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Yukiya Amano Chef der Internationalen Atomenergiebehörde ist gestorben

Yukiya Amano ist im Alter von 72 Jahre gestorben. Er litt unter gesundheitlichen Beschwerden und leitete die Internationale Atomenergiebehörde rund zehn Jahre.
Update: 22.07.2019 - 12:04 Uhr Kommentieren
Der Japaner leitete die IAEA knapp zehn Jahre. Quelle: AP
Yukiya Amano

Der Japaner leitete die IAEA knapp zehn Jahre.

(Foto: AP)

Wien Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien, Yukiya Amano, ist gestorben. Das teilte die UN-Behörde am Montag mit. Der Japaner wurde 72 Jahre alt. Er hatte in letzter Zeit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Amano leitete die IAEA seit knapp zehn Jahren. Die IAEA spielt weltweit eine entscheidende Rolle über der Überwachung der friedlichen Nutzung der Kernenergie. So überprüft die IAEA seit 2016 mit strengen Kontrollen die Einhaltung der Auflagen des Atomabkommens mit dem Iran.

Jüngst hatte Amano den Gouverneursrat der IAEA über seine Absicht informiert, zurückzutreten. Die IAEA-Flagge am UN-Gebäude in Wien werde auf halbmast gesetzt, berichtete die Behörde.

Strikte Sachlichkeit war Amanos Programm. Er war so etwas wie die Verkörperung der Unaufgeregtheit. Leise und stets in sachlichem Ton trat er auf. Das galt auch in der aktuell härtesten Bewährungsprobe der Behörde: der Überwachung des laut Abkommens rein zivilen Charakters des iranischen Atomprogramms. Amano wusste, dass die UN-Behörde ihre Aufgabe nur durch strikte Unparteilichkeit erfüllen kann. Die Partner des Abkommens - Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland - sowie die 2018 ausgestiegenen USA schauten äußerst genau auf die Prüfergebnisse der IAEA.

Amano hatte Ende 2009 die Nachfolge von Mohammed el Baradei angetreten, der für sich und seine Behörde den Friedensnobelpreis holte. Unter Amano rückten auch IAEA-Aufgaben in den Vordergrund, die vorher kaum öffentlich wahrgenommen worden waren. Amano sprach vermehrt über die Chancen der Nuklearenergie bei der Bekämpfung von Krebs oder Hunger. Schon früh kündigte er an, die Behörde zwischen ihren beiden Aufgaben - der Überwachung und der Förderung der Nutzung von Atomenergie - ausbalancieren zu wollen.

Fukushima war ein „Weckruf“

Für den Japaner, in seiner Funktion einer der weltweit wichtigsten Fürsprecher der Atomenergie, war das Unglück von Fukushima ein „Weckruf“. Seitdem sei die Atomenergie noch sicherer geworden, auch wenn Unglücke wie in jeder Industrie nie ganz auszuschließen seien, sagte er 2012 der Deutschen Presse-Agentur. Er wies darauf hin, dass menschliches Versagen in Fukushima eine entscheidende Rolle gespielt habe. Dort war es 2011 nach einem Erdbeben zu einer Kernschmelze gekommen.

Amano hatte in Tokio Jura studiert und trat 1972 in die Dienste des japanischen Außenministeriums ein. Als Experte für Atomfragen führte er viele internationale Verhandlungen zur nuklearen Abrüstung und war als Diplomat unter anderem in Washington und Brüssel tätig. Seit 2005 war er Japans IAEA-Botschafter.

Sein Mandat als IAEA-Chef wäre noch bis 2021 gelaufen. Vor gut zwei Wochen hatte er bei einer Dringlichkeitssitzung des Gouverneursrats gefehlt, bei der über Verstöße des Irans gegen das Abkommen beraten wurde. Bereits im September 2018 hatte er wegen eines medizinischen Eingriffs zwei wichtige Treffen der Behörde verpasst.

Die IAEO hat 171 Mitgliedsstaaten. Der Chef der Behörde wird von den Vertretern der 35 Staaten gewählt, die zusammen den Gouverneursrat bilden. Wann ein Nachfolger ernannt wird, ist bislang offen. Bewerben will sich der argentinische Botschafter bei der IAEO, Rafael Grossi. Diplomaten gehen davon aus, dass auch der der Rumäne Cornel Feruta kandidieren wird, der derzeit Chefkoordinator der Behörde ist. Darüber hinaus könnten noch andere Bewerber ins Rennen gehen. Es wird aber kein Kurswechsel der IAEO bei wichtigen Themen wie etwa den Konflikten mit dem Iran und mit Nordkorea erwartet.

Mehr: Obwohl die USA ausgestiegen sind – die Vertragspartner in Europa wollen das Atomabkommen retten und richten mahnende Worte an den Iran.

  • dpa
  • ap
  • rtr
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