer das glaubt, dem kann man auch mit mehr Argumenten nicht helfen.....

  • Es ist schon bemerkenswert, wie „Kriegsverbrechen“ in den USA definiert und bewertet werden. Bradley Manning hatte den Mut auf unsägliche Brutalität aufmerksam zu machen, die mit der Verteidigung des Landes und dem Kampf gegen den Terror in keinster Weise zu rechtfertigen ist. Der gerne demonstrierte „saubere“ Krieg mit präzisen Schlägen gegen den Feind durch hochgelobte moderne Kampfmittel entpuppte sich als weitaus schmutziger als selbst die größten Kritiker vermutet hatten. Es wurde ja nicht nur das Collateral Murder Video veröffentlicht. Sieht man sich die übrigen „War Logs“ aus Irak und Afganistan an, steht man fassunglos vor dem Tun einer entfesselten und völlig ungehemmten Weltmacht. Unrechtsbewußtsein? Fehlanzeige!
    Es ist richtig, daß Bradley Manning ein Gerichtsverfahren erwartet. Die Beweggründe sollten aber auf jeden Fall Einfluß auf den Prozeßverlauf haben und zu einer äußerst milden Strafe führen.
    Dies wäre der gerechte Weg. Ob dieser aber in dem nun angeordneten Gerichtsverfahren eingehalten wird, ist so zweifelhaft wie die Militär-Gerichtsbarkeit der USA in ihrer Gesamtheit. Man muß sich ja nur einmal das jüngst ergangene Urteil gegen Frank Wuterich ansehen. Der wegen des Massakers an 24 unbewaffneten Irakern in der Stadt Haditha 2005 beschuldigter amerikanischer Unteroffizier muss nicht in Gefängnis. Er muß noch nicht einmal eine Geldstrafe zahlen – mit Rücksicht darauf, daß er Familienvater ist. Er wurde lediglich um einen Dienstgrad zurück gestuft! Es ist also weitaus sicherer Kriegsverbrechen zu begehen, als auf sie aufmerksam zu machen. Das darf niemanden kalt lassen.

  • Ja,wer die Mörder denunziert lebt gefährlich.Man läßt sich nicht gern Kriegsverbrechen nachweisen.
    Immer schön die Reihen fest geschlossen halten,nicht wahr?Wrong or right my country.Sonst läßt sich irgendwann kein Krieg mehr führen.

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