Yuan wird gestärkt China und Japan schmieden Pakt

China und Japan wollen im bilateralen Handel die Verwendung ihrer eigenen Landeswährungen fördern und diese künftig ohne den Umweg über den US-Dollar tauschen. Durch die finanzielle Kooperation mit Japan könnte Peking seinem Ziel näher kommen, den Yuan zu einer internationalen Reservewährung neben dem Dollar aufzubauen und dessen Dominanz in Ostasien deutlich einschränken.
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Japans Premierminister Yoshihiko Noda (links) and Chinas Premier Wen Jiabao. Quelle: Reuters

Japans Premierminister Yoshihiko Noda (links) and Chinas Premier Wen Jiabao.

(Foto: Reuters)

PekingDer chinesische Premier Wen Jiabao und sein japanischer Amtskollege Yoshihiko Noda verkündeten den überraschenden Schritt bei einem Treffen in Peking. Demnach planen sie ein gemeinsames Finanzabkommen mit dem Ziel, im bilateralen Handel die Verwendung ihrer eigenen Landeswährungen Yuan und Yen zu fördern. So können beide Länder ohne den Zwischenschritt Kosten sparen.

Bisher wird der Großteil des Handels zwischen der zweit- und drittgrößten Volkswirtschaft der Welt in Dollar abgewickelt. Laut „Wall Street Journal“ geht es dabei um eine Größenordnung von 60 Prozent. Die Volksrepublik ist der größte Handelspartner Japans. Der Währungspakt würde die Bedeutung des Yuans stärken. Denn er sieht auch vor, dass japanische Firmen den Verkauf von Staatsanleihen in Yuan unterstützen. Die Verwendung der chinesischen Währung ist außerhalb der Volksrepublik bisher streng kontrolliert – und könnte durch die finanzielle Kooperation mit Japan nun deutlich angekurbelt werden.. Die Vereinbarung sei ein „substanzieller Schritt nach vorn für die Internationalisierung des Yuan“, kommentierte die Tageszeitung „China Daily“. Peking wolle zudem auch seine Käufe japanischer Staatsanleihen verstärken.

Ein Bündel Yuan-Banknoten vor Dollar-Scheinen. Quelle: ap

Ein Bündel Yuan-Banknoten vor Dollar-Scheinen.

(Foto: ap)

Der Beschluss der beiden asiatischen Großmächte ist keine gute Nachricht für die US-Währung. An den Finanzplätzen der Welt wird das neue Bündnis der beiden ehemals verfeindeten asiatischen Staaten mit Interesse verfolgt – auch angesichts der nun seit zwei Jahren andauernden Euro-Krise. „Schaut man auf die enorme Größe des Handelsvolumens der beiden größten Volkswirtschaften in Asien, ist dieses Abkommen sehr viel wichtiger als jeder andere Pakt, den China mit anderen Ländern geschlossen hat“, sagte in Peking laut der Nachrichtenagentur Bloomberg der Ökonom Ren Xianfang von IHS Global Insight Ltd.

Bilateral vereinbarten beide Seiten auf dem Gipfel zudem die Aufnahme von Gesprächen über eine Freihandelszone zwischen Japan, China und Südkorea. Die Gespräche darüber sollten bereits im Januar beginnen, teilten die beiden Staaten mit.

Weiteres wichtiges Thema des Treffens war die Situation nach dem Machtwechsel in Nordkorea. Beide Seiten vereinbarten, sich nach dem Tod von Kim Jong Il gemeinsam für Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel einzusetzen, wie die Nachrichtenagentur Xinhua in Peking berichtete. China sei bereit „mit allen beteiligten Parteien, einschließlich Japan, gemeinsame Anstrengungen zur Wahrung des Friedens und der Stabilität auf der koreanischen Halbinsel zu machen“, sagte Hu Jintao.

Japans Ministerpräsident Yoshihiko Noda forderte die chinesische Regierung auf, eine größere Rolle bei der Stabilisierung des kommunistischen Landes zu spielen. Zudem solle China mehr Informationen über die Entwicklungen dort teilen, sagte Noda bei einem Treffen mit Präsident Hu Jintao. Er drängte die chinesische Führung, Nordkorea zur Rückkehr zu den unterbrochenen Sechs-Parteien-Gesprächen über Nordkoreas Atomprogramm, verlautete aus Kreisen seiner Delegation. China ist der einzige mächtige Verbündete Nordkoreas, während Japan innerhalb der Reichweite von nordkoreanischen Raketen liegt.

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21 Kommentare zu "Yuan wird gestärkt: China und Japan vereinbaren Währungspakt"

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  • Wird auch Zeit dass die Dominanz des Dollars Stück für Stück gebrochen wird.
    Grün bedrucktes, wertloses Papier

  • Dass ein Land, wenn es den Export von Arbeitsplätzen und Know-How zum Sinn allen Volkswirtschaftens offiziell erklärt, am Ende wenig bis kein Know-How/Wertschöpfung mehr hat, kann man trefflich an den USA sehen. Aber das ist ja dort mittlerweile auch als Fehler eingesehen worden. Feststeht jedoch: eine Fiskal-Ökonomie kann nicht diesem Planeten eine Wachstumsperspektive geben.
    Wenn China und Japan, die zusammen die größten Währungsreserven und volkswirtschaftlichen Assets der Welt halten, jetzt zusammenarbeiten, dann wird dieser Wirtschaftsraum das ökonomische Zentrum, was die internationale Bedeutung anbelangt. Beide Staaten sind jedoch Rohstoff ärmere, eher produzierende Volkswirtschaften mit dem Interesse zu exportieren. Sie haben noch nicht dieses politisch-militärische Weltmachtinteresse der USA, d.h. es müßte im Interesse dieses neuen Währungsverbunds liegen, den internationalen Handel zu fördern, ggfs. ist das gut für diesen Planeten...

  • ihr kommentar ist schwachsinnig, eksom.
    lesen sie bitte die bild zeitung, dort ist ihr niveau willkommen.

  • Dies sind in der Tat hochinteressante Neuigkeiten; während die westliche Welt in Ruhe die Geburt des Herrn feiert, schliessen die beiden wichtigsten Ökonomien in Asien einen neuen Währungspakt. Leider hat das "Handelsblatt" diesen Artikel offenbar nur aus verschiedenen Agenturmeldungen zusammengestückelt. Interessant wäre aber, zu erfahren, auf welcher Basis der Umrechnungskurs zwischen den beiden Währungen festgelegt werden soll: der offizielle Wechselkurs beträgt z.Zt. 100 Yen gegen 8,12 Renminbi. Der Wechselkurs des Yuan ist aber bekanntlich stark kontrolliert und bildet sich nicht frei auf dem Markt. Werden die Japaner dies so akzeptieren? Mehr Information von ihrem Ostasienkorrespondent, bitte!

  • Der $ ist tot, nur das Sterbedatum wird noch nicht bekanntgegeben.

  • Während sich kluge Mächte arrangieren, beschäftigen wir uns mit fiktiven Atomwaffen fiktiver Atomwaffenbesitzer.

  • China ist nicht Irak. Überhaupt warum werden hier nicht Äpfel mit Birnen verglichen? Sind die Amerkaner nicht wegen den Massenvernichtungswaffen in den Irak einmarschiert?
    Ich denke die USA werden nun angemessen reagieren und nach dieser Vereinbarung die Demokratiebewegung in China mehr unterstützen.

  • Schon wieder dieser schwachsinnige Anti-Amerikanismus in den Kommentaren. Wo soll das noch hinführen... So schnell werden die Chinesen den Westen nicht abhängen. Wenn die erste Rezession dort kommt und die Immobilienblase platzt, wird man sein Kapital schnell abziehen und wo wird es landen? Im Dollarraum! Seit Jahrzehnten wird immer wieder davon geredet, dass die USA bald ihren Status als führende Weltmacht verlieren. So schnell wird es dazu nicht kommen. Und warum manche so euphorisch über eine Machtverlagerung Richtung Fernost wären, ist mir schleierhaft

  • Weder die Chinesen noch die Japaner brauchen für Ihre gemeinsame Zukunft weder die USA noch die Europäer!
    USA brauchen sie nicht wegen deren Unmengen an Schuldenbergen und dem inflationärem Dollar.
    Europäer brauchen sie nicht, wegen deren alternden Bevölkerungen und rechtsextremen Erscheinungen. Europa wird nur noch solange geduldet, solange man alles Neue an Technik und Know-how noch ohne Strafen kopieren kann! Wachstumschancen für japanische und chinesische Wirtschaft gibt es nur auf den Märkten der Zukunft.
    Afrika wird gerade einverleibt und mit Südamerika ist man gerade dabei. Das bedeutet bald: gute Nacht für die EU dessen Euro mit den USA und dessen Dollar!

  • verehrter TommyKoenig,


    doch "uns" war das sehr wohl in generellen Strukturen bekannt. Die Auflösung des Warschauer Pakt war eines der ganz großen Ergebnisse, die den Niedergang der "kulturellen Urquelle" als Resultat hervorbrachte.

    Eine weitere Sache war die Ächtung der Atombomben und überirdischen Atomversuche.

    Erstmalig hat dann doch jemand in Geheimgesellschaften-III ausgeplaudert. Allerdings werden auch dort (noch) die Hintergründe verschwiegen

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