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William Liqiang Mutmaßlicher chinesischer Spion packt in Australien aus

Der Überläufer wirft China vor, ganze demokratische Systeme zu infiltrieren. So sollen auch die anstehenden Wahlen in Taiwan beeinflusst werden.
23.11.2019 - 14:20 Uhr Kommentieren
China steht international wegen möglicher Spionage in der Kritik. Quelle: dpa
Spionage

China steht international wegen möglicher Spionage in der Kritik.

(Foto: dpa)

Sydney Ein mutmaßlicher Spion hat der australischen Spionageabwehr Einblick in Chinas Einflussnahme gewährt. Der australische Finanzminister Josh Frydenberg sagte am Samstag, die detaillierten Vorwürfe, dass China demokratische Systeme in Australien, Hongkong und Taiwan infiltriere und störe, seien „sehr beunruhigend“.

Australische Zeitungen berichteten, dass der chinesische Überläufer Wang „William“ Liqiang der Spionageabwehrbehörde ASIO berichtet habe, dass er an der 2015 durchgeführten Entführung von fünf Hongkonger Buchhändlern beteiligt gewesen sei, die regimekritische Schriftstücke veröffentlicht hatten. Er wäre der erste chinesische Geheimagent, der seine Tarnung ablegt.

Laut den Zeitungen des Medienhauses Nine gestand Liqiang, in Hongkong politische und Wirtschaftsspionage betrieben zu haben und unter anderem Universitäten infiltriert zu haben und Dissidenten schikaniert zu haben und Cyberangriffe auf sie gerichtet zu haben.

Mithilfe eines südkoreanischen Reisepasses habe er sich zudem in die taiwanischen Kommunalwahlen von 2018 eingemischt, sagte er laut den Berichten. Es gebe Pläne, die für Januar geplanten Präsidentschaftswahlen in Taiwan zu stören.

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    Er habe geholfen, dem Kandidaten Han Kuo-yu Wahlkampfspenden von 20 Millionen Yuan (knapp drei Millionen Euro) zukommen zu lassen. Der derzeitige Bürgermeister von Kaohsiung hat versprochen, mit China Frieden zu schließen. Han bestritt die Vorwürfe.

    Wang hat nach eigenen Angaben in Australien Asyl beantragt. Das australische Innenministerium lehnte es ab, sich zu einzelnen Fällen zu äußern. Das chinesische Außenministerium beantwortete eine Kommentaranfrage der Nachrichtenagentur AP am Samstag nicht.

    Wang beschuldigte die Firma China Innovation Investment Limited, China bei Geheimdienstoperationen in Hongkong geholfen zu haben. Anrufe von AP bei der Firma wurden nicht entgegengenommen. Laut ihrer Internetseite ist CIIL an mehreren Unternehmen in Hongkong und dem übrigen China beteiligt, bei deren Geschäften es um Produkte für Energiespeicherung und -sparen, Beleuchtung und Mediengeräte geht.

    Mehr: Die CDU ebnet den Weg für einen möglichen Ausschluss des chinesischen Netzausrüsters Huawei.

    • ap
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