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World Economic Forum WEF-Präsident Børge Brende: „Wir nehmen bestimmte Risiken nicht ernst genug“

Der Präsident des WEF fordert eine Versicherungsprämie für Gesundheitsgefahren und erklärt, warum man mit einer Pandemie hätte rechnen können.
22.04.2020 - 18:27 Uhr Kommentieren
Der Präsident des World Economic Forum spricht in Davos. Quelle: picture alliance/AP Photo
Børge Brende

Der Präsident des World Economic Forum spricht in Davos.

(Foto: picture alliance/AP Photo)

Düsseldorf Jedes Jahr im Januar veröffentlicht das World Economic Forum (WEF) seinen „Global Risk Report“. „In unserem letzten Bericht hatten wir ein ganzes Kapitel über die Gefahren einer Pandemie“, erzählt WEF-Präsident Børge Brende im Handelsblatt-Gespräch. Und dennoch sei die Welt vom Coronavirus überrascht worden. Für den früheren norwegischen Außenminister ist deshalb die größte Gefahr, dass wir einige Risiken nicht ernst genug nehmen.

Herr Brende, was sind die ersten Lehren aus der Pandemie?
Es war ein Kardinalfehler, dass die Welt auf den Ausbruch des Coronavirus nicht besser vorbereitet war. Seit langer Zeit gab es Hinweise, dass wir mit einer Pandemie rechnen müssen: die Sars-Epidemie 2003, die Schweinegrippe 2009 und die Ebolakrise 2014. Der Preis für unzureichende Vorbereitungen ist höher als die Kosten einer guten Vorsorge.

Die Pandemie hat auch gezeigt, dass Länder sehr unterschiedlich die Krise verkraften. Woran liegt das?

Länder wie Deutschland und Südkorea haben die Krise bisher besser als andere gemanagt, vor allem, weil sie frühzeitig getestet haben. Außerdem haben wir gesehen, dass Länder mit einem guten Gesundheitssystem besser mit hohen Fallzahlen zurechtkommen als andere. Alle stehen jetzt vor der Aufgabe, die Einschränkungen nicht zu früh zu lockern, damit eine zweite Ansteckungswelle verhindert wird.

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    Welche Länder leiden besonders unter den Folgen der Pandemie?
    Ich mache mir große Sorgen um Entwicklungs- und Schwellenländer, von denen viele bereits vor der Krise unter einer hohen Schuldenlast gelitten haben.

    China erweckt den Eindruck, die Krise besonders gut gemeistert zu haben. Glauben Sie dem Narrativ aus Peking?
    Wir sollten einen unnötigen Wettbewerb zwischen Ländern vermeiden. Jetzt brauchen wir Kooperation und nicht Konkurrenz. Leider ist das bislang nicht der Fall. Es wäre tragisch, wenn die Coronakrise die Welt noch stärker polarisieren würde. Wir brauchen jenen gemeinsamen Geist, der die Welt auch nach der Finanzkrise 2008 hat zusammenrücken lassen.

    Wie finden wir eine neue Balance zwischen Sicherheit und Effizienz?
    Ich hoffe, wir fallen nicht von einem Extrem ins andere. Wir müssen auch für Gesundheitsrisiken eine Versicherungsprämie zahlen. Das wird das globale Wachstum der Weltwirtschaft nicht bremsen. Wenn wir allerdings die internationale Arbeitsteilung infrage stellen, sieht die Sache anders aus. Man sollte nicht vergessen, dass die globalen Wertschöpfungsketten den globalen Wohlstand verdoppelt haben.

    Herr Brende, vielen Dank für das Interview.

    Mehr: Alle Entwicklungen in der Coronakrise lesen Sie im Liveblog.

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