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WWF Klimarisiken für Finanzmärkte und Firmen werden unterschätzt

Die Finanzindustrie reagiert zwar auf ökobewusste Anleger, Gefahren des Klimawandels seien für Unternehmen dennoch zu intransparent. Experten wollen einheitliche Standards - und hoffen deswegen auf ein G20-Signal.
04.07.2017 - 14:34 Uhr Kommentieren
„Grüne Finanzen“ sind ein Schwerpunkt der deutschen G20-Präsidentschaft. Quelle: dpa
Amazonas-Regenwald

„Grüne Finanzen“ sind ein Schwerpunkt der deutschen G20-Präsidentschaft.

(Foto: dpa)

Berlin Vor dem G20-Gipfel hat die Umweltschutzorganisation WWF die Top-Wirtschaftsmächte aufgefordert, zur Stabilisierung der Finanzmärkte Standards für die Offenlegung von Klimarisiken zu vereinbaren. „Klimabezogene Finanzmarktrisiken werden immer noch unterschätzt“, kritisierte WWF-Experte Matthias Kopp am Dienstag in Berlin. Klimarisiken stellten für Unternehmen und Investoren ein materielles Risiko dar und könnten das Finanzsystem eventuell destabilisieren, wenn sie nicht richtig eingepreist werden. Auch die Aufsichtsbehörden müssten sich global intensiver damit befassen.

Die Folgen der Erderwärmung können sich nach Ansicht des WWF nicht nur unmittelbar negativ auf den Finanzmarkt auswirken - etwa, wenn Regionen durch Dürren, Überschwemmungen oder andere Katastrophen ihr landwirtschaftliches oder touristisches Potenzial verlieren. Auch verändere sich das Anlageverhalten von Investoren - weg von fossilen Energieträgern wie Kohle und Öl und emissionsintensiven Geschäftsmodellen. Wer dies nicht berücksichtige, dem drohten Verluste. Über Fehlinvestitionen bei Pensionskassen könnte so die Altersvorsorge von Millionen Menschen gefährdet sein.

Auf diese Sechs kommt es beim Treffen an
Angela Merkel
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Die Bundeskanzlerin ist die dienstälteste Regierungschefin in Europa. Im Gegensatz zu ausländischen Amtskollegen hat die beherrschte Physikerin alle Konflikte überstanden – von der Schuldenkrise über die Euro-Krise bis zur Flüchtlingskrise. Außenpolitisch war die Lage für Merkel selten so angespannt wie jetzt. Ihr Verhältnis zum neuen US-Präsidenten Donald Trump ist schwierig, weil die in der DDR aufgewachsene Pfarrerstochter für Freiheitsrechte und Freihandel eintritt und in der Globalisierung Chancen für alle Partner sieht – während Trump eine Politik der Abschottung betreibt. Die Beziehung zu Russlands Staatschef Wladimir Putin ist seit der Ukraine-Krise gestört. In Anbetracht dessen wirkt Merkels Austausch mit Chinas Präsident Xi Jinping geradezu gelassen.

(Quelle:dpa)

(Foto: dpa)
Donald Trump
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Der US-Präsident ist in viel schlechterer Verfassung als sein Land. Er tut sich fünf Monate nach der Amtsübernahme innenpolitisch schwer, hat bisher kaum ein größeres Politikprojekt umsetzen können, blickt weiterhin auf geradezu desaströse Umfragewerte. Sein Einreisestopp wurde von Gerichten auf Minimalmaß gestutzt, seine Gesundheitsreform hängt im Senat fest, seine Steuerreform steht in den Sternen. Nicht einmal der Mauerbau an der Grenze zu Mexiko, eines seiner zentralen Wahlkampfversprechen, hat bisher begonnen. Dazu kommt sein oft wenig präsidiales Auftreten, wie etwa bei seinen wiederholten Beleidigungen kritischer Journalisten.

(Foto: AP)
„Make-America-Great“-Themen
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Trump wird beim Gipfel versuchen, „Make-America-Great“-Themen zu spielen. Dazu gehört auch der Streit um Stahlimporte aus Deutschland und China und der größere Kontext des Welthandels. Notfalls, so droht Trump, würden die USA aus der Welthandelsorganisation (WTO) austreten. Beim Thema Sicherheit wird Trump auf die Karte des Anti-Terror-Kampfes setzen und das Nordkorea-Thema ansprechen. Dass die Nato-Mitglieder ihre Verteidigungsausgaben erhöhen, verbucht er als Erfolg. Mit Spannung wird erwartet, ob Trump in der Klimapolitik zumindest einen Minimalkompromiss zulassen wird.

(Foto: dpa)
Wladimir Putin
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Der russische Präsident reist vor allem nach Hamburg, um erstmals Trump zu treffen. Der Kremlchef ist in einer misslichen Lage. Russland hat sich nach Erkenntnissen von US-Geheimdiensten vergangenes Jahr zugunsten von Trump in den Wahlkampf eingemischt. Doch nun verhindert gerade dieser Skandal die Annäherung, die Trump versprochen und Putin erhofft hatte. Jede Bewegung Trumps auf Moskau zu würde misstrauisch beäugt. Und die republikanische Mannschaft um den Präsidenten sieht Russland traditionell eher als Gegner, dem man auch in Syrien oder der Ukraine gelegentlich zeigen muss, wo es langgeht.

(Foto: dpa)
Neue Herausforderung
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Russlands starke Stellung im Syrien-Konflikt ist trotzdem ein Pfund, mit dem Putin bei der G20 wuchern kann. Seit dem Rauswurf aus der G8 ist der Zwanzigergipfel für ihn jedes Jahr die größte internationale Bühne, auf der er viele Kontakte pflegt. Wirtschaftlich läuft es in Russland nicht mehr ganz so schlecht wie noch vor zwei Jahren. Eine neue Herausforderung für Putin sind die Proteste junger Russen gegen seine Dauerherrschaft. Sie dürften seine Wiederwahl 2018 nicht verhindern, bereiten dem Kreml aber mehr Kopfzerbrechen als erwartet.

(Foto: dpa)
Xi Jinping
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Chinas Staats- und Parteichef hat mehr Macht an sich gerissen als seine Vorgänger. Gegner in Partei und Militär hat er mit seiner Anti-Korruptionskampagne ausgeschaltet. Auf dem nur alle fünf Jahre stattfindenden Parteitag im Herbst wird Xi Jinping auch den engsten Machtzirkel, den Ständigen Ausschuss des Politbüros, mit seinen engsten Vertrauten besetzen und mit noch größerer Machtfülle in eine zweite fünfjährige Amtszeit gehen.

(Foto: Reuters)
Vorkämpfer gegen Protektionismus
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Anders als seine Vorgänger will Xi auch eine größere Rolle auf der Weltbühne spielen. Kern seiner geopolitischen Strategie ist die Initiative einer „Neuen Seidenstraße“. Geplant sind Investitionen in Wirtschaftskorridore und Infrastrukturprojekte wie Häfen, Straßen, Zugstrecken oder Pipelines, die Chinas Einfluss in der Welt ausweiten. Kritiker fürchten eine „neuen Weltordnung chinesischer Prägung“. Der Abschottungskurs von Trump spielt ihm in die Hände, da sich Xi als Vorkämpfer gegen Protektionismus und Klimawandel präsentieren kann.

(Foto: Reuters)

Deutschland hat „green finance“ (grüne Finanzen) zu einem Schwerpunkt seiner G20-Präsidentschaft gemacht. 2015 hatte die G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer den Finanzstabilitätsrat (FSB) aufgefordert, Risiken durch den Klimawandel zu berücksichtigen. Auf dem anstehenden G20-Gipfel in Hamburg sollte ein Bericht vorgelegt werden. Dabei geht es auch um einen besseren Zugang zu Umweltdaten. Global einheitliche Standards fehlen bisher.

Kopp hofft, dass zwei, drei Sätze in die G20-Abschlusserklärung kommen: „Zum Beispiel ein Auftrag für Klima-Stresstests der Zentralbanken - das hätte eine echte Wirkung.“ Von der G20-Gruppe forderte der WWF, eine permanente Arbeitsgruppe einzurichten, um Umweltrisiken längerfristig und kontinuierlich zu analysieren und transparent zu machen. Deutschland habe diese Chance verpasst.

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    Linksextreme Krawalle erwartet
    Blockade
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    Polizisten stehen am Sonntag an der Zufahrt zum Elbpark Entenwerder im Stadtteil Rothenburgsort in Hamburg und hindern einen LKW von Kundgebungsteilnehmern an der Weiterfahrt. Die Hamburger Polizei hat nach Angaben von Aktivisten den Aufbau eines vom Verwaltungsgericht genehmigten Protest-Camps gegen den G20-Gipfel blockiert. An dem Lager hatte es am Sonntagabend erste Tumulte gegeben, als die Polizei elf Zelte entfernte. Die Beamten setzten Pfefferspray ein, ein Aktivist wurde festgenommen.

    (Foto: dpa)
    Protestcamp
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    Die Befürchtungen, dass es bei den Protesten rund um den G20-Gipfel in Hamburg nicht ruhig bleibt, bestätigen sich. Die Polizei muss sich für das Eingreifen gegen das genehmigte Protest-Camps rechtfertigen. Seitens der Polizei wurde nur eine verletzte Person angeben. Ein Sprecher der Hamburger Linksfraktion spricht hingegen von einer schwer verletzten Person und bis zu zehn Leichtverletzten.

    (Foto: Reuters)
    Protestwelle gegen den G20 Gipfel
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    Trotz einiger Unwägbarkeiten etwa zur Zulässigkeit von Protestcamps habe die Einsatzleitung die richtigen Entscheidungen über Ausrichtung und Personalstärke getroffen. „Das liegt auch daran, dass endlich die Politik aus Bund und Ländern der Polizei den Rücken stärkt.“ Die Ankündigung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), gegen gewalttätige Gipfelstörer hart vorzugehen, nannte Wendt richtig. „An dieser Stelle darf es keine Toleranz geben.“

    (Foto: dpa)
    Polizei
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    Die Polizei rechnet zum G20-Gipfel in Hamburg mit tausendenden Autonomen, die den Protest mit gewaltbereiten Aktionen auf die Straße bringen wollen. Radikale Gruppen sollen sich aus Italien, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und Skandinavien mobilisieren.

    (Foto: AP)
    Abstimmung
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    Die großen Köpfe sind am Zug: Die Abstimmung der europäischen G20-Teilnehmer fand bereits am vergangenen Donnerstag in Berlin statt. Merkel hatte die G20-Mitglieder sowie Spanien, die Niederlande und Norwegen ins Kanzleramt eingeladen. Grund ist vor allem, dass die deutsche G20-Präsidentschaft nur dann eine Chance auf Bekenntnisse gegen Protektionismus oder für Klimaschutz hat, wenn wenigstens die Europäer geschlossen auftreten. Das sicherten ihr Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Regierungschef Paolo Gentiloni und die britische Premierministerin Theresa May zu – obwohl May längst eigene Interessen hat, wie die angekündigten amerikanisch-britischen Freihandelsgespräche zeigen.

    (Foto: Reuters)
    Protestwelle
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    Die Luftaufnahme aus einem Hubschrauber zeigt Teilnehmer der Protestwelle gegen den G20-Gipfel, die am Sonntag in Hamburg auf der Binnenalster mit Booten fahren während sich weitere Teilnehmer am Ufer versammelt haben – aus Protest gegen die Politik der G20.

    (Foto: dpa)
    Das Motto: „Protestwelle“
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    Das G20-Treffen in Hamburg wird von großflächigen Demonstrationen begleitet. Unter dem Motto „Protestwelle“ versammelten sich in Hamburg tausende Menschen, um friedlich für den Umweltschutz zu protestieren.

    (Foto: dpa)

    Die FSB-Finanzaufseher haben jüngst Empfehlungen vorgelegt. Im Bericht der FSB-Arbeitsgruppe (Task Force on Climate Related Financial Disclosures/TCFD) unter Leitung des US-Unternehmers und früheren New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg wird ein System vorgeschlagen, mit dem Unternehmen klimabezogene Finanzrisiken sowie Strategien zur Risikominimierung gegenüber Investoren, Kreditgebern, oder Versicherern offenlegen können. Die Initiative wird bisher von mehr als 100 Unternehmen unterstützt.

    Das Pariser Klimaabkommen habe viel ausgelöst, sagte Kopp: „Den Unternehmen wird klar, dass sie handeln müssen. Das verstehen sie teils schneller als Banken und Investoren.“ Deutschland hinke Skandinavien, den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz und Großbritannien hinterher. Anderswo werde institutionellen Investoren vorgeschrieben, Klimarisiken transparent zu machen, oder Notenbanken entwickelten Klima-Stresstests. Hierzulande herrsche wenig Transparenz, beklagte er. Viele Menschen interessiere nicht, wie ihre Rentenversicherung investiere: „Es kommt darauf an, Investitionen in die richtigen Bahnen zu lenken.“ Fehlinvestitionen könnten wegen Pflichtverletzungen für Unternehmen auch zum Problem werden.

    • dpa
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