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Wirtschaftsforscher zu Griechenland „Euro-Austritt würde Chaos auslösen“

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AfD-Chef Lucke warnt vor Zugeständnissen

Griechenland blitzt ab

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wertete den Antrag dagegen als positives Zeichen, das den Weg zu einem Kompromiss ebnen könne. Ähnlich äußerte sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Der französische Regierungschef Manuel Valls nannte die Vorschläge aus Athen ein ermutigendes Zeichen, dass eine rasche Lösung möglich sei.

Der Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, warnt mit eindringlichen Worten vor Zugeständnissen an die Regierung in Athen. Der neue griechische Hilfsantrag an die Euro-Gruppe sei eine „versuchte Täuschung der Öffentlichkeit“, sagte Lucke dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis erwecke den Eindruck, als würde er das Finanzhilfe-Abkommen („Master Facility Agreement“) als zentrale Vereinbarung zwischen Griechenland und seinen Geldgebern anerkennen. „Aber tatsächlich beschränkt er die Anerkennung auf die finanziellen und prozeduralen Teile der Vereinbarung. Damit sind die in einem separaten Memorandum niedergelegten Reformverpflichtungen der griechischen Regierung ausdrücklich ausgeklammert“, kritisierte Lucke.

Unter den finanziellen Teilen der Vereinbarung verstehe Griechenland offenbar die Hilfszusagen der Euro-Zone, sagte der AfD-Chef weiter. Das aber sei nichts Neues: „Dass Griechenland gerne mehr Geld bekommen möchte, ist ja bekannt.“ Wenn darüber hinaus aber nur noch „prozedurale Vereinbarungen“ anerkannt würden, sei das Abkommen damit de facto entkernt, so Lucke. „Griechenland erkennt damit alles an, nur nicht seine eigenen Reformverpflichtungen.“ Lucke forderte die Bundesregierung und die Euro-Zone vor diesem Hintergrund auf, das griechische Schreiben als „völlig unzureichend“ zurückzuweisen und Vorkehrungen für ein baldiges Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone zu treffen.

Weil das Reform- und Hilfsprogramm für Griechenland ausläuft, drängt die Zeit. Danach droht dem vom Kapitalmarkt abgeschnitten Land die Pleite: 2015 werden Kredite von fast 17 Milliarden Euro fällig.

Die Zustimmung zu dem Antrag muss einstimmig erfolgen. Außer Deutschland dringen auch frühere Euro-Problemländer wie Spanien und Portugal auf eine Umsetzung der Reformen, die sie ihren Bevölkerungen ebenfalls zumuten mussten. Hinzu kommt der Unmut von ärmeren Euro-Ländern. Lettlands Finanzminister Janis Reirs sagte, die Zusammenarbeit mit Athen könne nur auf Basis des jetzigen Programms weitergehen. Die neue griechische Regierung lehnt Teile der verabredeten Reformen wegen sozialer Härten ab.

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53 Kommentare zu "Wirtschaftsforscher zu Griechenland: „Euro-Austritt würde Chaos auslösen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Derartige "Warnungen" gab es auch, als sich die Slowaken von den ungeliebten Tschechen trennten und was passierte? Nix.

  • "...würden in Griechenland zu einem wirtschaftlichen Chaos führen" Na und? Das ist Griechenlands Problem, nichr das der anderen Euro Mitglieder. Ausserdem hescht in Griechenland permanentes wirtschaftliches Chaos. Natuerlich wird es onhen die Milliarden anderer Leute noch ein wenig chaotischer.

  • endlich raus aus dem euro mit den koruppten griechen!! mehr sollte es da eigentlich gar nicht zu sagen geben

  • Griechenland war schon vor dem Rettungsprogramm korrupt und hatte das Problem der Steuerhinterziehung. Dennoch war das Wachstum bis zur Wirtschaftskrise sehr hoch. Diese Dinge sind natuerlich Probleme jedoch keine Ausloeser fuer die Krise Griechenlands. Herr Schaeuble kann durch sein ignorante Art nicht einsehen, dass das Hilfsprogramm gescheitert ist. Zu keinem Zeitpunkt seit dem EU Beitritt ist die griechische Wirtschaft staerker gefallen als nach dem Start des Hilfsprogramms. Unsere Regierung saugt Griechenland alles aus was sie haben. Als kleines Beispiel ist im Hilfsprogramm enthalten, dass die Griechen mehr Geld in Waffen investieren muessen, welche sie wieder von Deutschland erwerben. Wenn dieses hinterlistige und ignorante Gespann bei uns wieder gewaehlt wird, muss man sich wirklich Gedanken machen...

  • Immer diese Panikmache!
    Ist das jetzige Chaos nicht der Tatsache geschuldet, daß Griechenland in den Währungsverbund EINGETRETEN ist, obwohl es doch offensichtlich nicht in denselben hineingehört? Der Austritt wäre somit nur die Korrektur des Fehlers.

  • @Herr Gian

    -Ich verfolge seit einigen Jahren den wirtschaftlichen Aufstieg der Bayern. Früher vor 15-20 Jahren waren sie bettelarm und sehr ruhig. -

    Sie benötigen um die Entwicklung in Bayern richtig verfolgen zu können keine Jahre, sondern eher ein Jahrhundert.
    Wenn schon jemand schreibt, dass Bayern vor 15 - 20 Jahren bettelarm war, also 1995 - 2000, dann können Sie sich Ihren gesamten Schmonsens sparen.

  • Ich bin mir sicher, dass sich am Ende die griechische Regierung durchsetzen wird und Schäuble und Merkel als Verlierer des Pokers dastehen werden. Die Angst bei den Eurokraten ist, dass ein Ausscheiden Griechenlands immer noch das Restrisiko des Domino-Effekts in sich birgt. Niemand in Brüssel will wirklich wissen was passiert, wenn ein Land aus dem Euro ausscheidet. Scheidet ein Land nämlich aus, bedeutet es im Umkehrschluss, dass auch andere Länder austreten könnten und somit der Anfang vom Ende der Währungsunion eingeläutet wäre. Ich bin mir zu 100% sicher, dass Griechenland weiterhin zur Eurozone gehören wird. Zuviel steht für die Eurokraten auf dem Spiel, sie werden einknicken, da bin ich mir ganz sicher. Ich bin gespannt, welche politischen Verwerfungen dies dann in Deutschland haben wird. Wie will die Bundesregierung ihr Einknicken dem deutschen Steuerzahler und Wähler erklären? Eine weitere Zustimmung wird meiner Meinung nach eine Regierungskrise in Deutschland auslösen und die Politikverdrossenheit noch weiter erhöhen!
    Entweder wollen wir Europa oder wir wollen es nicht. Wenn wir es wollen dann brauchen wir eine durch Voklsabstimmungen demokratisch legitimierte Europäische Regierung, eine europäische Verfassung und vor allem eine europäische Politik. Wir brauchen Politiker, die das große Ganze im Blick haben und auch für ganz Europa Verantwortung übernehmen. Und dann ist Europa auch ein solidarisches Europa, in dem die ärmeren Länder Geld von den reicheren erhalten, so wie Berlin im Bund Geld von Baden-Württemberg bekommt.
    Wenn wir das aber nicht wollen, dann ist der Euro ein großer Fehler, der die Völker Europas gegeneinander aufhetzt und dauerhaften Streit und Zwietracht säht.

  • Machen sich unsere Polit-Ökonomen, also all die "Wissenschaftler" ,die immer wieder der Euro-Rettungspolitik der Regierung eine pseudowissenschaftliche Begründung liefern, auch mal Gedanken über das Chaos der Weiterführung dieser wahnsinnigen Geldverschwendung?

  • @Herr Marc Otto

    Aber die Hand des "Oberarztes" zittert.

    Er wird deshalb nicht fähig sein, einen sauberen Schnitt durchzuführen.

  • es ist schön dass sich herr grüner den kopf der griechen zerbricht. dort besteht eine demokratisch gewählte regierung, die ihre verantwortung wharnimmt. deutsche köpfe sind mittlerweile so sozialistisch, dass jeder jeden vor allem schützen muß. so entstehen keine verantwortungsvollen Menschen oder Institutioen. das scheitern griechenlands ist doch längst von den finanzmärkten eingepreist.

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