Wirtschaftsforscher Wirtschaftsforscher kritisiert deutsche Griechenlandpolitik

Die Griechenland-Debatte zeigt einmal mehr die Unfähigkeit der Politik, tragfähige Lösungen zu finden. Ökonom Horn sieht den Fehler vor allem bei der Bundesregierung, deren Vorschläge er sogar für brandgefährlich hält.
Update: 21.06.2011 - 10:10 Uhr 18 Kommentare

Neuer Euro-Krisenfonds

DüsseldorfIn der Debatte um eine Beteiligung privater Gläubiger an den Kosten der Griechenland-Rettung hat der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, die Bundesregierung scharf kritisiert. Das Verhalten der Banken, die erklärt hatten, sich nicht ohne Gegenleistung am nächsten Rettungspaket für Griechenland beteiligen zu wollen, sei vorhersehbar gewesen. Das Konzept der Bundesregierung einer Gläubiger-Beteiligung „war von Anfang an nicht tragfähig und diente allein der politischen Beruhigung“, sagte Horn Handelsblatt Online.

Es füge sich ein in die seit Beginn der Euro-Krise „völlig unzureichende politische Kommunikation der Bundesregierung, die sich zunächst immer hart gegenüber den Krisenländern gibt, um dann am Ende im Angesicht der Realität doch nachgeben zu müssen“.

Ein solches Vorgehen zerstöre die politische Akzeptanz der Hilfsprogramme, sagte der IMK-Chef. „Setzt die Bundesregierung diesen Kurs fort, wird sie am Ende die Währungsunion in einen chaotischen Zerfallsprozess mit unübersehbaren wirtschaftlichen Schäden für Deutschland und Europa treiben.“

Die Einschätzung Horns wird gestützt von den jüngsten Ansagen der Ratingagenturen. So machte der der Chef der Ratingagentur Fitch für die Region Asien-Pazifik, Andrew Colquhoun, unmissverständlich klar, dass ein freiwilliger Tausch von griechischen Staatsanleihen als Zahlungsunfähigkeit eingestuft werden würde. Selbst wenn ein solcher Beitrag privater Gläubiger nach dem Modell eines sogenannten „Rollover“ organisiert werde, ändere dies nichts an der Einschätzung. Die Aussagen lösten einen Kursrückgang des Euro an den asiatischen Devisenmärkten aus. Die Euro-Finanzminister beschlossen am Montag, die nächste Kredittranche nur dann nach Athen zu überweisen, wenn das griechische Parlament das geplante Sparprogramm bis Ende Juni verabschiedet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy haben sich zuletzt darauf geeinigt, einen Beitrag privater Gläubiger auf freiwilliger Basis anzustreben und dabei die Wiener Initiative zum Vorbild zu nehmen, die auf einem „Rollover“ der Anleihen beruhte. Damit soll die Feststellung eines Zahlungsausfalls und die damit verknüpften Folgen an den Finanzmärkten vermieden werden.

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18 Kommentare zu "Wirtschaftsforscher: Euro-Zone vor „chaotischem Zerfallsprozess“"

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  • An "Icke" folgende Bemerkung:
    Ich glaube nicht, dass die Probleme größer werden würden, denn man hätte viel Zeit gewonnen in der man auf die Problemländer Einfluß nehmen könnte.

  • "Macht endlich eine Euroanleihe für die Kreditaufnahme aller Euroländer. Damit wäre das gesamte Problem erst einmal für viele Jahre vom Tisch."

    Tolle Idee.
    Zugunsten eines Aufschubs nimmt man in Kauf das die Probleme immer größer werden.
    Ist Ihnen noch nie der Gedanke gekommen das ein großer Teil unserer heutigen Probleme von solchen Handlungsweisen herrührt?

  • Macht endlich eine Euroanleihe für die Kreditaufnahme aller Euroländer. Damit wäre das gesamte Problem erst einmal für viele Jahre vom Tisch. Kein Land würde dann auch nur einen Euro für ein anderes leisten müssen.
    Johannes Suska

  • Sehenden Auges in das Finanzchaos! Das Todesurteil über den Euro wie wir in kennen ist gesprochen. Die stabilen Länder werden geplündert. Offenbar war das der einzige Zweck dieser ungedeckten Währung. Die nächsten Jahre werden sehr unruhig werden, in jeder Beziehung.

  • Und jetzt bitte mal wieder das Hirn einschalten. Jemand der glaubt mit der DM wär alles besser und war alles besser, der hat sich nicht hinreichend informiert! Die Finanzkrise hätte es trotzdem gegeben und ohne den Euro ginge es Deutschland jetzt sehr viel schlechter. Was glaubt ihr den warum wir Exportmeister sind? Zum Teil auch weil durch den Euro der Handel revolutioniert wurde. Die DM war längst nicht so stark und sicher wie viele glauben möchten. Ich halte auch weiterhin an dem Euro fest, denn er ist der Weg in eine moderne und ausgewogene Finanzwelt. In einer globalen Welt wie heute ist eine entsprechende Währung unverzichtbar!

  • Und das abstruseste an der ganzen Geschichte ist, dass immer noch mit der Türkei verhandelt wird! Wer soll die Kosten eines Türkeibetritts übernehmen?

  • Das darf man dort nicht, das ist "befriedete Zone", die Polizei wrid dort jedem wegräumen, der sich mit anderen versammeln oder gar laut werden möchte! So ist das in einer Diktatur! Hier konkret belegt:

    http://www.youtube.com/watch?v=XPvbrEfo7Zc&feature=channel_video_title

  • Denkt eigentlich jemand noch an den "moral hazard" ?
    Wenn sich die schein-demokratische Mehrparteien-Diktatur als Lügen- und Hinhalte-Rette-sich-wer-kann entpuppt, kann ich nur warnen, dass die BRD nicht die letzte Republik auf deutschem Boden sein könnte...

  • Wir haben es mit Ideologen zu tun, die sich existenziell einer Ideologie verschrieben haben: das ist die EURO-Ideologie! Die geben nicht einmal auf, wenn alles ruiniert ist, die achten die Wahrheit nicht, die muß man mit Gewalt sicher wegsperren oder totschlagen, die machen sonst immer weiter. Dazu haben sie sich rechtzeitig und fast unbemerkt den Lissabon-Vertrag geschaffen, der ihnen erlaubt, jeden Widerstand zu brechen und Menschen zu töten, ähnlich, wie es von den Chinesen auf dem "Platz des himmlischen Friedens" praktiziert wurde.

    Wer keine Erfahrungen mit Ideologien hat, erkennt nicht, was passiert und wundert sich mehr oder weniger verzweifelt. Die Machtausübung von ideologischen Systemen beruht aber letzendes auf der fehlenden politschen Bildung der Beherrschten, deren fehlenden Zivilcourage und deren Unfähigkeit, sich effizient zu organsieren und gemeinsam protestierend ihre Rechte einzufordern. Die PSanier können sowas, die Deutschen nicht.

    Wozu schreibe ich das alles, es kann oder will doch keine(r) verstehen!

  • Die Bilderberger befehlen und die Marionetten führen aus. Ziel ist eine zentralistische Wirtschaftsregierung und Übertragung des Haushaltsrechts auf die EU. Ordo ab chaos, schaffe die Probleme selbst (durch Zinseszinssystem) und biete eine Lösung. Die Medien werden dazu angehalten im Sinne der Eliten zu berichten und zu zensieren. So bleibt das Volk dumm und glaubt an ein Griechenproblem. ES IST ABER EIN SYSTEMISCHES PROBLEM. Achja, jeglichen Schulden stehen Vermögen gegenüber, wem gehören die wohl? ...und wer das Geld hat, hat das sagen!

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