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Wut auf Regierung Tausend Demonstranten in Istanbuler U-Bahn

Die Verletzung eines Schwarzfahrers in Istanbul hat die Wut auf die Regierung in der Türkei erneut entfacht. Hunderte Demonstranten protestierten in der U-Bahn. Ähnliche Proteste gab es auch in Ankara und Izmir.
31.12.2013 - 18:48 Uhr Kommentieren
Hunderte Demonstranten versammelten sich in der U-Bahnstation in Istanbul und Ankara. Quelle: Reuters

Hunderte Demonstranten versammelten sich in der U-Bahnstation in Istanbul und Ankara.

(Foto: Reuters)

Istanbul Aus Protest gegen Schläge für einen Schwarzfahrer, aber auch gegen den Korruptionsskandal in der türkischen Regierung haben sich fast eintausend Demonstranten in der Istanbuler U-Bahn versammelt. "Die Wut des Volkes wird die Regierung niederbrennen", riefen die Menschen, nachdem sie über die Kontrollbarrieren in der Metro am Taksim-Platz gesprungen waren, und forderten eine grundsätzlich kostenlose Beförderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Medienberichten zufolge hatte ein Sicherheitsmann am Montag einen 20-jährigen Obdachlosen mit einem Metalldetektor am Kopf verletzt, als dieser ohne Fahrschein einsteigen wollte.

Der Protest richtete sich auch gegen den Korruptionsskandal, der derzeit die Regierung von Recep Tayyip Erdogan erschüttert. "Die Diebe werden dem Volk Rechenschaft ablegen", skandierten die Demonstranten, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Laut türkischen Medien gab es ähnliche Protestaktionen in der Hauptstadt Ankara und in der westlichen Stadt Izmir.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen enge Verwandte von wichtigen Regierungsmitarbeitern, weil sie in illegale Geschäfte mit dem Iran verwickelt sein sollen. Erdogan hat die Welle von Verhaftungen als Schmierenkampagne bezeichnet und mit einer umfassenden Kabinettsumbildung reagiert, bei der zehn Minister ausgetauscht wurden.

Kritiker werfen Erdogan vor, die Ermittlungen der Justiz zur Aufklärung des Skandals zu behindern. Seit Bekanntwerden der Korruptionsaffäre vor zwei Wochen traten insgesamt fünf Abgeordnete aus Erdogans Partei für Gerechtigkeit und Freiheit (AKP) aus. Sie begründeten dies mit dem Druck, den Erdogan im Zusammenhang mit der Affäre auf Polizei und Justiz ausübe.

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