Xi Jinping telefoniert mit Trump Peking verschärft Ton gegenüber Nordkorea

Chinas Präsident Xi Jinping plädiert in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump für eine friedliche Lösung im Nordkorea-Konflikt. Er warnt die Regierung in Pjöngjang gleichzeitig vor einem weiteren Atomtest.
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US-Präsident Donald Trump (l) hat kürzlich den chinesischen Präsidenten Xi Jinping in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach empfangen. An diesen Mittwoch haben beide Politiker miteinander telefoniert. Dabei mahnte China Trump, die Probleme mit Nordkorea friedlich zu lösen. Quelle: AP
Xi Jinping und Donald Trump

US-Präsident Donald Trump (l) hat kürzlich den chinesischen Präsidenten Xi Jinping in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach empfangen. An diesen Mittwoch haben beide Politiker miteinander telefoniert. Dabei mahnte China Trump, die Probleme mit Nordkorea friedlich zu lösen.

(Foto: AP)

PekingAls Reaktion auf mehrere Raketentests hatte China Ende Februar alle Kohleimporte aus dem Land gestoppt. Das Embargo war allerdings nicht streng durchgesetzt worden. Nicht entladene Kohleschiffe machen sich nun aber wieder in Richtung des nordkoreanischen Hafens Nampo auf, wie Handelsdaten belegen. Kohle ist das wichtigste Exportgut des Landes, ein Großteil geht nach China. Setzt die Volksrepublik den Importstopp durch, dürften die fehlenden Einnahmen das Land wirtschaftlich stark unter Druck setzen. „Die Situation ist angespannt und China muss nun seine Position deutlich machen“, erklärt Jia Qingguo, Professor an der Pekinger Universität, den Schritt.

Am Mittwoch telefonierte Xi Jinping erneut mit Donald Trump, nachdem sie sich erst vergangene Woche in Florida persönlich getroffen hatten. In dem Telefonat forderte der chinesische Präsident Xi erneut dazu auf, im Streit mit Nordkorea weiterhin auf friedliche Mittel zu setzen. Das Land unterstütze die Denuklearisierung, akzeptiere aber keine Destabilisierung des Nachbarlands. Unter diesen Umständen sei es aber bereit, weiterhin mit den USA über mögliche Lösungen zu sprechen.

Parallel zu seinem Telefonat mit Trump erschien am Mittwoch in der „Global Times“ ein Artikel mit einer direkten Warnung an Nordkorea. „Sollte Pjöngjang in Kürze seinen sechsten Nukleartest durchführen, ist die Möglichkeit eines Angriffs der USA höher denn je“, erklärte das staatliche Medium, das als ein Sprachrohr der chinesischen Regierung gilt. Der Angriff auf Syrien hätte nicht nur das Selbstvertrauen der USA gestärkt, sondern auch gezeigt, dass Trump ein Mann sei, der seine Versprechen halte, so das Blatt. Und Trump hätte sich nun die Lösung des Nordkorea-Problems in den Kopf gesetzt. „Pjöngjangs Atomwaffen-Programm soll sein Regime sichern, inzwischen ist es damit aber an eine Grenze gekommen.“ Pjöngjang solle nun kein Fehler machen.

Am kommenden Wochenende feiert Nordkorea den Geburtstag seines Staatsgründers Kim Il-sung. Zur Feier des Tages hatte Pjöngjang schon mehrfach Nukleartests durchgeführt. Deshalb gilt es unter Experten als wahrscheinlich, dass Nordkorea in naher Zukunft einen weiteren Atomsprengsatz testen könnte. Am Samstag ließ Trump deshalb einen Flugzeugträger auf dem Weg nach Australien umkehren und in die Region steuern. Dort soll es unter anderem eine gemeinsame Übung mit der japanischen Marine durchführen, wie ein Sprecher des japanischen Verteidigungsministeriums in Tokio am Mittwoch erklärte. Übungen könnten im Ostchinesischen Meer oder im Meeresgebiet westlich der japanischen Insel Kyushu stattfinden. Japan ist neben Südkorea der wichtigste Sicherheitspartner der USA in der Region.

Südkoreanischen Medien zufolge wird der US-Marineverband um den Flugzeugträger „USS Carl Vinson“ voraussichtlich am Wochenende in Gewässern nahe der koreanischen Halbinsel eintreffen. Nordkorea reagierte auf die Ankündigung mit wüsten Drohungen. Der Militärchef Nordkoreas erklärt, dass das Land einen Atomschlag durchführen und die USA und Südkorea ausradieren würde, wenn sie einen Angriff wagten.

Trotz dieser Drohungen aus Pjöngjang hält Experte Jia Qingguo einen Alleingang der USA ohne China nicht für sinnvoll. „Die Situation in Nordkorea ist sehr viel komplizierter als in Syrien. Wenn man Kim Jong-un umbringt, gibt es immer noch die nuklearen Waffen und die Gefahr eines militärischen Umsturzes“, so der Experte. „Diese Fragen müssen erst geklärt werden.“ Nordkorea soll mindestens 20 Atomsprengköpfe und Raketen besitzen, die bis Südkorea und Japan reichen könnten. Ende vergangenen Jahres erklärte das Land zudem, bald eine Atomrakete mit der notwendigen Reichweite bauen zu können, um die USA zu erreichen.

Der Knaben-Diktator
Massentrauer (KCNA) besser
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In Pjöngjangs Straßen brach eine regelrechte Trauerhysterie aus, als Kim Jong Il am 17. Dezember 2011 starb. Der geliebte Führer hatte die Machtübernahme seines Sohnes sorgfältig vorbereitet: seit 2009 übertrug er Kim Jong Un nach und nach zentrale Posten – die Leitung des Geheimdienstes, das Oberkommando über die Armee, den Vorsitz der Partei. Der Herrscher-Spross folgte seinem Vater mit zarten 30 Jahren ins Amt. In der Öffentlichkeit war er bis dahin fast unbekannt.

Kim Schüler (Bern International School)
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Seine Liebe zu Basketball soll Kim Jong Un während seiner Zeit in einem Schweizer Internat entdeckt haben. Laut Medienberichten spricht der nordkoreanische Herrscher sogar deutsch. Auch sein Lieblingslied stammt von einer deutschen Band: Es ist „Brother Louie" von Modern Talking.

Kim Neujahrsansprache (KCNA)
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Neues Jahr, neues Glück

In der ersten öffentlichen Neujahrsansprache seit 19 Jahren klang das auch fast so: Kim Jong Un kündigte ab 2013 eine „radikale Kehrtwende“ für Nordkorea an – und die basiert auf zwei Hauptpunkten… (Foto: KCNA)

Militärparade 2 (KCNA)
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Nordkorea und Südkorea leben seit dem Koreakrieg (1950-1953) im Kriegszustand – ein Friedensvertrag wurde nie unterzeichnet.

Truppen (KCNA)
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Da Nordkorea auf wirtschaftliche Hilfen aus dem Süden angewiesen ist, haben nordkoreanische Machthaber Südkorea schon öfter Friedensverhandlungen angeboten – nur um die Nachbarn kurz darauf wieder als „faschistische Irre“ zu verteufeln.

Panzerdivision Essen (KCNA)
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Kommunistische Brüder

Von diesen Vorzügen hat bisher vor allem China als zentraler Handelspartner und Bruder im Geiste profitiert. Auch Russland und Südkorea sind traditionell wichtige Geschäftspartner. Nun hat auch Google-Chef, Eric Schmidt, als neugieriger Gast aus dem Westen, seinen Besuch angekündigt. Die US-Regierung davon wenig begeistert.

(Foto: KCNA)

Fabrik (YNA)
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Der Westen wills wagen

Von Kim Jong Uns geheimen Masterplan, Nordkorea zum neuen Tigerstaaten zu pushenl, sickerten bisher nur Gerüchte durch. Westliche Unternehmen sind jedoch schon elektrisiert: in Nordkorea schlummern unerschlossene Rohstoffvorkommen, die veraltete Industrie benötigt dringend Neuinvestitionen, billige Arbeitskräfte locken.

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