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Wirtschaftsminister auf Auslandsbesuch Altmaier muss auf seiner Asientour Sorgen um Deutschlands Stabilität ausräumen

In Asien will der Wirtschaftsminister Geschäftsbeziehungen vertiefen. Seine Gesprächspartner sind durch die Ereignisse in Berlin verunsichert.
01.11.2018 - 19:38 Uhr Kommentieren
Fragen zur Berliner Politik. Quelle: dpa
Peter Altmaier (ganz rechts) mit japanischen Unternehmern

Fragen zur Berliner Politik.

(Foto: dpa)

Jakarta, Tokio Es ist heiß in Jakarta, 31 Grad, die Luft ist feucht. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat in den vergangenen drei Nächten immer nur wenige Stunden schlafen können. Seitdem er am Dienstag in Tokio gelandet ist, hetzt er von einem Termin zum nächsten.
Nach Gesprächen mit drei japanischen Ministern und Tausenden von Kilometern in der Luft besucht er das indonesische Automobilunternehmen Astra, in dem das deutsche duale Ausbildungssystem angewandt wird. Indonesier können hier eine Ausbildung zum DIHK-zertifizierten Automechaniker machen. Altmaier soll den Absolventen ihre Urkunden überreichen.

Kaum setzt er sich in dem stark gekühlten Raum an einen der runden Tische, geht es mit den Fragen schon los. Neben ihm sitzt der Chef von Astra, Prijono Sugiarto, daneben der indonesische Industrieminister Airlangga Hartarto. Sie wollen wissen, wie es um die Stabilität der deutschen Regierung steht.

Wird Angela Merkel jetzt auch die Kanzlerschaft abgeben? Wer werden die Kandidaten für ihre Nachfolge sein? „Es werden zwei sein“, erklärt Altmaier interessanterweise. Die Frau sei aus seinem Bundesland, den Mann kenne er auch seit 25 Jahren. „Ich werde die Frau unterstützen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass er während seiner großen Asienreise danach gefragt wird, wie es in Deutschland weitergeht, nachdem Merkel am Montag mitgeteilt hat, den Parteivorsitz aufzugeben. Auch der japanische Wirtschaftsminister Hiroshige Seko wollte wissen, „wie die politische Lage in Deutschland ist“. Altmaier versuchte es mit Humor: „Die deutsche Bundesregierung ist stabil – hoffe ich jedenfalls“, antwortete er lachend. „Vorhin war sie noch im Amt.“

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    Dann wurde er ernst. Die Spitzen der Koalitionsparteien seien entschlossen, diese Koalition fortzusetzen. Altmaier äußerte die Erwartung, dass er noch ein zweites Mal als Wirtschaftsminister nach Japan reisen wird. Später sagte er, er hoffe, dass Merkel als Kanzlerin vorerst im Amt bleibe. „Aber das Erfolgsmodell Deutschlands hängt nicht an einer Person.“ Für jeden Vertreter asiatischer Staaten, die Altmaier trifft, ist die Stabilität Deutschlands von Bedeutung.

    Ab Donnerstag nimmt Altmaier an der großen Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft teil. Rund 900 Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik kommen, Minister aus fast allen Ländern Asiens. „Deutschland und die Länder der Asien-Pazifik-Region verbinden seit Langem enge und starke Partnerschaften“, sagt Altmaier. „Unsere gemeinsame Antwort auf die globalen Herausforderungen kann nur ein gemeinsames Eintreten für offenen, freien und fairen Welthandel sein.“

    Die Region ist die wichtigste außerhalb Europas für den Handel deutscher Unternehmen. 17 Prozent der deutschen Exporte gehen dorthin. „Angesichts der Tendenz zum Protektionismus ist es wichtiger denn je, mit den verbleibenden gleichgesinnten Ländern der Region zusammenzuarbeiten, um ein ,level playing field‘ zu erreichen“, sagt Hubert Lienhard, der Chef des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.

    Altmaier ist davon überzeugt, dass im Kampf um den freien Handel und gegen Protektionismus und bei den technologischen Herausforderungen der Digitalisierung nur eine engere Zusammenarbeit mit „Wertepartnern“ Sinn macht. Mit seinem japanischen Amtskollegen unterzeichnete er eine gemeinsame Erklärung zur intensiveren Zusammenarbeit bei Industrie 4.0 und Digitalisierung.

    In Altmaiers kleiner Wirtschaftsdelegation wird durchaus Verständnis für Merkels Schritt geäußert und vor allem Respekt. Altmaiers Standard-Eisbrecher bei Reden funktioniert weiterhin zuverlässig: „Ich bin zwar nicht der wichtigste Minister im Kabinett, aber der gewichtigste“, sagt Altmaier gerne. Seine Zuhörer klatschen und lachen herzlich.

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