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WTO-Treffen in Nairobi Welthandelskonferenz ohne Einigung zu Doha-Runde abgeschlossen

Der Westen will die Doha-Runde beenden, die Entwicklungsländer lehnen das ab: Die 10. Welthandelskonferenz geht ohne Klärung der wahrscheinlich wichtigsten Frage zu Ende. Viele Länder sind enttäuscht.
19.12.2015 - 16:49 Uhr
Seit mehr als zwölf Jahren wird in der Doha-Runde über den Welthandel diskutiert – bisher ohne Ergebnis. Quelle: dpa
Angehaltene Agenda

Seit mehr als zwölf Jahren wird in der Doha-Runde über den Welthandel diskutiert – bisher ohne Ergebnis.

(Foto: dpa)

Nairobi Die mehr als 160 Mitgliedsstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) haben bei ihrer Ministerkonferenz in Nairobi keine gemeinsame Haltung zur Zukunft der Doha-Entwicklungsrunde gefunden. Nach zähen Verhandlungen nahmen sie am Samstagabend in Nairobi eine Abschlusserklärung im Konsens an, in der unter anderem auf gegensätzliche Positionen zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern zur Doha-Runde verwiesen wird.

Indien und Venezuela gaben zuvor ihre Kritik daran zu Protokoll. Es sei enttäuschend, dass es der WTO nicht gelungen sei, sich auf ein klares Bekenntnis zur Fortsetzung der Doha-Agenda zu verständigen, erklärte Indiens Handelsministerin Nirmala Sitharaman.

Die USA und die EU wollen einen Schlussstrich unter die Doha-Agenda ziehen und bei der WTO über neue Themen der Globalisierung verhandeln. Die meisten Entwicklungsländer lehnen dies ab und fordern die Fortsetzung der Verhandlungen.

Ungeachtet dieser Gegensätze sprach WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo von einem Erfolg. Es seien mehrere Vereinbarungen erreicht worden, von den insbesondere die ärmsten Länder profitieren. Die WTO habe bewiesen, dass sie trotz aller Kritik handlungsfähig sei.

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