Xi besucht Trump Heikler Tanz unter Palmen

Wenn sich die Führer der beiden größten Wirtschaftsnationen USA und China am Donnerstag und Freitag unter Floridas Sonne erstmals begegnen, ist das zweifellos auch ein Kräftemessen. Es geht um viel.
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In den vergangenen Monaten schien es manchmal, als wolle Trump China als neuen Hauptgegner aufbauen und sich lieber an Russland halten. Dass sich das zuletzt geändert hat, könnte auch der Einsicht geschuldet sein, dass im 21. Jahrhundert an China kein Weg vorbeigeht. Quelle: Reuters
Xi Jinping bei Donald Trump

In den vergangenen Monaten schien es manchmal, als wolle Trump China als neuen Hauptgegner aufbauen und sich lieber an Russland halten. Dass sich das zuletzt geändert hat, könnte auch der Einsicht geschuldet sein, dass im 21. Jahrhundert an China kein Weg vorbeigeht.

(Foto: Reuters)

Peking/WashingtonEine lockere Runde Golf werden Donald Trump und Xi Jinping in Mar-a-Lago in Florida ganz bestimmt nicht spielen. Nicht nur, weil Chinas Staats- und Parteichef eher dem Fußball zuneigt und Golf-Gegner ist – der Sport ist bei korrupten kommunistischen Funktionären sehr beliebt. Für beide Präsidenten steht auch zu viel auf dem Spiel, und dieses wird ein viel längeres sein als das um 18 Löcher.

Trump will „Amerika wieder groß machen“, während Xi Jinping die „große Wiederauferstehung der chinesischen Nation“ anstrebt – jeder auf seine Weise als „ökonomischer Nationalist“.

„Die Beziehungen zwischen China und den USA sind nicht nur wichtig für beide Länder, sondern auch für die ganze Welt“, sagte Chinas Vizeaußenminister Zheng Zeguang in Peking. „Angesichts der Lage der Weltwirtschaft ist es wichtig, die Zusammenarbeit zu stärken, um die globale Erholung zu fördern.“ Beide sollten mit ihren Differenzen „vorsichtig umgehen“.

Dennoch erhöhte Trump vor den Gesprächen den Druck. Er erwartet ein „sehr schwieriges“ Treffen, weil er ein Handelsdefizit von zuletzt 347 Milliarden US-Dollar (rund 325 Millionen Euro) mit China nicht mehr hinnehmen wolle. In den vergangenen Monaten schien es manchmal, als wolle Trump China als neuen Hauptgegner aufbauen und sich lieber an Russland halten. Dass sich das zuletzt geändert hat, könnte auch der Einsicht geschuldet sein, dass im 21. Jahrhundert an China kein Weg vorbeigeht.

China hatte sich schon seit Trumps Amtsantritt nicht provozieren lassen und geschickt bewirkt, dass Trump seine anfängliche Drohung wieder zurückgezogen hat, die „Ein-China-Politik“ in Frage stellen zu wollen. Danach erlaubt Peking keinem Land, offizielle Beziehungen zum demokratischen Taiwan zu unterhalten, das es nur als abtrünnige Provinz betrachtet. Auch der Inselstreit im Südchinesischen Meer dürfte in Florida eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Das wohl wichtigste Thema ist Nordkorea. Im Umgang mit dessen Atom- und Raketenprogramm drohte Trump mit einem Alleingang, wenn China nicht mehr tue: „Wenn China (das Problem) Nordkorea nicht löst, werden wir es tun“, sagte er. Wie wenig sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un aber unter Druck setzen lässt, demonstrierte er mit dem neuen Raketentest am Mittwoch, der wohl auch auf den Gipfel abzielte.

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